Foto: Rick Letterboer Photography

Fitness

Discdogging – die alternative Sportart

Eine angemessene Beschäftigung des Hundes ist nicht nur für den Hund wichtig, sondern fördert auch die Beziehung zwischen Hund und Mensch – und noch viel wichtiger – macht Spaß.

Inhaltsverzeichnis

Dr. med. vet. Rosa Barsnick

Eigentlich wollte ich mit meiner Dalmatinerhündin Mia ja erst die Begleithundeprüfung und später Agility machen. Rein zufällig habe ich dann aber festgestellt: Mia kann Frisbees fangen und hat Spaß daran! Also kaufte ich „richtige“ Hundefrisbees (das sind Frisbees, die nicht splittern und gute Flug­eigenschaften haben,) besuchte mit Mia ein Seminar – und schon war es um uns geschehen. Wir waren offiziell Discdogging-Fans!

Discdogging-Disziplinen

Discdogging ist ein für den Hund körperlich und mental herausfordernder Sport, bei dem es zwei Hauptdisziplinen gibt, die „Distance“ und die „Freestyle“. Bei der „Distance“ werden während 60–90 Sekunden über eine bestimmte Distanz Punkte gesammelt, d. h. der Mensch muss präzise und weit geradeaus (ca. 30 Meter) werfen, der Hund die Scheiben fangen. Punkte gibt es nur, wenn das klappt. Im „Freestyle“ werden meist 120 Sekunden gespielt, wobei mit 7–10 Scheiben vom Menschen verschiedene Wurftechniken gezeigt werden müssen. Auch hier soll der Hund natürlich wieder die Scheiben fangen, dabei aber auch noch verschiedene Elemente ausführen (z. B. Körperübersprünge, Körper­absprünge, kurz oder lang geworfene Scheiben fangen, usw.). Elemente aus dem Trickdogging bzw. Dogdance werden ebenfalls gerne in dieser Kür gesehen. Das Ganze wird auf dem Turnier zu Musik gezeigt, es herrscht also immer eine besonders fröhliche Stimmung! Die verschiedenen Regelwerke, nach denen gespielt wird, kommen überwiegend aus den USA. Allen gemeinsam ist, dass der Mensch, der Hund, die Ausführung der Kür, die Anzahl der gefangenen Scheiben und die Harmonie des Mensch-Hund-Teams einzeln bewertet und zu einer Gesamtwertung zusammengefasst werden. „Bruchlandungen“ des Hundes sind durch sauberes Spielen zu vermeiden und werden durch Punktabzug „bestraft“.

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Wer kann mitmachen?

Hundefrisbee kann mit jedem Hund gespielt werden. Für kleine Hunde gibt es kleine Scheiben, die sie besser tragen können. Weil in diesem Sport oft Sprünge durchgeführt werden, ist es wichtig, dass der Hund langsam und gewissenhaft auftrainiert wird. Besonders wichtig ist, dass bereits frühzeitig ein gezieltes Sprungtraining erfolgt. So ist z. B. das Landen auf den Hinterbeinen schlecht für den Rücken und sollte abtrainiert werden. 

Nicht jede Rasse ist geeignet

Wie in anderen Hundeportarten auch, muss man aufpassen, dass der menschliche Ehr-geiz nicht zu einem „Höher, Schneller, Weiter“ führt, bevor der Hund die richtige Technik gelernt und ausreichend Muskulatur aufgebaut hat. Beherzigt man das alles, wird klar, dass sehr große Hunde (z. B. Rottweiler, Doggen oder Schäferhunde) und manche kleine Hunde (vor allem die mit langem Rücken und kurzen Beinen, wie z. B. Dackel) nicht alle beliebten Elemente gesund und sicher durchführen können und daher auf Turnieren eher selten vertreten sind.

Obwohl Dalmatiner sehr sportliche Hunde sind, sieht man auch diese lange nicht so häufig im Hundesport wie Border Collies, Australian Shepherds oder Malinois. Das liegt vermutlich daran, dass gerade die Hütehunderassen extrem gelehrig sind und deshalb grundsätzlich gerne im Hundesport eingesetzt werden – auch im Hundefrisbee. Trotzdem ist meine Mia ein Star, weil sie andere Stärken hat, die man vor allem in der Freestyle schön herausstellen kann. Sie hat zum Beispiel eine sehr athletische Sprungtechnik. 

Es gibt auch andere sehr erfolgreiche Frisbeehunde, die keine der typischen Hundesportrasse vertreten, viele Mischlinge und Terrier spielen mit oder auch z. B. Papillons, Boxer oder verschiedene Windhunde.

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Mitspieler gesucht

Der Hundefrisbeesport ver­liert in Europa derzeit ein wenig an Beliebtheit. Es wird vermutet, dass es für manche Hundehalter weniger attraktiv ist, anders als z. B. beim Agility, etwa 50 % der Zeit ohne den Hund trainieren zu müssen. Wurftraining für präzise weite und unterschiedliche technische Würfe sind aber extrem wichtig, um den Hund nicht durch unkontrollierte Würfe in Gefahr zu bringen. Um überhaupt Wurftricks mit dem Hund ausführen zu können, z. B. für den „Dogcatch“, muss die Scheibe exakt so platziert werden, dass der Hund so zur Scheibe springt und sie fängt, dass man den Hund selber auch sicher aus der Luft auffangen kann. Im Vergleich zum Agility ist es aber ein großer Vorteil, dass man für das Training keinen Parcours aufbauen muss. Man kann jederzeit mit einem Rucksack voller Frisbeescheiben auf eine kurzgemähte Wiese ohne Löcher gehen und loslegen! Wer Lust hat, mal in eine etwas andere Hundesportart reinzuschnuppern, kann sich z. B. auf Facebook in der Gruppe „Dogfrisbee Germany“ umschauen. Dort werden Turniere angekündigt, Seminare angeboten und Fragen beantwortet. Nur wenige Hundevereine haben eine Frisbee-Gruppe, deshalb lohnt es sich, auf Turniere zu gehen und sich einfach mal in der „Discdogging-Szene“ umzusehen. Frisbee macht wirklich Spaß – schon ohne Hund. Aber mit Hund erst recht! 

Über die Autorin

Dr. Rosa Barsnick ist Diplomate ACVIM und ECEIM sowie Fachtierärztin für Innere Medizin der Pferde. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrer Hündin Mia.

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