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Kleintierernährung

Salmonellose nach Rohfütterung

Viele Tiere werden inzwischen gebarft. Geht von kommerziell erhältlichen Rohfleischrationen ein hohes bakterielles Infektionsrisiko aus?

Von Lisa-Marie Petersen

Immer mehr Tierbesitzer füttern ihre Hunde und Katzen mit Rohfleischrationen. Da die enthaltenen Zutaten nicht durchgegart werden, können sie bakteriell kontaminiert und damit gesundheitlich problematisch sein. Salmonellen sind häufige Erreger in Lebensmitteln, wobei nur wenige Berichte über Salmonellosen bei der Katze existieren. Wenn es bei Feliden zu einer Infektion mit den stäbchenförmigen Bakterien kommt, liegt das häufig an einer Immunsuppression des Patienten. Klinisch äußert sich diese dann meist gastrointestinal, wobei in der Literatur auch Beschreibungen zu Aborten, Meningoenzephalitiden oder Konjunktivitiden existieren.

Bakterien im Verdacht

In einer Studie wurden die Fälle zweier Katzen eines Haushalts beschrieben, die mit einer gekauften Rohration gefüttert wurden und sich mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Salmonellen infiziert hatten. Beide Katzen wurden aufgrund lethargischen Verhaltens und gastrointestinaler Symptome vorgestellt (Anorexie, Erbrechen, Diarrhoe). Das Männchen hatte diese bereits zehn Tage vor der Vorstellung in der Klinik gezeigt und 1,2 kg Körpergewicht verloren, das Weibchen erkrankte eine Woche nach Vorstellung des Männchens, wobei die klinische Symptomatik bei diesem Tier milder ausgeprägt war.

Beide Katzen waren dehydriert, beim Kater fielen zudem gluckernde Bauchgeräusche auf. Der Kot des Katers war mukös-blutig, Flotationsprobe und SNAP-Test auf Giardien fielen allerdings negativ aus.

In der weiteren Untersuchung zeigten sich Erhöhungen der Neutrophilen und Leukozyten sowie erhöhte Leberenzymwerte. Die Tierärzte diagnostizierten beim Kater eine allgemeine Enteritis und Hepatopathie mit möglicher intestinaler Besiedelung. Aufgrund der ähnlichen Symptomatik sowie analoger Fütterungsanamnese wurde der Kot der Katze per real-time PCR untersucht. Dabei konnten Salmonella sp. sowie Clostridium perfringens nachgewiesen werden. Auf Anraten der Tierärzte ließen die Katzenbesitzer auch Futterproben bakteriologisch untersuchen, wobei in der Putenfleisch-Rohration Salmonellen-DNA nachgewiesen werden konnte.

Rohfütterung als möglichen Krankheitsauslöser berücksichtigen

Bei dem erkrankten Kater wurde inzwischen eine Inflammatory Bowel Disease diagnostiziert. Die Katze hat sich erholt und ist gesund. Die Autoren der Studie schlussfolgern, dass Tierärzte die Rohfütterung als möglichen Krankheitsauslöser berücksichtigen sollten. 

Über die Autorin

Als Tierärztin horcht Lisa-Marie Petersen gern am Ort des Geschehens nach: Was beschäftigt die Tiermedizin derzeit? Interessante Themen verarbeitet die Fachjournalistin dann in redaktionellen Beiträgen für Print- und Onlinemedien.

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