Tierärztin untersucht Katze mit Hilfe von Helferin
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Handling

Keine Angst, Kleiner! Hunde und Katzen richtig fixieren

Je entspannter ein Tier in der Behandlung ist, desto kooperativer wird es sich auch verhalten. TFAs können hier einen wichtigen Beitrag leisten – doch es gibt ein paar Do´s und Dont´s zu beachten.

Fixationsmaßnahmen sind manchmal unumgänglich: Ob Blick ins Mäulchen oder Spritze- ihr sorgt dafür, dass beim Untersucher alle Finger heile bleiben. Dabei gilt der Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Zwang kann Tiere verängstigen. Hierbei haben sich einige Vorgehensweisen bewährt, während andere eher kontraproduktiv und belastend sind.

Do´s - macht das:

  • Nutzt Futter und gut zu reinigende Futterspielzeuge als Türenöffner.
  • Lass das Tier in seiner gewählten Körperposition und hindere es sanft daran, sich zu verkrümeln.
  • Zwinge dem Tier nicht eine bestimmte Methode auf, die schon mehrfach nicht zum Erfolg geführt hat. Nach zwei bis drei Abwehrversuchen sollte kurz unterbrochen und eine andere Methode gewählt werden.
  • Sprecht mit eurem Chef ab, wann der Einsatz von Beruhigungsmitteln Sinn macht.
  • Für die Kopfkontrolle eignen sich Handtücher und Decken (vor allem bei Katzen und Brachycephalen). Die Ausblendung visueller Reize kann ängstliche Tiere häufig beruhigen. Maulkorbscheuen Hunden kann ein gerolltes Handtuch um Hals und Brust gelegt und die Fixation so schonender gestaltet werden.
  • Bittet den Patientenbesitzer, den Hund zu Hause an einen Maulkorb zu gewöhnen (Maulkorbtraining).
  • Achtet darauf, dass die Tiere hecheln können. Für längere Eingriffe eignen sich ausschließlich Maulkörbe, die eine Luftzirkulation nicht dauerhaft behindern.
  • Maulkörbe können mit Futter präpariert werden und sollten von der Seite angelegt werden.
  • Nutzt Futtertuben, um den Hund von der Behandlung abzulenken.
  • Der aus Amerika stammende "Air Muzzle" eignet sich für brachyzephale Hunde und Katzen. Seine besondere Form umschließt den gesamten Kopf und hat eine kreisrunde Öffnung über dem Gesichtsfeld.
  • Beobachtet den Tierbesitzer: Ist er entspannt, lassen sie ihn das Tier bei der Blutabnahme ruhig streicheln. Ist er selbst sehr nervös und ängstlich, haltet ihn besser vom Tier fern, da sich der Stress sonst leicht auf seinen Vierbeiner überträgt.

Dont´s - vorsicht! Lasst das lieber:

  • Ganzkörperfixierungen führen in der Regel zu Stress und Abwehr.
  • Der Nackengriff wird von Katzen schlecht toleriert. Auch Nackenklammern sind nur bedingt zu empfehlen.
  • Lederhandschuhe limitieren die Handhabung des Patienten und eignen sich damit vor allem zum Festhalten oder Herausholen von Tieren.
  • Zwangskäfige und Netze sollten nur bei sehr aggressiven und verwilderten Tieren genutzt werden und vor der Nutzung mit einem Handtuch abgedeckt sein, um visuelle Reize auszublenden.

Hier findet Ihr eine Anleitung zum Transportboxentraining für Katzen. (lp)

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