Nur Stoffmäuse gejagt und trotzdem Tuberkulose?
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Zoonose

Tuberkulose-Infektion durch kommerzielles Rohfutter?

Im vergangenen Jahr wurden in Großbritannien in verschiedenen Tierarztpraxen Hauskatzen mit einer Tuberkulose-Infektion vorgestellt.

Fünf von sechs klinisch erkrankten Katzen starben, sieben Kontakttiere waren ebenfalls infiziert. Doch woher stammte die Infektion? Alle betroffenen Katzen waren keine Mäuse jagenden Freigänger, sondern ausschließlich Stubentiger.

Kontaminiertes Futter

Die Universität Edinburgh untersuchte die Fälle aus ganz unterschiedlichen Gegenden Englands. Die Gemeinsamkeit: Alle Katzen hatten dieselbe Marke kommerzielles Rohfutter mit Wild gefressen. Andere Risikofaktoren wie das Trinken von roher Milch oder Kontakt zu Nagern konnten ausgeschlossen werden.

Erreger in der Wohnung

Die Rohfütterung von Haustieren wird in den letzten Jahren weltweit immer populärer. Damit geht ein erhöhtes Infektionsrisiko auch für Zoonosen einher: Salmonellen, Campylobacter, E. coli, Listerien und Co. wurden bereits in rohem Futter nachgewiesen, nun also erstmals auch Mykobakterien. Für die Katzenbesitzer bedeutet das, dass sie nicht nur Kontakt zu kontaminiertem Fleisch hatten, sondern die Pathogene von den Tieren auch in der Wohnung ausgeschieden wurden. Das rohe Wild-Futter wird inzwischen nicht mehr hergestellt. Unklar ist, ob die Geschichte ein Einzelfall oder ein generelles Problem bei der Produktion kommerzieller, roher Futtermittel ist. Das Team aus Edinburgh hält verbesserte Kontrollen in diesem Bereich für nötig.

(VM)

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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