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Müde Katze leckt sich die Pfote

Schmerzentstehung

Schmerz ist Kopfsache

Die Frage, ob Tiere an Schmerzen leiden wie Menschen es tun, wird seit Jahrhunderten diskutiert.

Schmerz ist eine höchst subjektive Erfahrung, eine unangenehme Empfindung, die sich auch beim Menschen nicht ohne weiteres quantifizieren lässt. In die Gefühlswelt von Hund, Katze oder Meerschwein schlüpfen können wir nicht. Weder Vogel noch Kaninchen kann uns verbal von seinen Schmerzen berichten.

Schmerzempfinden

Doch heute weiß man, dass die Schmerzwahrnehmung, die sogenannte Nozizeption, bei Mensch und Tier grundsätzlich gleich abläuft. Berührt die Katzenpfote eine heiße Herdplatte oder schneidet sich der Hund an einer Glasscherbe, entsteht ein Schmerzreiz. Dieser Reiz wird von speziellen Rezeptoren aufgenommen und von aufsteigenden Nervenfasern in das zentrale Nervensystem weitergeleitet. Im Rückenmark wird der Reiz verarbeitet und gelangt schließlich ins Großhirn, das für die bewusste Wahrnehmung verantwortlich ist: Aua, es tut weh!

Diskutiert wurde lange Zeit, ob Tiere den Schmerz tatsächlich als ebenso unangenehm empfinden wie Menschen. Wer Tiere hält, mit ihnen lebt oder arbeitet, wird dies jedoch nicht bezweifeln. Tiere mit Schmerzen verhalten sich nicht unbedingt wie leidende Menschen, doch das tierartspezifische Verhalten kann deutlich zeigen, dass sie sich unwohl fühlen. So wird der Hund, der sich an einer Glasscherbe geschnitten hat, vielleicht winseln und die Pfote lecken. Erst wenn die Wunde versorgt ist und der Schmerz nachlässt, rennt und spielt er wie vorher.

Auch wenn es im täglichen Leben nicht möglich ist, exakt zu bestimmen, wie ein Tier Schmerzen erfährt, so wissen wir doch, dass Tiere Schmerzen haben. Und diese Schmerzen sollten behandelt werden.

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ITIS ist ein Fachgremium, besetzt mit führenden Spezialistinnen für veterinärmedizinische Schmerztherapie. Die Experten rund um die Professorinnen Dr. Michaele Alef, Dr. Sabine Kästner, Dr. Heidrun Potschka, Dr. Sabine Tacke sowie Dr. Julia Tünsmeyer setzen sich für ein optimales Schmerzmanagement bei Haus- und Nutztieren ein. Auf der Homepage der Initiative, www.i-tis.de, finden Tierärzte aktuelle Fachinformationen rund um die Schmerztherapie.

Die Arbeit der Initiative tiermedizinische Schmerztherapie wird von Sponsoren aus der veterinärmedizinischen Pharma- und Futtermittelindustrie engagiert begleitet und ermöglicht. Im Jahr 2018 wird ITIS unterstützt von Boehringer Ingelheim, CP-Pharma, Elanco Animal Health, Vétoquinol, Zoetis und der WDT.

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