Von Vanessa Pauls
Ein erhöhter Blutdruck kann bei der Katze durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden. Die häufigsten Auslöser sind die Hyperthyreose, Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) und Nierenerkrankungen. Die dauerhafte Überlastung des Körpers kann schwere Folgen für Niere, Augen, Herz und Gehirn haben. Daher ist es wichtig, die Blutdruckmessung als gängige Untersuchung zu etablieren. Die Dopplermessung ist die genauste und effektivste Methode. Um aussagekräftige Werte zu erhalten, sollten Aufregung, Stress, Angst und physische Anstrengung für die Katze vermieden werden.
Vorbereitung des Patienten
Die Katze sollte sich mindestens 10–15 Minuten akklimatisieren, d. h. allein mit dem Besitzer im Raum warten. Am wohlsten fühlt sie sich in einem Korb mit einer Decke, die mit einem Pheromon (z. B. Feliway®) besprüht wurde. Der Besitzer darf die Katze in der Zeit gerne streicheln und so beruhigen.
Vorbereitung der Geräte
Für die Untersuchung wird benötigt:
- Blutdruckmanschette
- Sphygmomanometer
- Dopplerultraschall mit Sonde
- Ultraschallgel
- Kopfhörer
- Rasierer
- Maßband
Auswahl der Manschette
Der Schwanzumfang wird an der Schwanzwurzel mit dem Maßband gemessen, danach wählt man die passende Manschettengröße und legt die Manschette an den Schwanz an. Die Breite der Manschette sollte in etwa 30–40 Prozent des Umfangs der Schwanzwurzel entsprechen.
Anlegen der Manschette
An der Unterseite des Schwanzes wird eine kleine Stelle rasiert, diese beträgt ca. 1 × 1 cm. Nach Aufsetzen des Kopfhörers legt man die Ultraschallsonde mit etwas Ultraschallgel an, bis der Dopplershift zu hören ist.
Durchführen der Blutdruckmessung
Für die Dopplermessung werden grundsätzlich Kopfhörer verwendet, um die Katze durch das Geräusch nicht zu verschrecken. Die Manschette wird nun 20–30 mmHg über den hörbaren Blutfluss aufgepumpt und die Luft langsam abgelassen, bis der Ton wieder hörbar ist.
Wiederholen der Blutdruckmessung
Es ist empfehlenswert, mehrere Messungen durzuführen. Die größten Ausreißer nach oben und unten werden verworfen und ein Mittelwert aus 5–7 Messungen gebildet.
Vermeiden von Weißkittelhypertonie
Der häufigste Grund für einen erhöhten Blutdruck in der Praxis ist die „Weißkittelhypertonie“ (engl. white coat effect), d. h. die Abweichung vom Normalwert wird oft durch unsere Anwesenheit ausgelöst. Folgende Maßnahmen können helfen:
- Besonders wichtig ist ein ruhiger und stressfreier Umgang mit der Katze.
- Schnelle und vor allem laute Handlungen sind zu vermeiden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, einen leisen Rasierer zu verwenden.
- Der Schwanz der Katze sollte locker in der Hand gehalten werden. Im Allgemeinen empfiehlt sich keine Fixation der Katze.
- Man sollte sich ausreichen Zeit nehmen. Notfalls wird die Katze mit angelegter und etwas aufgepumpter Manschette noch einmal mit dem Besitzer alleine gelassen.
Über die Autorin
Vanessa Pauls arbeitet als Tierärztin in der Kleintierpraxis am Mühlendamm in Elmshorn.
Weitere Schritt-für-Schritt-Anleitungen: