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Lutz Wingerath (links) vom Tierschutzverein „Herzensangelegenheit – Menschen für Tiere und Tiere für Menschen e.V.“ freut sich über den ersten Platz. Urkunde und Trophäe nahm er von Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder entgegen.
Foto: Uwe Tölle für FUNK UHR/Super TV
Lutz Wingerath (links) vom Tierschutzverein „Herzensangelegenheit – Menschen für Tiere und Tiere für Menschen e.V.“ freut sich über den ersten Platz. Urkunde und Trophäe nahm er von Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder entgegen.

Auszeichnung

Deutscher Tierschutzpreis verliehen

Gestern Abend wurde der Deutsche Tierschutzpreis verliehen. Den 1 Platz holte der Verein „Herzensangelegenheit – Menschen für Tiere und Tiere für Menschen in Not e.V.“, auf Platz 2 und 3  folgten die Vereine „Esel in Not“  und „Achtung für Tiere“. Katzenschützerin Marlene Steltner-Lange erhielt den Preis für ihr Lebenswerk.

Der Deutsche Tierschutzbund hat gestern Abend gemeinsam mit Whiskas und Pedigree sowie den Zeitschriften FUNK UHR und Super TV Menschen und Projekte mit dem Deutschen Tierschutzpreis geehrt. „Die Preisträger wirken mit ihren Initiativen, Vereinen und Projekten meist im Stillen, aber umso heldenhafter für den Tierschutz. Sie opfern viel Zeit und Geld für Tiere in Not. Sie legen ihre ganze Kraft in die Aufgabe, das Leben von Tieren besser zu machen. Und im extremsten Fall riskieren sie sogar ihr eigenes, um ihnen in Kriegsgebieten zu helfen“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Viele bekannte Namen aus Politik, Musik und Fernsehen ließen es sich nicht nehmen, den Preisträgern bei der Gala ihre Wertschätzung ausdrücken. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir betonte in seinem Grußwort: „Ich bin beeindruckt vom Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger. Sie setzen sich für diejenigen ein, die keine eigene Stimme haben.“ Die Botschaftsrätin der Ukrainischen Botschaft in Deutschland, Alisa Podolyak, leitete die Preisvergabe in der Sonderkategorie „Ukraine-Hilfe“ ein, für die Christian Ehrlich, Tierexperte bei ZDF „Volle Kanne“, die Laudatio hielt. Als Laudatorinnen standen zudem Stefanie Hertel, die den Deutschen Tierschutzbund als Jurymitglied und Tierschutzbotschafterin unterstützt.

Platz 1: Hilfe für bedürftige Menschen und Tiere

Über den 1. Platz und ein Preisgeld von 3.000 Euro konnte sich der Tierschutzverein „Herzensangelegenheit – Menschen für Tiere und Tiere für Menschen“ freuen. Das Team um Gründer Lutz Wingerath hat im nordrhein-westfälischen Grevenbroich einen alten Paketwagen zu einer mobilen Tierarztpraxis umgebaut. Sie sind dort zur Stelle ist, wo sich Menschen die immer teurer werdenden Behandlungen für ihre Tiere nicht mehr leisten können. Das Team kürzt Krallen, gibt Medikamente aus, führt Wurmkuren sowie Impfungen durch. Zudem übernimmt der Verein auch Kosten für notwendige Folgeuntersuchungen in stationären Praxen. „Die rollende Tierarztpraxis ist eine rettende Insel. Sie ermöglicht, dass Tiere in ihrem geliebten Zuhause bleiben können, auch wenn Herrchen oder Frauchen in finanzielle Not geraten“, sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder in seiner Laudatio.

Den zweiten Platz, dotiert mit 2.000 Euro, belegte der Verein „Esel in Not“, der im baden-württembergischen Engen-Welschingen derzeit etwa 70 Esel umsorgt – darunter alte, kranke, misshandelte, schlecht gehaltene Tiere, die teils lebenslang auf dem Hof bleiben, da sie aufgrund von Krankheiten oder psychischer Traumata nicht mehr zu vermitteln sind. „Im Eselheim des Vereins werden körperliche und seelische Verletzungen geheilt. Die Esel dürfen ganz Esel sein, endlich artgerecht leben“, so Johanna Mross in ihrer Laudatio.

Der Verein „Achtung für Tiere“ aus Rietberg (Nordrhein-Westfalen), der den mit 1.000 Euro dotierten dritten Platz belegte, zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus: Das Team um die Vorsitzende Astrid Reinke leistet auf dem Varenseller Lebenshof einerseits praktische Tierschutzarbeit und Jugendarbeit. Andererseits engagiert sich der Verein auch politisch, etwa indem er gegen Ponykarussells auf Jahrmärkten vorgeht. Jurorin Stefanie Hertel war in ihrer Laudatio voll des Lobes: „Sie schreiten dort ein, wo Mitgefühl erstickt werden soll, wo Kinder in Tierquälerei verwickelt werden.“

Katzenschützerin aus Recklinghausen für Lebenswerk ausgezeichnet

Den Tierschutzpreis für das Lebenswerk, dotiert mit 1.000 Euro, erhielt Marlene Steltner-Lange, die ihr Leben notleidenden Katzen gewidmet hat. Egal, ob am Wochenende oder Feiertag: Die 69-Jährige ist immer unterwegs, um in Recklinghausen und Herten (Nordrhein-Westfalen) rund 60 Straßenkatzen mit Futter zu versorgen. Sie fängt die Tiere zudem ein, lässt sie vom Tierarzt kastrieren und behandeln, und betreut sie weiter an Futterstellen. Für zahme Katzen sucht sie ein neues liebevolles Zuhause. „Ich habe allergrößten Respekt vor dem, was sie tagtäglich leisten“, betonte Laudatorin Janika Hübner im Namen der Sponsoren Whiskas und Pedigree.

Sonderkategorie für Hilfe in Zeiten des Ukrainekrieges

Stellvertretend für viele andere Tierschützer, ehrte die Jury in der diesjährigen Sonderkategorie „Ukraine-Hilfe“ Menschen, die sich in der Ukraine, an der Grenze, aber auch in Deutschland für vom Krieg betroffene Tiere stark gemacht haben. „Sie haben teils Übermenschliches geleistet, eigene Bedürfnisse hintenangestellt, waren manchmal nonstop unterwegs, haben kaum geschlafen, selbst Belastendes erleben müssen, um anderen zu helfen“, sagte Laudator Christian Ehrlich. Preisträger Frank Lauer aus Untermain in Bayern fährt in die Ukraine – teils bis in die Kriegsgebiete – hinein, um örtliche Tierschützer und Tierschutzeinrichtungen sowie Straßentiere mit Tierfutter zu versorgen; auch tiermedizinischen Bedarf hat er im Gepäck. Die Tierrettungen Chemnitz, Südbaden, Unterland und die Berufstierrettung Rhein-Neckar halfen in den ersten Kriegswochen Geflüchteten mit Tieren im mit dem Deutschen Tierschutzbund errichteten Tierhilfe-Camp am polnisch-ukrainischen Grenzübergang Medyka. Der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung und der Verein Tierschutz Henstedt-Ulzburg statteten ankommende geflüchtete Tierhalter in Deutschland mit Futter und Sachspenden aus und übernahmen medizinische Kosten. Hunderte Tiere wurden geimpft, gechippt, untersucht, teils sogar operiert, versorgt, gebadet.

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