Die Hagebutte: Von der Sammelfrucht der Heckenpflanze zum Heilmittel
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Phytotherapie

Schmerzen bei Tieren natürlich behandeln

Wie kann gezielte Phytotherapie dazu beitragen, Schmerzpatienten einen möglichst beschwerdefreien Alltag zu bieten?

Inhaltsverzeichnis

Von Dr. med. vet. Rüdiger Rudat

Schmerzpatienten sind das tägliche Brot in der Tierarztpraxis: Einerseits Tiere mit akuten Schmerzen, z. B. die Katze nach dem Fenstersturz oder die Hündin nach der Ovariohysterektomie, andererseits Patienten, die an lang anhaltenden Schmerzen leiden. Früher waren es primär geriatrische Patienten, die mit chronischen Schmerzen vorgestellt wurden, z. B. der betagte Schäferhund mit Hüftgelenksarthrose. Heute sind zunehmend auch junge Tiere betroffen, beispielsweise die Dogge mit Ellbogengelenksdysplasie oder der Rottweiler mit Osteochondrose. Das jüngere Patientenklientel ändert letztlich auch das therapeutische Vorgehen. Beim alten Schäferhund ging es darum, diesem einen beschwerdefreien Lebensabend zu bescheren. Heute sind langfristige Strategien gefragt, um betroffenen Tieren möglichst gut durchs Leben zu helfen.

Vom akuten zum chronischen Schmerz

Akuter Schmerz hat einen Warncharakter und schützt das Tier im Idealfall vor Schädigung oder vor weiterer Schädigung, wie sie z. B. durch fortgesetzte Bewegung eintreten kann. Er wird zu Recht als Schadensfrühwarnsystem des Körpers bezeichnet, da der Schmerz durchaus auftritt, bevor es zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung gekommen ist.

Die Therapie des akuten Schmerzes sollte primär die Ausschaltung der Ursache für den schmerzhaften Zustand umfassen und gleichzeitig Schmerzen mindern, um dem Tier Leiden zu ersparen und die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses zu verhindern. Starke Schmerzreize können bei unzureichender Behandlung Veränderungen im zentralen Nervensystem hinterlassen, die die Empfindlichkeit für Schmerzreize nachhaltig erhöhen. Die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses führt zur Chronifizierung der Beschwerden, auch wenn später die eigentliche Ursache des Schmerzes nicht mehr vorhanden ist. Eine Narkose verhindert nicht die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses. Wichtig ist, intraoperativ auf eine ausreichend wirksame Analgesie zu achten, z. B. durch Lokal- oder Spinalanästhesie, sofern der operative Eingriff dieses zulässt.

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Bei Patienten mit chronischen Schmerzen hat der Schmerz seinen Warncharakter größtenteils verloren. Die Arthrose ist vorhanden und würde durch moderate Bewegung eher verbessert werden, die aber aufgrund der Schmerzhaftigkeit vom Tier vermieden wird. Schmerz ist eine unangenehme Körperempfindung und führt zu Verhaltensänderungen. Hunde können aggressiv auf Menschen oder Tiere reagieren, letztlich aus Angst, dass die nächste Berührung wieder Schmerzen bereitet. Katzen mit Schmerzen ziehen sich zurück und bewegen sich auffallend wenig, was von den Besitzern mitunter als altersbedingte Mobilitätseinschränkung und nicht als behandlungsbedürftige Schmerzreaktion interpretiert wird. Die diesbezügliche Aufklärung der Katzenbesitzer ist eine wichtige Aufgabe der Tierärzte und TFAs.

Nichtsteroidale Antiphlogistika (Nonsteroidal Antiinflammatory Drugs – NSAIDs) reduzieren entzündliche Prozesse und wirken auf diesem Weg schmerzstillend. Verantwortlich für die Wirkung ist die Hemmung der Entzündungskaskade an Stelle der Cyclooxygenase (siehe Grafik unten in der Bildergalerie). Wenn allerdings kaum Entzündungen vorhanden sind, wie es bei chronischen Schmerzen durchaus der Fall ist, dann wirken die NSAIDs nur unzureichend. Zu bedenken ist, dass die sogenannte Entzündungskaskade Teil des körpereigenen Regulationsmechanismus ist. Die kapillare Durchblutung, die Blutgerinnung, das Zusammenspiel der Immunzellen und die Funktionen der Gewebezellen werden hierrüber gesteuert. Über diese Mechanismen werden auch die Regenerationsprozesse ermöglicht bzw. aktiviert. Die NSAIDs blockieren nachweislich auch diese Funktionen.

Heilpflanzen zur Behandlung von Schmerzen

Heilpflanzen bzw. deren Hauptinhaltsstoffe hemmen ebenfalls nachweislich die Entzündungskaskade und wirken so antientzündlich, fiebersenkend und schmerzstillend. Die Wirkungen beruhen dabei auf einer Hemmung der Phospholipase A, der Cyclooxygenasen und/oder der Lipoxygenasen (siehe Grafik unten in der Bildergalerie).

Diese wissenschaftlich nachgewiesenen und durch die allgemeine Kenntnis der Wirkungsweise der NSAIDs nachvollziehbaren Effekte stellen immer nur einen Teil des Wirkungsspektrums der Heilpflanzen dar. Pflanzen oder deren Zubereitungen sind Vielstoffgemische, deren einzelne Komponenten zu einem Gesamteffekt führen. Anders als chemisch-synthetische Arzneimittel, die nach einem Schlüssel-Schloss-System wirken, zählen Pflanzenzubereitungen zu sogenannten „Multi-Target-Drugs“.

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Weidenrinde, Mädesüß

Schmerz gehört zu den ältesten Symptomen, für die Menschen Behandlungsoptionen gesucht und eingesetzt haben. Schon in der Antike wurden Weidenrinde, Pappelrinde oder Mädesüß als schmerzstillende Heilpflanzen erkannt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Weidenrinde und Mädesüß die Salicylsäure als wirksame Komponente identifiziert und isoliert. Um die Verträglichkeit zu verbessern, wurde die Substanz chemisch modifiziert zur Acetylsalicylsäure und nachfolgend bis heute als Aspirin® und entsprechende Generika vermarktet. In Heilpflanzen liegt die aktive Komponente in einer komplexen Verbindung als Prodrug vor. Diese Verbindung wird nach Aufnahme von den Darmbakterien aufgespalten und nach Resorption über die Darmschleimhaut in der Leber zur eigentlichen Wirksubstanz umgewandelt. Diese Umbauprozesse erfordern Zeit und eine ausreichende Darmgesundheit, weshalb bei der alleinigen Anwendung der Weidenrinde zur Schmerzstillung ein verzögerter Wirkungseintritt zu erwarten ist. Auf der anderen Seite entfällt die schleimhautreizende und Ulkus-fördernde Wirkung, wie sie für Acetylsalicylsäure und andere NSAIDs bekannt ist.

Weihrauch

Wesentlicher Inhaltsstoff des Weihrauchs sind die Boswelliasäuren. Deren isolierte Wirksamkeit wie auch die Wirksamkeit des Vielstoffgemisches Weihrauch ist in vielen Studien belegt. Weihrauch greift an mindestens zwei Stellen in die Entzündungskaskade ein. Zum einen wird die Lipoxygenase gehemmt und damit die Bildung von entzündungsfördernden Leukotrienen reduziert. Zum anderen wird der Abbau des körpereigenen Kortisons verlangsamt, was dazu führt, dass die antientzündliche Wirkung des körpereigenen Kortisons länger anhält. Weihrauch wirkt über diesen Weg leicht immunsuppressiv und kann damit auch insbesondere bei autoimmunen Prozessen wie der rheumatischen Arthritis mit Erfolg eingesetzt werden.

Teufelskralle

In den für die medizinische Anwendung verwendeten Speicherwurzeln der aus Südafrika stammenden Teufelskralle wurde neben vielen weiteren Substanzen das Harpagosid als möglicherweise wirkungsbestimmender Hauptinhaltsstoff erkannt. Die Teufelskralle wirkt vor allem über die Hemmung der Lipoxygenase antientzündlich. Sie hemmt knorpelzerstörende Enzyme (Kollagenasen) und

Matrix-Metalloproteasen, die bei Überaktivierung zu Gewebsauflösungen und -schädigungen beitragen.

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Neben dem Einsatzgebiet der schmerzhaften Gelenkserkrankungen zählt die Teufelskralle zu den Bitterstoffdrogen und wird entsprechend zur Behandlung gastrointestinaler Beschwerden und Funktionsstörungen der Leber empfohlen. Über die Anregung der Gallesekretion, der Förderung der Verdauung, der Aktivierung des Immunsystems und der antientzündlichen Wirkungen werden sowohl schmerzhafte Prozesse als auch die Organsysteme Leber und Magen-Darm-Trakt positiv beeinflusst und der Gesamtorganismus gestärkt.

Hanf (Cannabis)

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Der hohe Faseranteil wurde zu Kleidung verarbeitet. Schiffssegel, die komplette Takelage, Ankertaue und Fischernetze bestanden und bestehen aus Hanffasern. Das aus Hanf hergestellte Papier gilt als hochwertiges und nachhaltiges Produkt. Farben und Lacke wurden früher mit Hanf- oder Leinöl hergestellt, Leuchten mit Hanföl betrieben und Hanfpflanzen als schnell nachwachsende Biomasse zur Energiegewinnung herangezogen. Heute erfährt Hanf z. B. in der Baustoffbranche eine gewisse Renaissance als hochwertiger und nachhaltiger Dämmstoff.

Aus medizinischer Sicht ist die Hanfpflanze aus mehrerlei Gründen hochinteressant. Aus der Hanfpflanze wurden mittlerweile über 420 Inhaltsstoffe isoliert und z. T. isoliert betrachtet (Vielstoffgemisch). Über 100 sogenannte Terpene sind bekannt, die entzündungshemmend, antioxidativ, schmerzstillend und krampflösend wirken. Zu den Flavonoiden zählende Cannabis-typische Verbindungen haben in Untersuchungen eine z. T. 30-mal effektivere Entzündungshemmung gezeigt als die Vergleichssubstanz Acetylsalicylsäure. Zur Stoffgruppe der Cannabinoide zählt u. a. die psychisch aktive Substanz Tetrahydrocannabinol (THC), der Ausgangsstoff der illegalen Droge Marihuana ist und zum Verbot des Anbaus und der Nutzung von Hanfpflanzen geführt hat. Mittlerweile wurden Pflanzen gezüchtet, die die psychisch aktive Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) nicht mehr oder nur noch in Spuren bilden, sogenannter Nutzhanf.

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Zu den nicht oder kaum psychisch aktiven Cannabinoiden gehört das Cannabidiol, kurz CBD. Cannabinoide, von denen über 90 unterschiedliche Verbindungen bekannt sind, weisen in ihrer Gesamtheit ein sehr breites Wirkungsspektrum auf. Einige Wirkungen beruhen darauf, dass die Stoffe an körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren binden, die physiologisch von körpereigenen Cannabinoiden, den Endocannabinoiden, angesprochen werden. Über die Besetzung der Rezeptoren werden u. a. schmerzhemmende Schaltkreise im Rückenmark aktiviert oder an Nozirezeptoren, die in der Peripherie für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich sind, hemmende Wirkung erzielt.

Hagebutte

Der erfolgreiche therapeutische Einsatz der Hagebutte bei Osteoarthrose bzw. Osteoarthritis wurde in vielen klinischen Studien gezeigt. Beim Einsatz gegen die Hüftgelenksarthrose beim Menschen hielt die schmerzstillende Wirkung nach Beendigung der Medikation noch deutlich an. Dabei wirkt auch die Hagebutte im Sinne eines Multi-Target-Drugs an vielen verschiedenen Stellen des Organismus. Die Einzelwirkungen summieren sich dabei zum Gesamteffekt. Hervorzuheben sind drei Hauptwirkungen der Hagebutte:

  • der antientzündliche Effekt;
  • die antioxidativen Wirkungen, die wiederum die antientzündlichen Effekte bedingen oder verbessern;
  • die Wirkungen auf die Stoffwechselfunktionen. Im Humanbereich zählen Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte zu den Risikofaktoren von Gelenksleiden. Durch Beeinflussung des Fettstoffwechsels wird ein Anti-Übergewicht-Effekt postuliert, der synergistisch mit o. g. Wirkungen zur Verbesserung der Gelenksmobilität beiträgt.

Die Dauerpatienten

Patienten mit chronischen Schmerzen, z. B. infolge arthrotischer Veränderungen an einem oder mehreren Gelenken, sind typische Dauerpatienten in der Kleintierpraxis. Einige Tiere sprechen sehr gut auf herkömmliche Schmerzmittel an, andere weniger gut, und wieder andere vertragen diese Präparate nicht. Zunehmend fragen besorgte Tierbesitzer nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zur Schmerzbekämpfung. Schmerz hat bei diesen Patienten im Wesentlichen den Warncharakter verloren, schützt also nicht vor weiterer Schädigung, sondern führt zu verminderter Mobilität und Lebensqualität.

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Bei ganzheitlicher Betrachtung sind für chronisch-degenerative Prozesse folgende Faktoren verantwortlich, die mitunter einander bedingen:

  • Störung der Grundregulation
  • Seneszenz, auch Immunoseneszenz
  • chronisch stille Entzündungen, sogenannte Silent Inflammations

Unter Grundregulation versteht man die Vorgänge im Bindegewebe, dem Interstitium. Dies ist ein Raum, dem früher keiner besonderen Bedeutung zukam, und der sich auch der heutigen Diagnostik weitestgehend verschließt. Bei genauer Betrachtung sind es die Vorgänge im die Organe umhüllenden und durchspannenden Gewebe, also auf der Transportstrecke vom Kapillarbett zu den einzelnen Zellen. In diesem Gewebe finden sich neben den Blut- und Lymphgefäßen freie Zellen des Immunsystems, Bindegewebszellen und Nervenendigungen. Vergrößert sich die Transportstrecke durch Ödeme oder bindegewebige Zubildungen, verlangsamt dies den Stoffwechsel und Stofftransport. Überlasten mögliche Stoffwechselendprodukte oder auch Toxine die Kapazität der Entsorgung, kommt es zur Einlagerung dieser Stoffe genau in dieses Gewebe. Die Ablagerung von Toxinen, Schwermetallen, Nanopartikeln oder Xenobiotika führt zu chronischer Irritation des Immunsystems, stillen Entzündungen, Umbauprozessen im Gewebe und chemischen Veränderungen des Milieus. Diese Milieuänderungen aktivieren Nervenendigungen (Nozizeptoren) und bedingen damit Juckreiz, Schmerzen, Entzündungen oder Fehlfunktionen. Man spricht in diesem Zusammenhang gerne von „Verschlackung“ des Gewebes – auch wenn es sich nicht um Schlacken im eigentlichen Sinne handelt, die dort abgelagert werden – und bei den Gegenmaßnahmen respektive von „Entschlackungskuren“. Das Interstitium und die Faszien sind auch Ziel des heute populären Faszientrainings und allgemein physiotherapeutischer Maßnahmen.

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Unter Seneszenz versteht man den degenerativen Anteil des Alterns, das Altwerden im Sinne von Nachlassen der Körperfunktion, Verlangsamung von Heilungsprozessen u. a. m. Der vermehrt anfallende Zelldetritus im Alter muss vom Immunsystem entsorgt werden, das wiederum auch der Seneszenz (Immunseneszenz) unterliegt und seine Aufgaben deshalb unzureichend erfüllt. Diese Zusammenhänge können die Störung der Grundregulation noch verschlimmern und zu dauerhaft entzündlichen Prozessen führen, den sogenannten Silent Inflammations.

Stille Entzündungen bleiben meistens unerkannt, da gängige Laborwerte nicht oder nur kaum ansprechen und die Kardinalsymptome einer klassischen Entzündung, wie Röte, Schwellung, Wärme, Schmerzen und eingeschränkte Funktion, fehlen. Unerkannt arbeitet das Immunsystem dagegen an und steht für andere wichtige Abwehraufgaben nicht zur Verfügung. Die kräftezehrenden Prozesse führen letztlich zu chronisch kranken, müden, leistungsschwachen und erschöpften Patienten. Die eigentlichen Ursachen der unspezifischen Krankheitsanzeichen bleiben im Verborgenen.

Verschlackung, Seneszenz und mögliche stille Entzündungen können Schmerzen verursachen oder vorhandene Schmerzen triggern. Deshalb ist insbesondere bei chronischen Schmerzzuständen neben dem Einsatz oben beschriebener Heilpflanzen, die primär die Entzündungen und Schmerzen reduzieren, die Förderung der Ausscheidung und Entgiftung eminent wichtig. Die sogenannte Ausleitungstherapie ist eine der Domänen der Phytotherapie. In diesem Zusammenhang kommt eine Vielzahl von Pflanzen in Betracht, die in unterschiedlichem Ausmaß und auf unterschiedlichen Wegen dem Organismus bei der Entsorgung von Stoffwechselendprodukten helfen. Heilpflanzen wie die Brennnessel oder die Goldrute regen die Nierenausscheidung an. Ginkgo verbessert die Mikrozirkulation im Gewebe und damit die Stoffwechselrate im Kapillarbereich. Die als Top-Leberheilpflanze geltende Mariendistel hat sich in vielen Untersuchungen auch als förderlich für viele andere Organsysteme erwiesen. Löwenzahn wird in unterschiedlichen Formulierungen für Menschen als Frühjahrskur empfohlen, weil dieser sowohl die Nieren- als auch die Leberfunktion anregt. Auch die o. g. Teufelskralle gehört zu den großen Stoffwechselpflanzen.

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Zusammenfassung

Mit den hier vorgestellten und weiteren Heilpflanzen können viele krankhafte und schmerzhafte Prozesse positiv beeinflusst werden. Durch gezielte Kombination der Pflanzen werden synergistische Effekte erzielt, die es ermöglichen, die Menge der eingesetzten Extrakte zu reduzieren und dabei trotzdem eine gute Wirkung zu erzielen. Auch die Inhaltsstoffe von Heilpflanzen müssen letztlich vom Organismus entgiftet werden. Die Dosisreduktion trägt also dazu bei, den Körper zu entlasten. Viele Effekte benötigen etwas Zeit, die durchaus nach Bedarf mit schnell wirkenden schulmedizinischen Präparaten überbrückt werden kann. Auch die Wirkungslatenz kann durch sinnvolles Kombinieren der Heilpflanzen deutlich reduziert werden.

Die in der Ausleitungstherapie indizierten Heilpflanzen weisen neben ihren stoffwechselfördernden und entgiftenden Wirkungen auch immer antioxidative und antientzündliche Effekte auf, sodass mit deren Anwendung die Wirkung der spezifisch-antientzündlichen Therapien unterstützt wird.

Nachgewiesene Effekte der Cannabinoide (Auswahl)

  • schmerz- und entzündungshemmend
  • Entkrampfung von Magen und Darm
  • Förderung des Knochenwachstums
  • Modulation der Immunantwort
  • Schutz des Nervengewebes
  • Entkrampfung der Skelettmuskulatur
  • Reduktion des Tumorwachstums

Über den Autor

Dr. med. vet. Rüdiger Rudat, Tierarzt und Heilpraktiker ist wissenschaftlicher Fachberater bei der Firma SaluVet GmbH.

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