Foto: Lisbeth Müller-Stephan

Geschichte mit Happy End

Eine Amme für Fritz

Eine traurige Geschichte mit doppeltem Happy End: Wie Parson Jack Russel-Hündin Frida zu einem Zwergpudel-Dackel Welpen kam.

Von Lisa-Marie Petersen

Wenn ein Leben zu Ende ist, bevor es überhaupt angefangen hat, ist das ein trauriges Ereignis im Tierärztealltag. Aber nicht nur dem Tierarzt und Besitzer, vor allem auch der Hündin schlägt so eine Totgeburt auf die Psyche, wie folgende Geschichte zeigt: Als der Welpe von Parson Jack Russel-Hündin Frida beim Kaiserschnitt tot geboren wurde, reagierte diese erst depressiv und in den Folgetagen zunehmend gestresst: Nächtliche Unruhe, starkes Hecheln und die Bemutterung eines Spielzeugschweins bescherten Hund und Halterin Lisbeth schlaflose Nächte.

Waise gesucht!

Um der gestressten Hündin zu helfen, entschied sich ihre Besitzerin, die selber Tierärztin ist, einen Facebook-Aufruf zu starten: „Falls jemand jemanden weiß, der eine Hundeamme sucht, bitte melden!“ Dieser wurde fleißig geteilt. Einen Tag später meldete sich die Besitzerin eines einen Tag alten Mischlingswelpen, deren Hündin beim Kaiserschnitt verstorben war. Schnell wurde ein Treffen und erstes Kennenlernen arrangiert.

Angedocktes Glück

Für Frida war es Liebe auf den ersten Blick: Mit dem Andocken des kleinen schwarzgelockten Welpen war die Unruhe der Hündin wie weggeblasen. Endlich eine Aufgabe und Leben im zur Welpenaufzucht aufgestellten Planschbecken! Eine große Erleichterung für beide Besitzer und Glück für den Zwergpudel-Dackel-Rüden, der nun in den Genuss des alleinigen Zugangs einer gefüllten Milchbar kam und Fritz getauft wurde.

Kein Kolostrum, kein Problem?

In den kommenden Wochen nahm Fritz kontinuierlich an Gewicht zu, entwickelte aber einen leichten Husten. Reproduktionsexpertin Prof. Sandra Göricke-Pesch von der Tierärztlichen Hochschule Hannover empfahl daraufhin, den Welpen zu inhalieren und antibiotisch zu versorgen, da der Welpe kein Kolostrum aufgenommen hatte und ein Versterben für Fridas Psyche dramatisch gewesen wäre. Die Behandlung wurde gut vertragen und der Husten verschwand.

Ende gut, alles gut

Fritz ist inzwischen fünf Wochen alt und erfreut sich bester Gesundheit. Mit großer Spannung wird erwartet, wie ein ausgewachsener Dackel-Pudel-Mix wohl aussehen wird. Bis dahin macht das ungleiche Paar die Wälder der Wedemark unsicher.

Facebook nutzen!

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Über die Autorin

Als Tierärztin horcht Lisa-Marie Petersen gern am Ort des Geschehens nach: Was beschäftigt die Tiermedizin derzeit? Interessante Themen verarbeitet die Fachjournalistin dann in redaktionellen Beiträgen für Print- und Onlinemedien.

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