Foto: MEV-Verlag, Germany

Aus der Forschung

Meerschweinweibchen flüchten zyklusabhängig

Hormone wirken sich auf das Sozialverhalten von Meerschweinchen aus. Während der Brunst meiden die Tiere vermehrt Konfrontationen.

Von Lisa-Marie Petersen

Meerschweinchen sind soziale Tiere, die als Paare oder in Gruppen zusammenleben. Unter den Tieren herrscht eine Rangordnung, die durch Konfrontationen zwischen Artgenossen ausgefochten wird.

Erfolgreich und besser integriert sind laut Forschern der Vetmeduni Vienna vor allem Tiere, die ein Gespür dafür haben, wann sie sich behaupten und wann zurückziehen sollen.

Stress in der heißen Phase

Eine Schlüsselrolle in diesem Geschehen spielen Stresshormone, da sie im Körper Energie für Flucht oder Kampf mobilisieren. In Verhaltensversuchen mit Meerschweindamen zu unterschiedlichen Zykluszeitpunkten beobachtete das Wissenschaftlerteam, dass Aggressionen unabhängig vom Sexualzyklus auftreten. In der sogenannten heißen Phase ergriffen die Tiere angesichts der Kontrahentin jedoch häufiger die Flucht.

Ein friedliches „Zusammensitzen“ konnte hingegen nur während der Nicht-Brunst beobachtet werden.

Interessant ist, dass nicht-empfängnisbereite Tiere trotz hoher Kortisollevel Körperkontakt suchten. Das könnte den Tieren als Stresspuffer dienen, so Studienleitung Glenk.

Über die Autorin

Als Tierärztin horcht Lisa-Marie Petersen gern am Ort des Geschehens nach: Was beschäftigt die Tiermedizin derzeit? Interessante Themen verarbeitet die Fachjournalistin dann in redaktionellen Beiträgen für Print- und Onlinemedien.

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