Image
Das Temperament der Vierbeiner hat weniger mit ihrer Rasse zu tun.
Foto: Даша Швецова - stock.adobe.com
Das Temperament der Vierbeiner hat weniger mit ihrer Rasse zu tun.

Verhalten

Nicht die Hunderasse bestimmt den Charakter

Dickköpfiger Dackel, fröhlicher Papillon? So einfach ist es wohl nicht: Nur etwa neun Prozent der Persönlichkeits-Unterschiede zwischen verschiedenen Hunden hängen von der Rasse ab.

Bei der Wahl der passenden Hunderasse wird viel Augenmerk auf den vermeintlich typischen Charakter gelegt. Doch eine aktuelle Studie lässt vermuten, dass die Rasse weniger Einfluss auf Persönlichkeit und Verhalten hat als bisher angenommen.

Amerikanische Wissenschaftler haben die riesige Datenbank des Citizen-science-Projektes Darwin’s Ark genutzt, um der Vererbung von Verhaltensweisen auf den Grund zu gehen. Die Besitzer von über 18.000 Hunden – etwa zur Hälfte Rassehunde, zur Hälfte Mischlinge – wurden zu deren Aussehen und Verhaltensweisen befragt, die DNA von über 2.000 Hunden wurde analysiert.

Hundeerziehung mit positiver Verstärkung, Geduld und Liebe

Welpen kommen mit allen Fähigkeiten, die sie zu einem glücklichen, hundegerechten Leben brauchen, auf die Welt. Wir geben Ihnen Tipps für den Umgang mit Hunden.
Artikel lesen

Der umfangreiche Fragenkatalog gab Auskunft über acht Verhaltens-Gebiete wie die Sozialisierung mit Menschen oder Hunden, Trainierbarkeit oder Erregbarkeit. Das  Ergebnis: Verhaltensweisen werden durchaus vererbt, aber es ist kompliziert: Sowohl Umwelt als auch Genetik haben Einfluss, bei den meisten Charakterzügen vermutlich etwa im Verhältnis drei Viertel zu ein Viertel. Die Vererbung ist komplex und an mehrere Genloci gebunden. 

Neun Prozent der Variabilität hängen von der Hunderasse ab

Was angesichts der großen Rolle, die dem rassetypischen Verhalten bisher zugeschrieben wurde, erstaunt: Nur wenige Charakterzüge, nämlich die Beschäftigung mit Spielzeug und die Trainierbarkeit, zeigten in der Studie einen signifikanten Zusammenhang mit der Rasse. Insgesamt sind nur neun Prozent der Variabilität rasseabhängig. Angesichts der Diskussion um „Kampfhunde“ bedeutsam: Auch die Aggressionsschwelle erwies sich nicht als rasseabhängig.

Durchfall: Wenn das Chaos regiert

Der Verdauungsvorgang ist komplex und störungsanfällig. Dementsprechend sind die Ursachen für Diarrhoe beim Hund vielfältig und müssen nicht zwangsweise im Magen-Darm-Trakt lokalisiert sein.
Artikel lesen

Laut den Forschern ist es durchaus möglich, dass Untersuchungen an einer noch größeren Zahl von Hunden weitere Zusammenhänge zutage bringen würden. Aber die Daten zeigen klar, dass die Unterschiede zwischen einzelnen Hundepersönlichkeiten bedeutsamer sind als der Einfluss der Rasse. Schließlich ist die Geschichte der gezielten Zucht moderner Hunderassen mit etwa 160 Jahren recht kurz – ein Lidschlag im Vergleich zu der Zeit, die seit der Domestikation des Hundes vor etwa 10.000–20.000 Jahren vergangen ist. (VM)

Sie möchten keine Tipps und Neuigkeiten mehr verpassen? Dann abonnieren Sie hier den kostenlosen Newsletter von tfa-wissen.de.

Alles rund um Praxisalltag, Ausbildung und Beruf unser Newsletter TFA-Wissen

Abonnieren und erhalten Sie kostenlos alle News für Tiermedizinische Fachangestellte.