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Auch moderne Technik kann das Wohlbefinden von Pferden steigern.
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Auch moderne Technik kann das Wohlbefinden von Pferden steigern.

Verhalten

Automatische Bürsten gefallen dem Pferd

Eine Studie untersuchte den Umgang von Pferden mit einem neuen Wellness-Angebot.

Wer je ein Pferd gestriegelt hat, hat es vermutlich immer schon geahnt: Pferde lieben Bürsten. In einer kürzlich in Frankreich durchgeführten Studie bekamen Pferde die Möglichkeit, eine für Ziegen und Kälber entwickelte freischwingende walzenförmige Bürste zu nutzen, die auf Druck zu rotieren beginnt (DeLaval Mini Schwingbürste).

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Automatische Bürsten – Wellness unter Beobachtung

In einer Gruppenhaltung von 40 Pferden wurden zwei Exemplare der Rundbürste installiert. Nach einer Eingewöhnungsphase wurde vier Tage lang über je 7,5 Stunden der Stallbereich mit den Bürsten gefilmt. Das Filmmaterial wurde auf drei Fragestellungen hin ausgewertet:

  1. Wie häufig und auf welche Weise wird die Bürste genutzt,
  2. Auswirkung auf das Sozialverhalten im Sinne gegenseitiger Fellpflege („Allogrooming“) und/oder Aggressivität zwecks Zugang zur Bürste, und
  3. Versuch einer Interpretation des Gesichtsausdrucks der Pferde während des Bürstens im Hinblick auf den sozialen Kommunikationsgehalt.

Rege Nutzung der automatischen Bürsten

Die Bürsten wurden von 35 der 40 Pferde (87,5 Prozent) genutzt. Am häufigsten wurde der Kopf gebürstet (42 Prozent), gefolgt von der hinteren  (33 Prozent) und vorderen Körperhälfte (22 Prozent). Die Nutzung bezieht sich also häufiger auf Körperregionen, die bei der gegenseitigen Fellpflege schlecht erreichbar sind. Ein Viertel der Pferde, die die Bürste nutzten, nahmen gleichzeitig an gegenseitiger Fellpflege teil. Aggressives Verhalten wurde nicht beobachtet.

Bürsten fördern die soziale Interaktion in der Pferdegruppe

Mehr als die Hälfte der Pferde zeigte während der Nutzung der Bürste einen positiven Gesichtsausdruck (definiert als leicht angehobenes Genick, geöffnete oder halb geschlossene Augen, entspannte Oberlippe, nach hinten gerichtete Ohren etwa in Verlängerung des Nasenrückens). Unter den insgesamt 105 beobachteten Bürstennutzungen trugen die Pferde in 37 Fällen diesen Gesichtsausdruck. Bei diesen „Positivgesichtern“ schloss sich in sieben Fällen gegenseitige Fellpflege an; dies entspricht einem Anteil von 19 Prozent. Bei den übrigen 68 Bürstennutzungen fehlte der positive Gesichtsausdruck; hier schloss sich lediglich in zwei Fällen (drei Prozent) gegenseitige Fellpflege an.

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Dem Kommunikationsgehalt des positiven Gesichtsausdrucks möchten die Autoren künftig weiter nachgehen; bereits aus den vorliegenden Daten ist aber ableitbar, dass Pferde von der Möglichkeit einer Bürstenmassage Gebrauch machen und das positive Erleben dieses Angebots offenbar die soziale Interaktion in der Gruppe fördert. (Christiane Fetzer)

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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