Im weiteren Training sollte die Tür immer offenstehen, damit die Katze jederzeit wieder aussteigen kann.
Foto: Angelika Drensler

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Katzenkorbtraining: So lernt die Katze

Ist die Katze darauf konditioniert, im Katzenkorb etwas Leckeres zu finden, verliert dieser schnell seinen Schrecken. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie das klappt.

Inhaltsverzeichnis

Von Dr. med. vet. Angelika Drensler

Irgendwann kommt der Tag, an dem die Katze im Katzenkorb zum Tierarzt transportiert werden muss. Je früher mit dem Katzenkorbtraining begonnen wird, desto schneller stellt sich ein Trainingserfolg ein. Doch auch eine erwachsene Katze kann noch lernen, den Korb nicht als Folterwerkzeug zu empfinden. Wenn die Katze darauf konditioniert ist, im Katzenkorb etwas Feines zu finden, verliert dieser schnell seinen Schrecken und die Vorbereitung des Tierarztbesuchs wird viel einfacher. Dies ist eine von vielen Trainingsmethoden. Auch Clicker- oder Targettraining führen zum Erfolg.

Schritt 1: Den Korb in den Alltag integrieren

Der Transportkorb sollte immer im Lebensbereich der Katze stehen und nicht erst kurz vor dem Tierarztbesuch vom Dachboden geholt werden. So stellt man sicher, dass er nicht fremd riecht. Zu Beginn des Trainings (zunächst mit dem Korb ohne Tür) nutzt man die Neugierde der Katze aus.

Schritt 2: Neugier wecken

Im Korb befindet sich eine kuschelige Decke. Die Katze darf jetzt zuschauen, während einige Leckerchen, zum Beispiel einige Trockenfutterstückchen, im Korb versteckt werden.

Schritt 3: Die Katze lernt: Katzenkorb = Leckerli

Die Katze steigt ein und holt sich die Naschereien, dreht um und steigt wieder aus. Dieses Spiel wird viele Tage hintereinander wiederholt. Übrigens kann man das Katzenkorbtraining erleichtern, indem man den Korb regelmäßig mit einem Spritzer Feliway® Classic Spray (Ceva) präpariert.

Schritt 4: Die Katze freundet sich mit dem Korb an

Die Katze wird nach einiger Zeit auch ohne Zutun der Besitzer zwischendurch den Korb inspizieren. Da er mit einer kuscheligen Decke ausgestattet ist und nun schon heimelig riecht, wird sie auch mal darin liegen bleiben, ruhen oder schlafen.

Schritt 5: Wiederholung des Trainings mit Tür

In der nächsten Stufe wird die Tür montiert und offengelassen. Jetzt wird das Training mit den Leckerlies wiederholt, bis die Tür der Katze keine Angst mehr einjagt.

Schritt 6: Die Katze entscheidet, wann sie aussteigt

Im weiteren Training sollte die Tür immer offenstehen, damit die Katze jederzeit wieder aussteigen kann.

Schritt 7: Die Katze entscheidet, wann sie wieder einsteigt

Wenn die Katze Lust hat, steigt sie zwischendurch freiwillig wieder in den Korb. Was man unbedingt vermeiden sollte, ist das Forcieren der Bewegung durch Druck. Jede Aktion der Katze sollte freiwillig und in ihrem eigenen Tempo passieren, wenn man den Trainingserfolg nicht gefährden will!

Schritt 8: Schließen und Öffnen der Tür

Erst, wenn die Katze den Katzenkorb als einen ihrer sicheren Plätze akzeptiert hat, kann man die Tür schließen und wieder öffnen. Auch dieses sollte man häufig üben, bevor man beginnt, den Korb anzuheben und horizontal zu bewegen.

Über die Autorin

Dr. med. vet. Angelika Drensler ist Fachtierärztin für Kleintiere mit eigener Kleintierpraxis in Elmshorn; eine der ersten Praxen Deutschlands, die von der ISFM (International Society of Feline Medicine) als "Cat friendly Clinic" zertifiziert wurden. Angelika Drensler ist Gründungsmitglied der Deutschen Gruppe Katzenmedizin“ und Leiterin der Arbeitsgruppe Katzenmedizin der DGK-DVG.

Mehr zum Umgang mit Katzen lesen Sie in dem Buch der Autorin.

Alles rund um Praxisalltag, Ausbildung und Beruf unser Newsletter TFA-Wissen

Abonnieren und erhalten Sie kostenlos alle News für Tiermedizinische Fachangestellte.