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Katzen können mit einer Amputation häufig gut umgehen.
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Katzen können mit einer Amputation häufig gut umgehen.

Studienergebnisse

Gute Bilanz für Gliedmaßenamputationen bei Katzen

Die Seltenheit schwerer Komplikationen und gute Resonanz bei Haltern betroffener Katzen nehmen der Maßnahme den Schrecken.

Die Amputation eines Vorder- oder Hinterbeins ist manchmal die einzige sinnvolle Maßnahme, die der Praktiker für eine erkrankte oder verletzte Katze anbieten kann. Doch viele Tierhalter schrecken vor der Entscheidung zurück. Groß ist die Sorge, der Katze durch eine Amputation mehr Leid als Nutzen zuzufügen, sodass schnell die Euthanasie als vermeintliche Alternative in den Blick genommen wird. In dieser Situation können Zahlen den Erwartungshorizont klären. Eine in den USA durchgeführte Umfrage liefert hierzu nützliche Daten.

Überschaubares Risiko, exzellente Zufriedenheit

Die Halter von 59 Katzen, deren Katze zwischen 2007 und 2017 eine Gliedmaße (vorn oder hinten) amputiert worden war, nahmen an der Fragebogenaktion teil. Amputationsgrund war bei 54 Prozent der Katzen eine Neoplasie, bei 41 Prozent eine Verletzung, bei drei Prozent eine Knochen- oder Gelenkinfektion, und bei zwei Prozent eine Thromboembolie. Postoperative Komplikationen traten bei 58 Prozent der Katzen auf und waren meistens geringgradig (53 Prozent, darunter 20 Prozent geringgradige Gleichgewichtsstörungen und 24 Prozent geringgradige Schmerzen im OP-Gebiet). Drei Katzen (fünf Prozent) erlitten die schwere Komplikation einer hochgradigen Gleichgewichtsstörung. Bezüglich der Komplikationsraten gab es keine Unterschiede zwischen Vorder- und Hinterbeinamputationen.

Die Zufriedenheit der Tierhalter wurde für 78 Prozent der Katzen als exzellent angegeben, für 20 Prozent als gut, und für zwei Prozent als mäßig. Mehr als 90 Prozent der Tierhalter fanden ihre Erwartungen bestätigt oder übertroffen. Aufgrund der gemachten Erfahrungen würden 85 Prozent bei einem anderen Haustier erneut einer Amputation zustimmen; bei denjenigen Haltern (15 Prozent), die nicht erneut zustimmen würden, war die Katze gestorben (medianes Weiterleben nach der Amputation: 183 Tage).

Fazit

Die Rückmeldungen der Tierhalter bezüglich Komplikationen, Ergebnis für die Katze und Erwartungen für ein Patientenkollektiv, bei dem die Amputation fachgerecht durchgeführt wurde, waren weitaus überwiegend positiv. Das Kollektiv von 59 Tieren verleiht den Prozentangaben ausreichend Gewicht, um sie im Aufklärungsgespräch mit einem betroffenen Katzenhalter weiterzugeben. (Christiane Fetzer)

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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