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Foto: inna_astakhova - stock.adobe.com
Dass es einen Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Tiere und Gewalt gegen Menschen gibt, haben bereits unzählige Fälle und Studien gezeigt.

Problemfeld Gewalt

Häusliche Gewalt gegenüber Tieren – vier Warnzeichen

In Zeiten der Corona-Pandemie hat häusliche Gewalt gegen Frauen, Kinder und Tiere zugenommen. Doch woran erkenne ich Täter und gehen diese überhaupt in Tierarztpraxen? Vier Warnzeichen.

Häusliche Gewalt hat viele Gesichter. Nicht immer ist diese nur körperlich und damit nach außen sichtbar, sondern sie kann zum Beispiel auch in Form emotionaler Erpressung zu Tage treten. Ziel der Gewalttäter ist es, ihre Opfer zu kontrollieren und zu unterwerfen.

Gewalt gegen die ganze Familie

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt gegenüber Frauen und der gegenüber Tieren gibt. Zudem wollen Frauen häufig ihre Haustiere nicht zurücklassen und harren deshalb in einer gewalttätigen Beziehung aus. Studien zeigen aber auch, dass es für die Opfer häuslicher Gewalt nach einer Trennung noch gefährlicher wird.

Woran erkenne ich Gewalttäter?

Auch TFAs und Tierärzte werden Zeugen misshandelter Patienten. Zwar ist nicht klar, wie viele Gewalttäter die Tiere beim Tierarzt vorstellen, sie meiden Praxen und Kliniken jedoch nicht kategorisch. Folgende Warnzeichen sollten Sie aufmerken lassen:

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1. Hatte das Tier wirklich einen Autounfall?

Untersuchungen haben gezeigt, dass Tiere, die mit dem Auto verunfallt sind, meist folgende Verletzungen aufweisen:

  • Schmutz und Debris auf dem Fell
  • Hautabrasionen/-kontusionen
  • Katzen: ausgefranste Krallen
  • Rippenfrakturen eher unilateral

Bilaterale Brüche sollten demnach immer genau untersucht werden. Ebenso ist die Amamnese entsprechend umfangreich zu gestalten. Häufig verstricken sich Gewalttäter in Ausreden und unwahre Geschichten, die nicht zusammenpassen.

Weitere häufig betroffene Frakturregionen sind:

  • Schädel
  • Mandibula
  • Zähne
  • Femur

2. Verhalten von Mensch und Tier

Achten Sie immer auf die Begleitung des Patienten. Ist diese auffallend schweigsam oder verängstigt, zum Beispiel wenn es um potenzielle Behandlungskosten geht? Wie verhält sich das Tier? Ist es ebenfalls sehr ängstlich oder aggressiv? Gewalttäter verabreichen ihren Opfern häufig Sedativa oder andere Beruhigungsmittel.

  • Angst gegenüber Fremden/Männern
  • Extreme Angst-Reaktion
  • Extreme Abwehr bei der Berührung spezifischer Körperregionen
  • Angst-Reaktionen auf spezielle Stimuli (z.B. Geräusche, Gerüche)
  • Schmerz

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3. Sexuelle Penetration?

Achten Sie auf den Genitalbereich und Anus. Gibt es in diesem Bereich medizinisch nicht erklärbare Traumata? Hierzu zählen chronische Vaginitis, Rektal-/Vaginalprolaps, Rektale Blutungen, Verletzungen im Proximalbereich des Schwanzes. 

4. Hunger/Durst?

Häusliche Gewalt kann auch bedeuten, dass der Besitzer seinem Tier den Zugang zu Wasser oder Futter verwehrt. Solche Tiere können demnach extrem hungrig oder durstig sein. 

Wie verhalte ich mich?

Eine solche Situation ist sehr herausfordernd: Im Gespräch mit den Besitzern ist Empathie gefragt. Vorwürfe und Anschuldigungen sind fehl am Platz. Der Fokus des Gesprächs sollte auf dem Tier liegen und wie mit diesem verfahren wird. Machen Sie klar, dass Sie detaillierte Informationen benötigen, um dem Tier zu helfen. Versuchen Sie, Barrieren abzubauen und auf Augenhöhe zu kommunizieren. 

Über die Autorin

Als Tierärztin horcht Lisa-Marie Petersen gern am Ort des Geschehens nach: Was beschäftigt die Tiermedizin derzeit? Interessante Themen verarbeitet die Fachjournalistin dann in redaktionellen Beiträgen für Print- und Onlinemedien.

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