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Nachsorgetermine werden von den Tierhaltern nicht immer wahrgenommen.
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Nachsorgetermine werden von den Tierhaltern nicht immer wahrgenommen.

Tierbesitzer

Nachlässigkeit in der OP-Nachsorge bei Hund und Katze

Nach einer orthopädischen Operation empfiehlt der behandelnde Tierarzt meistens eine Nachbehandlung zur Kontrolle des Heilungsverlaufs. Aber wie gut werden die entsprechenden Konsultationstermine eingehalten?

Um den Heilungsverlauf beurteilen und allfällige Komplikationen frühzeitig erkennen zu können, empfiehlt der Tierarzt nach orthopädischen Operationen stets die Vorstellung bei mindestens einem Nachsorgetermin. Aus der Humanmedizin ist bekannt, dass der Verzicht auf diese Kontrolltermine im Anschluss an eine orthopädische Operation mit einem schlechteren abschließenden Therapieergebnis korreliert ist. Obwohl aus der Tiermedizin vergleichbare Studien bislang fehlen, erscheint die Wichtigkeit der Nachsorge offensichtlich. Angesichts dieser Situation setzten sich Tierärzte der Universität von Florida zum Ziel, zu ermitteln wie zuverlässig Nachbehandlungstermine von Tierbesitzern wahrgenommen werden und welche Faktoren einen Einfluss darauf haben könnten.

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Eindeutige Risikofaktoren identifizierbar

Um diese Fragen beantworten zu können, analysierten sie die Krankenakten von fast 500 Hunden und Katzen, bei welchen eine orthopädische Operation vorgenommen wurde. Dabei entnahmen sie den Aufzeichnungen, ob die Patienten zu den empfohlenen postoperativen Kontrollterminen vorgestellt wurden oder nicht. Die so gesammelten Daten zeigen, dass in nur rund 66 Prozent aller Fälle die empfohlenen Konsultationstermine wahrgenommen wurden. Dies bedeutet, dass in über 30 Prozent der Fälle jegliche Information über die Entwicklung des Heilungsverlaufs fehlte. Bei elektiven Eingriffen war dies seltener der Fall als nach Notfalloperationen. Zudem nahmen Hundebesitzer die Kontrolltermine mehr als doppelt so häufig wahr als dies Katzenbesitzer taten.

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Kommunikation als Schlüssel zur vollständigen Nachsorge

Geht man davon aus, dass eine Kontrolle des Heilungsverlaufs sowohl im Interesse des operierenden Tierarztes als auch des Tieres und dessen Besitzers ist, so erscheinen die vorliegenden Zahlen ernüchternd. Als mögliche Ursachen sehen die Forscher eine nicht ausreichend überzeugende Kommunikation zwischen Tierarzt und Tierbesitzer. Dies würde bedeuten, dass ein besonderes Augenmerk auf das Entlassungsgespräch nach einer Operation gelegt werden sollte, um dabei dem Tierbesitzer die Bedeutung einer gewissenhaften Nachsorge verständlich zu machen. (Christian Schiffmann)

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