Foto: Ronald Schmäschke

Parasitensteckbrief

Katzenflöhe – erkennen und behandeln

Die häufigste Flohart bei Katzen und Hunden in Mitteluropa ist der Katzenfloh. Aber wie lange leben Katzenflöhe und wie sehen die Symptome aus?

Inhaltsverzeichnis

Von Dr. med. vet. Ronald Schmäschke

Morphologie

Der bräunliche Katzenfloh (Ctenocephalides felis) ist ein ca. 2 mm (Männchen) bis 3 mm (Weibchen) langes, flügelloses Insekt mit dreigegliedertem Körper, der im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten seitlich abgeflacht ist. Das letzte Beinpaar ist deutlich länger und kräftiger (Sprungbeine). Am Kopf befinden sich der nach unten gerichtete Stechapparat, einfache Augen und die Fühler, die in Fühlergruben verborgen sind.

Auffallend sind die stark chitinisierten Stachelkämme (Ctenidien) am Kopf. Diese Kämme sind namensgebend für die Gattung Ctenocephalides (= mit Kämmen versehener Kopf) und sind wichtig bei der Bestimmung der Floharten (siehe Abb. 1 in der Bildergalerie). So besitzen Katzen- und Hundefloh einen Wangen- und Nackenkamm. Beim Hundefloh ist der erste Zahn im Wangenkamm etwa nur halb so lang wie der zweite, beim Katzenfloh sind der erste und zweite Zahn etwa gleich lang (siehe roter Pfeil in Abb. 2 in der Bildergalerie).

Wirte

Der Katzenfloh besitzt ein breites Wirtsspektrum und ist auf über 50 Wirtstierarten und dem Menschen nachgewiesen. Er ist in Mitteleuropa die häufigste Flohart auf Katze und Hund.

Lebenszyklus

Die auf dem Wirt lebenden erwachsenen Katzenflöhe legen Eier, die aus dem Fell fallen. In der Umgebung entwickeln sich dann drei Larvenstadien. Das letzte Larvenstadium verpuppt sich (Kokon), daraus schlüpft dann wieder der adulte Floh. Dieser kann in der gut getarnten Puppenhülle, in der er gut vor ungünstigen Umweltbedingungen geschützt ist, mehrere Monate ausharren und auf einen Wirt warten, um diesen wieder zu befallen.

Unter günstigen Bedingungen dauert der Entwicklungszyklus etwa 3–4 Wochen. Die erwachsenen Flöhe sind Blutsauger, die Larvenstadien besitzen beißend-kauende Mundwerkzeuge und leben von organischem Material in der Umgebung, besonders vom blutreichen Flohkot.

Nachweis

Nachweis der Flöhe am Tier bzw. in dem mit einem Flohkamm ausgekämmten Material. In diesem kann auch der blutreiche Flohkot auf feuchtem Fließpapier nachgewiesen werden, auf dem das Blut rote Schlieren bildet.

Klinisches Bild

Flohstiche führen zu Hautrötungen und Papeln. Der Juckreiz verursacht Unruhe und durch Kratzen und Scheuern können Sekundärinfektionen auftreten oder eine Flohstichallergie entstehen. Ein Flohbefall kann zu einer Flohplage in der Wohnung führen, von der dann auch der Mensch betroffen ist.

Prophylaxe/Behandlung

Bekämpfung der adulten Flöhe am Wirtstier mit Insektiziden oder Insekten-Entwicklungshemmern (Spray, Puder, Shampoo, Spot-On, Flohhalsbänder). Wichtig ist die Umgebungsbehandlung (Wohnung, Liegeplätze, Teppich, Polstermöbel) gegen die Flohlarven.

Schon gewusst?

  • Die Stachelkämme am Kopf bestehen jederseits aus 7–9 Zähnen: dem Wangenkamm (Genalctenidium) und dem Nackenkamm (Pronotalctenidium).
  • Zur Wirtsfindung besitzen Flöhe ein besonders auf Erschütterungsreize reagierendes Sinnesorgan, das wie ein Nadelkissen aussieht.
  • Weibliche Flöhe können täglich bis zu 14 µl Blut saugen.
  • Der Hundefloh besitzt am Hinterrand der Tibia (Schienenbein) 7–8 Einkerbungen, der Katzenfloh dagegen nur 5–6 (siehe Abb. 3 in der Bildergalerie).
  • Flöhe sind Zwischenwirte für den Kürbiskernförmigen Bandwurm (Dipylidium caninum).

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