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Obwohl Pferde auch im Stehen ruhen können, ist der Schlaf im Liegen wichtig.

Schlafverhalten

Schläft mein Pferd schlecht?

Pferde brauchen zwar wenig Schlaf, aber regelmäßige Liegezeiten. Kleine Verletzungen an Beinen und Kopf können Hinweise für Schlafmangel sein.

Als Fluchttiere haben Pferde immer eine gewisse Wachsamkeit. Trotzdem brauche die Tiere natürlich Regeneration und Tiefschlaf um ihre Leistung abrufen zu können. 

Grundsätzlich können Pferde im Stehen und liegen schlafen, wobei der sogenannte REM-Schlaf nur im Liegen erreicht wird. REM steht für „Rapid Eye Movement“, was übersetzt so viel wie schnelle Augenbewegung bedeutet, da sich die Augen in dieser Schlafphase tatsächlich schnell bewegen und auch erhöhte Hirnaktivitäten verzeichnet werden können. Obwohl Gehirn und Augen besonders aktiv sind, ist diese Phase besonders wichtig für die Regeneration der Tiere.

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Wie lange schlafen Pferde so?

Das Schlafbedürfnis von Pferden ist sehr viel geringer als das von uns Menschen. Sie brauchen tatsächlich nur 3,5 Stunden Schlaf pro Tag, jedoch sollte es ihnen nicht an der besagten REM-Schlafphase mangeln. Für Pferdehalter ist es wichtig zu beobachten, ob sich ihre Tiere auch wirklich mal hinlegen und ruhen. Hierbei kann es haltungsbedingte Probleme geben: Gerade im Offenstall finden rangniedrige Tiere häufig nicht zur Ruhe, wenn die Liegeflächen nicht ausreichen. Ebenso gibt es Leittiere, die so wachsam auf die Herde aufpassen, dass sie sich kaum hinlegen.

Was sind die Folgen von Schlafmangel beim Pferd?

Pferde, die nicht ausreichend schlafen, geraten manchmal ins Straucheln, was sich an Verletzungen der Fesselköpfe, des Kopfes und der Hüfte zeigen kann. Leistungseinbußen sind ebenfalls möglich, aber nicht immer vorhanden. Das liegt ebenfalls am Fluchtreflex, Fluchttiere verstecken häufig erfolgreich ihre Symptome. In seltenen Fällen brechen die Pferde ganz plötzlich zusammen, dann muss an eine Gehirnerkrankung gedacht werden. Diese sogenannte Narkolepsie kommt aber viel weniger häufiger vor als der REM-Schlafmangel. Dieser hat  nichts mit einer Gehirnerkrankung zu tun.

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Worauf kann ich achten?

Pferdebesitzer können darauf achten, ob ihr Pferd am Morgen mit Stroh oder Späne bedeckt ist. Ebenso können Verhaltensänderungen (vermehrte Müdigkeit, aber auch Aufregung) ein Hinweisgeber für schlechten Schlaf sein. Wenn kleine Verletzungen unbekannter Ursache vorliegen, kann dies ebenfalls auf einen REM-Schlafmangel hindeuten.

Hier sehen Sie ein Video von einem Pferd mit REM-Schlafmangel. Den Podcast zum Thema Schlaf bei Pferden der Tierklinik Lüsche können Sie hier hören. Die Klinik betreibt übrigens auch ein Schlaflabor, das das Schlafverhalten von Pferden professionell analysiert. (LP)

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