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Nierendiät bei Hund und Katze

So klappt es mit der Futterumstellung

Zwei Näpfe, Futterneid und Kochrezepte: Wir erklären, was Sie bei der Futterumstellung nierenkranker Patienten und beim Selberkochen beachten müssen.

Inhaltsverzeichnis

Die Diäten schmecken nicht immer und müssen dennoch ein Leben lang gefüttert werden: Nierendiäten. Wir geben praktische Tipps für die Futterumstellung.

Finden Sie den richtigen Zeitpunkt

Zwar ist es sinnvoll, die Tiere nach der Diagnose möglichst rasch auf ein entsprechendes Diätfuttermittel umzustellen. Einige Umstände können diese jedoch erschweren. Beginnen Sie mit neuem Futter möglichst nicht bei hospitalisierten Patienten und nicht im Stadium der Urämie (den Tieren ist übel!).

Nutzen Sie den "Futterneid", wenn mehrere Tiere im Haushalt sind. Beachten Sie dabei unbedingt die Kontraindikationen für Nierendiäten und setzen Sie diese – nicht (bzw. nicht ohne Ergänzung) bei wachsenden Tieren oder laktierenden Individuen ein.

Mogeln Sie das Diätfutter langsam unter

Achten Sie auf ein langsames „Verschneiden“ des neuen mit dem bisher verfütterten Futter. Geben Sie das neue Futter gegebenenfalls zunächst als „Leckerchen“ bzw. füttern Sie es aus der Hand.

Trennen Sie Futter und Medikamente

Um keine negativen Assoziationen zum Diätfutter zu erzeugen, sollte eine Medikamentengabe stets mit einem alternativen Futtermittel erfolgen.

Probieren Sie verschiedene Geschmacksrichtungen aus

Nutzen Sie verschiedene Variationen, zum Beispiel unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Fleischarten.

Gestalten Sie das Futter schmackhafter

Nutzen Sie Fette (frei von Rp und P!) als Geschmacksträger.

Achten Sie auf die Konsistenz

Katzen reagieren häufig sehr empfindlich auf eine Änderung der Konsistenz. Wenn eine Gingivitis die Futteraufnahme bei Trockenfutter mindert, kann es jedoch sinnvoll sein, auf Feuchtfutter zu wechseln oder die Konsistenz durch Einweichen zu verändern. Ebenso kann das Feuchtfutter auf den Boden des Napfes gefüllt und das Trockenfutter obenauf gelegt werden. Wenn die Katze die Kroketten aus dem Napf fischt, nimmt sie automatisch auch den Geschmack des Feuchtfutters auf und gewöhnt sich unter Umständen daran.

Diagnose CNE: Wie geht es weiter?

Jede nierenkranke Katze profitiert von einer frühzeitigen Diagnose und Therapie. Lesen Sie hier, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was das kranke Tier fressen sollte.
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Wichtig: Liegen Ulzerationen im Maul vor, kann die Futteraufnahme ggf. aufgrund von Schmerzen reduziert sein. In diesem Falle hat sich die lokale Anwendung eines Xylocain-Gels ca. zehn Minuten vor der Fütterung bewährt.

Erwärmen Sie das Futter

In einigen Fällen kann die Akzeptanz des Futters durch das Anwärmen erhöht werden.

Nutzen Sie die Zwei-Napf-Methode

Diese Fütterungsmethode setzt auf die Neugier der Katzen. Hierbei wird eine geringe Menge des neuen Futters in einem zweiten Napf neben dem gewohnten angeboten. Der Gedanke ist, dass das neue Futter nicht mehr als fremd empfunden wird. Dann kann die Menge in den Näpfen verändert werden, bis das alte Futter vom Speiseplan verschwunden ist.

Kochen Sie selber

Selbstverständlich ist es möglich, selbstgekochtes Futter in der diätetischen Behandlung von Patienten mit CNE einzusetzen – dieses sollten jedoch fundiert erstellt werden und die Grundsätze der diätetischen Maßnahmen bei CNE berücksichtigen. Etliche der „Rezepte“ sind nicht bezüglich aller Nährstoffe bedarfsdeckend konzipiert.

Als Eiweißquellen können Fleisch, Eier, Milchprodukte oder bindegewebsarme Organe eingesetzt werden. Bindegewebsreiche Nebenprodukte wie z. B. Sehnen oder Rinderkopfhaut sollten nicht bzw. nur in begrenztem Umfang zum Einsatz kommen.

Da mageres Muskelfleisch ein sehr weites Verhältnis von verdaulichem Protein und Energie aufweist, bedeutet dies in der praktischen Fütterung, dass insbesondere mageres Muskelfleisch nicht ausschließlich bzw. nur zu einem geringen Anteil in der Ration enthalten sein sollte. Die Einstellung eines engeren Verhältnisses von Protein zu Energie kann zum Beispiel durch Einsatz fettreicherer Teilstücke und/oder den Einsatz von Energieträgern mit geringem Protein- und P-Gehalt (z. B. Öle und Fette, aber auch Kartoffeln und andere kohlenhydratreiche Futtermittel) erfolgen.

Bei hausgemachten Rationen ist sicherzustellen, dass die Ration durch ein entsprechend zusammengesetztes Mineralfutter ergänzt wird. Hierbei ist nicht nur zu berücksichtigen, dass es bzgl. des P-Gehaltes geeignet ist, sondern dass es auch eine adäquate Ergänzung mit Spurenelementen und Vitaminen sicherstellt, sofern keine Innereien wie z. B. Leber eingesetzt werden. Pauschale Aussagen zu einem „ideal geeigneten“ Mineralfutter sind dabei schwer bis unmöglich zu treffen, da stets die P-Einträge aus den eingesetzten Futterkomponenten in die Ration berücksichtigt werden müssen.

Eine fundierte, individuelle Rationsberechnung ist daher stets angezeigt!

Holen Sie den Besitzer ins Boot

Wenn ein Tier das Nierenfutter nicht fressen mag, führt das schnell zu Frust. Eine gute Compliance der Tierhalter ist jedoch extrem wichtig! Kommunizieren Sie offen, dass zwar keine Heilung möglich ist, aber mit entsprechender Ernährungsumstellung die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Tiere oftmals lange erhalten bzw. deutlich verbessert werden kann. Manche Besitzer stören sich an dem (fachlich korrekten) Begriff „Diät“, weil sie damit Verzicht bzw. ein energiereduziertes Futter assoziieren – verwenden Sie in diesem Falle evtl. den Begriff „Spezialfutter“ oder „speziell auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmtes Futter“.

(RED)

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