Foto: Robert Kneschke – Fotolia.com

Fortbildung

TFA - und dann?

Zwei TFAs berichten über ihren weiteren Bildungsweg und stellen den Studiengang „Gesundheitswissenschaften an berufsbildenden Schulen“ an der Universität Osnabrück vor.

Inhaltsverzeichnis

Von Rabea Daun und Lizzy Seeger

Schon während der Ausbildung kam die Frage auf: „Was kommt danach?“ Für uns stand fest, dass wir den Bezug zum erlernten Beruf nicht verlieren wollten. Das Gesundheitswesen und die Arbeit mit Menschen interessieren uns sehr. Nun studieren wir an der Universität Osnabrück im sechsten Semester „Gesundheitswissenschaften an berufsbildenden Schulen“, ein Bachelorstudium, das uns viel Spaß macht.

Die begrenzte Anzahl an Studierenden ermöglicht es, alle Kommilitonen aus dem eigenen Studiengang kennenzulernen. Die Vorlesungen und Seminare sind durchweg anschaulich und interessant. Das Studium verlangt allerdings auch einiges an Fleiß und Durchhaltevermögen. Es sollte jedem klar sein, dass im Studium auch naturwissenschaftliche Themen wie etwa die allgemeine und physiologische Chemie behandelt werden. Diese Hürden sind aber durchaus zu überwinden. Kenntnisse aus den Themenbereichen der Ausbildung, wie Anatomie und Fachtermini, sind von großem Vorteil.

Wie sieht der Studiengang aus? Begonnen wird mit dem Bachelorstudiengang „Berufliche Bildung“, der zum jeweiligen Wintersemester angeboten wird. Nach erfolgreichem Abschluss des Bachelors folgt das Masterstudium „Lehramt an berufsbildenden Schulen“. Vor Studienbeginn muss zudem ein allgemeinbildendes Unterrichtsfach gewählt werden. Des Weiteren gehört die Fachrichtung Berufs- und Wirtschaftspädagogik zu diesem Studiengang.

Welche Studienorte gibt es?

Eine Übersicht über private und öffentliche Institutionen gibt es hier. In Norddeutschland bieten die Städte Hamburg und Osnabrück die Möglichkeit, Gesundheitswissenschaften an berufsbildenden Schulen zu studieren.

Wie ist das mit Regelstudienzeit und Semesterbeitrag?

Die Regelstudienzeit für den Bachelor beträgt sechs Semester, sprich drei Jahre. Der Master kann in der Regelstudienzeit von vier Semestern absolviert werden. Demnach beträgt die Gesamtstudienzeit fünf Jahre. Nach Abschluss des Studiums kann gleich mit dem Referendariat begonnen werden, welches, je nach Bundesland, zwischen ein und zwei Jahren dauert.

Die Studierenden entrichten pro Studienhalbjahr einen Semesterbeitrag als Beteiligung an den Kosten für das Semesterticket, Studentenwerk und die Verwaltung.

Was sind die Zugangsvoraussetzungen?

Für den Bachelorstudiengang wird die Allgemeine Hochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife, oder eine besondere Hochschulzugangsberechtigung vorausgesetzt. Für die Annahme zum Masterstudiengang ist der Nachweis über eine berufsfeldbezogene praktische Tätigkeit vonnöten. Eine Berufsausbildung im Gesundheitssektor, wie beispielsweise zur TFA, erfüllt diese Vorgabe.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Die Einschreibung für das Bachelorstudium ist bis zum 15. Juli eines jeden Jahres möglich. Dazu ist ein Formular online auszufüllen, weitere Nachweise (z. B. Zeugnisse) müssen eingereicht werden.

Wie verläuft die Studienplatzvergabe?

Der Bachelorstudiengang ist zulassungsbeschränkt. Die Studienplatzvergabe erfolgt nach hochschuleigenen Auswahlverfahren und nach Anzahl der Wartesemester. Aktuell werden in Osnabrück pro Wintersemester circa 49 Bewerber angenommen. Die Nebenfächer sind nicht zulassungsbeschränkt, die einzige Ausnahme ist Sport. Hier stehen 27 Studienplätze zur Verfügung.

Welche Berufs- und Tätigkeitsfelder gibt es?

Nach dem Studienabschluss kann nicht nur an Berufsschulen unterrichtet werden. Auch eine Tätigkeit an Berufsfach-, Fach-, Fachoberschulen oder Fachgymnasien ist möglich.

Nach dem Masterabschluss bestehen viele weitere Tätigkeitsfelder:

  • eine Beschäftigung in der Industrie oder im Bereich des Krankenhausmanagements

  • die Arbeit in Gesundheitsämtern, bei Sozialversicherungsträgern oder gesundheitswissenschaftlichen Instituten (z. B. Robert-Koch-Institut)

  • eine Tätigkeit in Redaktionen, Verlagen und im Rahmen von Patientenschulungen.

Außerdem ist eine freiberufliche Arbeit in der gesundheitsbezogenen Beratung möglich. Alternativ kann an das Studium eine wissenschaftliche Tätigkeit oder Promotion angeschlossen werden.

Wo finde ich Antworten auf meine Fragen?

Bei der Beantwortung von allgemeinen Fragen hilft die Zentrale Studienberatung weiter. Detaillierte Fragen zum Studiengang Gesundheitswissenschaften an berufsbildenden Schulen beantwortet die Fachstudienberatung.

Über die Autorinnen

Rabea Daun ist 27 Jahre alt und ausgelernte TFA seit 2014. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst bei einer Tierkrankenversicherung.

Lizzy Seeger ist 23 Jahre alt, schloss ihre Ausbildung zur TFA 2014 ab und arbeitete bis Studienbeginn in ihrer Ausbildungspraxis.

Impfskepsis

Impfgegner in der Tiermedizin

Immer mehr Anti-Vaxxer lehnen die schützende Spritze für ihre Tiere ab. Aber warum wird dieser Art der Krankheitsprävention zunehmend misstraut?

Erfolgreiche Kommunikation

So gehen Sie mit schwierigen Kunden richtig um

In Sachen Kundenorientierung können manche Praxen noch eine Menge lernen. Jeder Besitzer möchte, dass sich bestmöglich um ihn und sein Tier gekümmert wird.

Frauendomäne

Tiermedizin ist weiblich

Der einstige Männerberuf Tierarzt entwickelt sich mehr und mehr zur Frauendomäne. Eine Bestandsaufnahme.

Zulassungsverfahren

Auch ohne Abitur ins Studium?

Jahrelange Wartezeiten, ohne Eins im Abitur kaum eine Chance – im Zulassungsverfahren zum Medizinstudium liegt einiges im Argen. Das soll sich jetzt ab dem Sommersemester 2020 ändern.