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Eine weibliche Mongolische Gazelle (Procapra gutturosa) mit GPS-Sender
Foto: Senckenberg/Dejid
Eine weibliche Mongolische Gazelle (Procapra gutturosa) mit GPS-Sender

Nomadenleben

Gazelle reist um den halben Globus

Forscher haben den Lebensweg einer Gazelle verfolgt. Das Ergebnis: Das Tier legte innerhalb von fünf Jahren 18.000 Kilometer zurück. 

Heute hier, morgen da – nicht nur Campingbusbesitzer, auch einige Wildtiere leben ein Nomadenleben und legen mitunter riesige Strecken zurück. So konnten Wissenschaftler vom Senckenberg Institut den Weg eines Gazellenweibchens der Art Procapra gutturosa mittels GPS-Halsband über Jahre mitverfolgen und staunten nicht schlecht: Das grazile Tier durchquerte die östliche Mongolei mehrfach von Norden nach Süden, schaute in Russland und China vorbei. Dabei wagte sich die Abenteurerin häufig über Hunderte von Kilometern in unbekannte Regionen. Laut der Erstautorin der Studie Dr. Nandintsetseg Dejid besuchte sie viele Gebiete nur ein einziges Mal, andere Regionen jedoch mehrfach in unregelmäßiger und unvorhersehbarer Weise. Im Gegensatz zu anderen bekannten Huftieren wie Maultierhirschen in den USA, kehrte die mongolische Gazelle demnach nicht jedes Jahr in dieselben Überwinterungs- und Kalbungsgebiete zurück, die Forscher konnten keine regelmäßigen saisonalen Bewegungen erkennen. Insgesamt hatte die Gazelle nach fünf Jahren 18.000 Kilometer auf dem Buckel, was knapp einer halben Erdkugelumrundung entspricht!

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Die Studie zur mehrjährigen Reise der Gazelle verdeutlicht, wie wichtig es für nomadisierende Huftiere ist, durchlässige Landschaften zu erhalten. Dies ermöglicht den Tieren Nahrungsressourcen zu finden und lokalen Extremereignissen zu entgehen. „So sind beispielsweise hügelige Regionen, die schneefreie Flächen bieten, für das Überleben der Gazellen – zumindest in einigen Wintern – unerlässlich.“ Weitere Langzeitstudien sollen Aufschluss über die Navigationsmechanismen, die Gruppenkommunikation und die Zufluchtsorte von Mongoleigazellen liefern, damit ihnen zuverlässiger Schutz geboten werden kann. 

Hier geht es zur Originalpublikation.

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