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Ernährung

Eisenspeicherkrankheit bei Graupapageien

Eine Fallserie beschreibt das Auftreten dieser Erkrankung bei Graupapageien, die Zugang zu einem Futter für karnivore Vögel hatten.

Von Maximilian Reuschel 

Die Eisenspeicherkrankheit wird ausgelöst durch einen erhöhten Eisengehalt der Nahrung oder eine vermehrte Absorption von aufgenommenem Eisen. Dieses wird als Hämosiderin in der Leber gespeichert und führt dort zu Schäden, sobald deren Speicherkapazität überschritten ist. Besonders häufig ist die Erkrankung bei frugivoren und nektarivoren Vögeln, die sich natürlicherweise eisenarm ernähren. Außerdem kann Vitamin C die Eisenaufnahme aus der Nahrung erhöhen.

Gemeinschaftshaltung mit Folgen

Insgesamt wurden drei Graupapageien aus einer gemeinsamen Haltung mit einer Trappe aufgrund schlechten Allgemeinbefindens und Ernährungszustands in der Klinik vorgestellt. Blutuntersuchungen zeigten eine Anämie, Hypoproteinämie, Hypoalbuminämie, Hypoglykämie, Hypocholesterolämie sowie eine Erhöhung der Aspartat-Aminotransferase und Kreatinphosphokinase. Zwei Graupapageien verstarben und wurden pathologisch untersucht. In Leber, Milz und Kolon der Vögel konnte eine Hämosiderose histologisch diagnostiziert werden.

Eine Eisenspeicherkrankheit wurde bisher bei Graupapageien nicht beschrieben. Daher hatten die Autoren aufgrund der klinischen Befunde eine Intoxikation oder Infektion vermutet und entsprechend behandelt. Die Behandlung einer Eisenspeicherkrankheit besteht aus einer eisenreduzierten Ernährung, wiederholter Phlebotomie und Chelatbildnern. Der Goldstandard zur Diagnose ist die Entnahme einer Leberbiopsie.

Kein Fleisch für Graupapageien!

In den hier vorgestellten Fällen führte vermutlich ein hoher Vitamin-C-Gehalt des angebotenen Obstes aus dem Graupapageienfutter zusammen mit der Aufnahme des eisenreichen Trappenfutters zu der klinischen Erkrankung. Daher sollte auch in der Wohnungshaltung von Graupapageien darauf geachtet werden, dass die Vögel weder Zugang zu Hunde- oder Katzenfutter haben noch vom Tierhalter Fleisch bekommen.

Hier finden Sie die Originalpublikation.

Studie

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