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Kupieren der Rute bei Jagdhunden: Sinnvolle Prävention von Verletzungen oder Amputation ohne vernünftigen Grund?
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Kupieren der Rute bei Jagdhunden: Sinnvolle Prävention von Verletzungen oder Amputation ohne vernünftigen Grund?

Tierschutz

Kupieren bei Jagdhunden: Bitte mit Schwanz!

Derzeit gestattet das Tierschutzgesetz bei jagdlich geführten Hunden das Kupieren der Rute. Diese Ausnahmeregelung soll abgeschafft werden.

Das Tierschutzgesetz gestattet das Kupieren nur, wenn es medizinisch notwendig ist. Eine Ausnahme gilt allerdings für Jagdhunde – zu unrecht, wie die  Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) findet. Im Herbst 2023 hat sich der Verein in einem Schreiben an das BMEL gewandt. Er wendet sich gegen Stimmen, die an der Ausnahmeregelung festhalten möchten.

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Mitte November hat nun auch die Bundesregierung Stellung bezogen: In einer Antwort auf eine kleine Anfrage einiger AFD-Abgeordneter heißt es klar: „Die Bundesregierung empfiehlt nicht das Kupieren der Rute bei Jagdhunden.“ Es ist also gut denkbar, dass im Zuge der Novellierung des Tierschutzgesetzes die Ausnahmemöglichkeit für das Kupieren von Ruten bei jagdlich geführten Hunden in § 6 TierSchG gestrichen wird.

Darum ist das Kupieren tierschutzwidrig

Folgende Punkte sprechen aus Sicht der TVT gegen das präventive Kupieren:

  • Die Rute ist beim Hund wichtig für das Ausdrucksverhalten sowie Steuerung und Balance in der Bewegung.
  • Ein betäubungsloses Kupieren der Rute in den ersten fünf Lebenstagen ist hochgradig schmerzhaft; das Schmerzempfinden ist bei Welpen nachgewiesenermaßen nicht geringer als bei adulten Hunden.
  • Langfristige Gesundheitsprobleme durch das Kupieren sind möglich, zum Beispiel chronische Rückenschmerzen, Lähmungen oder lebenslange Schmerzen an der Rute.
  • In der Praxis wird zumeist der ganze Wurf kupiert, obwohl ggf. nicht alle Tiere für die Jagd geeignet sind.

Kein vernünftiger Grund für präventive Amputation

Die prophylaktische Amputation soll Schwanzverletzungen vorbeugen. Belastbare Daten zur Häufigkeit solcher Verletzungen gibt es jedoch nicht, laut TVT sind sie vermutlich eher selten.

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Am ehesten sollen bei kurzhaarigen Stöberhunden Verletzungen an der Rutenspitze auftreten. Solchen Läsionen könnte jedoch auch durch weniger invasive Maßnahmen vorgebeugt werden, zum Beispiel durch Rutenschoner. Die TVT empfiehlt den bevorzugten Einsatz langhaariger Rassen für die Jagd und die Zucht von Jagdhunden mit längerer Behaarung und robuster Rute. (Viola Melchers)

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