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Problemverhalten

Unreinheit bei Katzen – woran liegt es?

Wenn die Katze im Haus Pfützen hinterlässt, fängt oft das Rätselraten an: Was ist die Ursache für die plötzliche Unreinheit?

Von Christiane Fetzer

Eine Tierhalterumfrage belegt: Nur selten liegt ein einzelner „Auslöser“ vor.

Risikofaktoren: Wissenschaftlich nicht geklärt

Unreinheit (Periurie) bei Hauskatzen ist oft schwer in den Griff zu bekommen. Einerseits wurden zwar eine Reihe von Risikofaktoren postuliert, andererseits ist die Bedeutung einzelner Faktoren im konkreten Fall oft schwer beurteilbar. Außerdem ist die therapierelevante Unterscheidung zwischen Markieren und Urinieren nicht immer trivial. Eine Online-Umfrage bei Tierhaltern zeigt die Komplexität des Themas.

Probleme mit Markieren und Urinieren sind verbreitet

Von den 245 ausgewerteten Fragebögen berichteten etwa die Hälfte von unreinen Katzen, davon etwa ein Drittel mit „Markieren“ und zwei Drittel mit „Urinieren“. In diesen Gruppen wurde das Vorliegen von 41 potenziellen Risikofaktoren und 15 Differenzierungsmerkmalen für Markieren/Urinieren statistisch untersucht.

Ergebnisse

Die auffälligsten Risikofaktoren für Unreinheit waren:

  • Alter (markierende Katzen waren älter als die anderen zwei Gruppen),

  • viele Katzen im Haushalt (mehr Markieren/Urinieren),

  • unbegrenzter Freigang und Katzenklappen (mehr Markieren),

  • Freigang allgemein (weniger Urinieren),

  • Kotabsatz außerhalb des Katzenklos (mehr Urinieren),

  • starke Abhängigkeit vom Tierhalter (weniger Urinieren) und

  • ein entspanntes Naturell der Katze (weniger Markieren).

Die Unterscheidung zwischen Markieren und Urinieren war mithilfe der Merkmale „Körperhaltung beim Harnabsatz“ und „Verscharren“ am besten möglich; die Wahl der Fläche (waagerecht/senkrecht) und die abgesetzte Harnmenge waren etwas weniger aussagekräftig.

Fazit

Das Vorliegen eines einzelnen Risikofaktors war in aller Regel kein verlässlicher Indikator für die Diagnose. Wichtiger erschien das soziale Umfeld der Katze insgesamt.

Dies beinhaltet ein Zusammenspiel aus der Zahl der Katzen im Haushalt, der Bindung der Katze an den Tierhalter und dem Naturell der Katze. Aber auch das Vorhandensein einer Katzenklappe kann erheblichen Einfluss auf das soziale Umfeld haben. Die physischen Bedingungen in der Umgebung spielten dagegen eine untergeordnete Rolle.

Lesen Sie die Originalpublikation hier.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im neuen Buch von Patricia Solms, (geb. Kaulfuß): Verhaltensprobleme bei der Katze - Von den Grundlagen bis zum Management. Schlütersche Verlagsgesellschaft, 200 Seiten, 72 Abbildungen, 6 Tabellen, ISBN: 9783899939743.

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