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Jakobskreuzkraut kann bei Pferden zu Leberintoxikationen führen.
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Jakobskreuzkraut kann bei Pferden zu Leberintoxikationen führen.

Giftig für Pferde

Jakobskreuzkraut im Heu wird von Pferden mitgefressen

Achtung giftig! Schön wäre es, wenn Pferde die Giftpflanze aussortieren würden – aber das tun sie nicht zuverlässig.

Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) enthält Pyrrolizidin-Alkaloide, die beim Pferd schwere Leberintoxikationen hervorrufen können. Je nach Verzehrmenge pro Zeiteinheit können diese akut oder chronisch verlaufen; schon geringe Mengen der gelb blühenden Pflanze stellen eine Gefahr dar. Nicht selten wird jedoch geäußert, dass Pferde die Pflanze erkennen und nicht fressen, sodass keine Notwendigkeit für Vorsichtsmaßnahmen bestünde. Diese Behauptung wurde nun in einer Studie mit sechs Pferden auf den Prüfstand gestellt.

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Ahnungslose Testesser

Sechs Warmblut-Wallache (durchschnittlich 15 Jahre alt) wurden ad libitum mit Heu versorgt. Unter engmaschiger Beobachtung wurde den Tieren in definierten Zeitfenstern mehrmals täglich ein Heu angeboten, welches mit 5 oder 10 Prozent Jakobskreuzkraut kontaminiert war. Außerhalb dieser Zeitfenster stand jederzeit normales Heu zur Verfügung. Die Hypothese war, dass die Pferde das giftige Kraut aussortieren würden. Sobald ein Pferd in einem Zeitfenster mehr als einen Stängel Jakobskreuzkraut verspeiste, wurde das kontaminierte Heu für zwei Tage entfernt. Dann wurde das Experiment wieder aufgenommen. Kam es ein zweites Mal zum Verzehr von zwei Stängeln, wurde das Pferd aus der Studie ausgeschlossen.

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Pferde sind keine Botaniker

Zwei Pferde mussten bereits am dritten Tag aus der Studie genommen werden, da sie mehrfach Jakobskrautstängel mitfraßen. Zwei weitere Pferde wurden aus demselben Grund nach neun bzw. elf Tagen ausgeschlossen. Die restlichen beiden Pferde bestanden das zwölftägige Experiment ohne Fehlgriffe. Die Fähigkeit zum Selbstschutz vor der Giftpflanze ist also offensichtlich individuell verschieden und insgesamt nicht überzeugend. Nimmt man hinzu, dass selbst sehr kleine Mengen an Pyrrolizidin-Alkaloiden chronische Leberschäden verursachen und der Toxingehalt in getrockneten Pflanzenteilen dem der Frischpflanze nahekommt, ist die Konsequenz aus dieser Studie eindeutig: Wiesen, auf denen Jakobskreuzkraut wächst, sind als Futterquelle ungeeignet. (Christiane Fetzer)

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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