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Rückverfolgung

Tierschutz – Kennzeichnungspflicht für Falltiere

Risikoorientierte behördliche Untersuchungen sollen in Zukunft helfen, Tierschutzverstöße zu Lebzeiten der Tiere aufzuklären.

Inhaltsverzeichnis

Prof. Elisabeth große Beilage machte vor fast drei Jahren auf das traurige Schicksal gefallener Tiere aufmerksam. Sie hatte bei einer Studie in Verarbeitungsbetrieben für tierische Nebenprodukte (VTN) festgestellt, dass vielen der von ihr untersuchten gefallenen Schweine unnötige Schmerzen und lang anhaltende Leiden zugefügt worden waren.

Jetzt liegt ein Referentenentwurf für eine Änderung des Tierschutzgesetzes vor, der Amtstierärzten Untersuchungen in VTN ermöglichen soll. Das beinhaltet Betretungs- und Untersuchungsrechte ebenso wie eine Kennzeichnungspflicht zur Rückverfolgung zum Haltungsbetrieb, wie sie die Bundestierärztekammer bereits im März 2018 forderte.

Besonderer Schutz für kranke Tiere

Große Beilage begrüßt den Referentenentwurf: „Die Kontrollen in VTN bei landwirtschaftlich genutzten Tieren würden sehr gut in das angestrebte Konzept der risikoorientierten Kontrolle passen, die vonseiten der kontrollierenden Behörden wie auch der Wirtschaft angestrebt werden. Risikoorientierte Kontrollen sollen helfen, die eng begrenzten Kontrollkapazitäten bevorzugt dort einzusetzen, wo es erforderlich ist. Seitens der Wirtschaft werden sie gefordert, um den mit den Kontrollen verbundenen Aufwand für Tierhalter mit guter Tierbetreuung zu reduzieren.“ Die Befunde aus Kontrollen in VTN könnten einen wichtigen Beitrag zur Risikobewertung leisten, da sie laut große Beilage „alle Tiere vom Jungtier bis zum älteren Zuchttier umfassen und zudem auf die am meisten schutzbedürftigen Tiere, d. h. kranke und verletzte Tiere, ausgerichtet sind“.

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Nach vielen Diskussionen hat der Bundesrat Anfang Juli entschieden: Das Verbot der Kastenstandhaltung im Deckzentrum kommt – mit einer Übergangsfrist von acht Jahren.
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Die Fachtierärztin für Schweine sagt weiter: „Wesentlicher Kritikpunkt an dem Referentenentwurf ist allerdings die Beschränkung auf Rind und Schwein. Eine Erweiterung auf alle Tiere aus menschlicher Obhut wäre sinnvoll.“ Auch die Tierschutzorganisationen im „Bündnis für Tierschutzpolitik“ befürworten den Entwurf und fordern ebenfalls, weitere Tierarten zu berücksichtigen. (VM)

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