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Vektorübertragene Krankheiten

Von der Zecke zum Hund: Babesiose und Hepatozoonose

Zecken übertragen verschiedene Infektionskrankheiten. Zwei davon stellen wir hier näher vor, damit Sie Hundehalter optimal aufklären können.

Inhaltsverzeichnis

Von Dr. med. vet. Shiela Mukerjee-Guzik

Babesiose und Hepatozoonose sind parasitär bedingte Infektionskrankheiten, sie werden allerdings nicht durch Mücken, sondern durch Zecken übertragen. Beide werden durch Protozoen (Einzeller) verursacht und zählen wie die Leishmaniose und Filariose zu den sogenannten „Reise- bzw. Mittelmeerkrankheiten“. Allerdings ist die Babesiose und vermutlich auch die Hepatozoonose in Deutschland mittlerweile bereits endemisch (in bestimmten Gebieten vorkommend). Weitere durch Zecken übertragene Krankheiten sind die Ehrlichiose, Anaplasmose, Rickettsiose und Borreliose.

Babesiose

Die Babesiose des Hundes ist eine parasitäre Infektionskrankheit mit verschiedenen Verlaufsformen und potenziell tödlichem Ausgang. Weitere Bezeichnungen sind Piroplasmose und „Hunde-Malaria“. Sie zählt nicht zu den Zoonosen.

Erreger und Verbreitung

Erreger der Babesiose sind einzellige Parasiten (Protozoen) der Gattung Babesia. Sie werden durch verschiedene Schildzeckenarten übertragen (v. a. die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke) und befallen ausschließlich die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) des Säugetierwirtes, weshalb sie auch die Bezeichnung Haemoprotozoen tragen. Sowohl im Hinblick auf ihren Zeckenvektor als auch ihren Säugetierwirt sind sie hoch wirtsspezifisch. In Europa spielen Babesia canis (Ungarn- und Frankreich-Stamm) und Babesia vogeli die größte Rolle, wobei Babesia canis meist zu schwerwiegenden Erkrankungen führt (vor allem der Ungarn-Stamm), die Infektion mit Babesia vogeli hingegen in der Regel mild verläuft.

Infektion

Für die Übertragung der Babesien sind vorrangig die Zeckenweibchen verantwortlich, die Rolle männlicher Zecken bei der Infektion ist noch nicht geklärt. Zecken dienen dabei sowohl als Vektor als auch als Reservoir. Die Babesien werden beim Saugakt von der Zecke aufgenommen. Sie durchdringen das Darmepithel und wandern in verschiedene Organe wie Ovarien und Speicheldrüsen der Zecke, wo sie sich vermehren. Durch die mögliche transovarielle Übertragung auf die Nachkommen können auch Larvenstadien der Zecken mit dem Erreger behaftet sein.

Zeckenweibchen müssen mindestens 24 Stunden lang am Wirt saugen, bevor die infektionsfähigen Stadien des Erregers (sog. Sporozoiten) im Speichel der Zecken für die Übertragung auf den Hund zur Verfügung stehen. In der Regel erfolgt die Übertragung der Babesien 48 bis 72 Stunden nach dem Zeckenstich. Sie befallen ausschließlich die Erythrozyten, wo sie sich zu sog. Merozoiten differenzieren und teilen. Dadurch führen sie den Zelltod herbei. Die Inkubationszeit beträgt fünf Tage bis vier Wochen, die Präpatenz eine Woche. Überlebt ein Tier die Erkrankung ohne Behandlung, entwickelt es eine lebenslange Immunität, kann den Erreger aber lebenslang ausscheiden.

Eine Übertragung ist weiterhin im Rahmen von Beißvorfällen und Bluttransfusionen möglich. Auch die vertikale Übertragung von der Hündin auf ihre Welpen wurde für eine Babesienart bereits nachgewiesen.

Symptome

Die Babesiose kann verschiedene Verlaufsformen nehmen.

Akut bzw. perakut (bei einer Infektion mit Babesia canis am häufigsten): Das Tier wird als Notfall vorgestellt und zeigt:

  • hohes Fieber (bis 42 °C)

  • hochgradig gestörtes Allgemeinbefinden (Inappetenz, Schwäche, Apathie)

  • Blutungsneigung der Haut und Schleimhäute mit Anämie, Retikulozytose und Ausscheidung von Bilirubin und Hämoglobin über den Urin (Braunfärbung!)

  • Gelbfärbung der Schleimhäute und Skleren (Ikterus)

  • Thrombozytopenie, disseminierte intravasale Gerinnung

  • Atemnot

  • Schleimhautentzündungen (Nasenausfluss, Stomatitis, Gastritis, hämorrhagische Enteritis)

  • Muskelentzündungen (Myositis) mit Bewegungsstörungen

  • Milz- und Lebervergrößerung mit Bauchwassersucht (Aszites) und Ödembildung

  • epileptiforme Anfälle

  • akutes Nierenversagen

Die akute Form führt unbehandelt fast immer innerhalb weniger Tage zum Tod.

Chronisch:

  • wechselnder Anstieg der Körpertemperatur

  • Anämie

  • Abmagerung

  • Apathie

  • Schwäche

Subklinisch:

  • leichtes Fieber

  • Anämie

  • phasenweise Apathie

Diagnostik

Die Art der Diagnosestellung hängt von der Verlaufsform ab.

Akute Erkrankung bzw. Infektion vor weniger als zwei Wochen: direkter Erregernachweis durch:

  • Mikroskopische Blutuntersuchung auf mit Babesien befallene Erythrozyten: Am besten eignen sich dünne Blutausstriche (Giemsa-Färbung oder Diff-Quick) aus peripherem Kapillarblut (Ohrmuschel oder Schwanzspitze), da dieses meist eine höhere Anzahl an erregerbehafteten Zellen enthält.

  • Alternativ (v. a. bei einem nicht eindeutigen Ergebnis des Blutausstriches) ab dem fünften Tag nach der Infektion PCR aus EDTA-Blut mit der Möglichkeit der Differenzierung des Erregers, was für die Therapie und Prognose bedeutsam sein kann.

Chronische Erkrankung bzw. Infektion vor mehr als zwei Wochen:

Serologische Untersuchung auf Antikörper gegen Babesien (IFAT, ELISA), außer wenn es sich um ein geimpftes Tier handelt.

  • Babesia canis (Frankreich-Stamm): oft niedrige Antikörperbildung

  • Babesia canis (Ungarn-Stamm): oft hohe Antikörperbildung

  • Babesia vogeli: oft niedrige Antikörperbildung

Differenzialdiagnostisch sind insbesondere folgende Erkrankungen zu berücksichtigen:

  • Immunhämolytische Anämie (toxisch, medikamentös oder als Autoimmungeschehen)

  • systemischer Lupus erythematodes

  • Anaplasmose

  • Ehrlichiose

  • Mykoplasmose

Therapie

Die Therapie zielt in Deutschland auf die Elimination des Erregers ab, auch wenn die Immunitätsdauer dadurch auf ein bis zwei Jahre reduziert wird. Wird eine akute Erkrankung in eine chronische Phase ohne klinische Symptome überführt, besteht eine lebenslange Immunität und das Tier erkrankt i. d. R. nicht mehr, fungiert jedoch als Überträger. Dies ist insbesondere im Hinblick auf den Ungarn-Stamm von Babesia canis sehr kritisch zu betrachten, da die Auwaldzecke nach einer Blutmahlzeit 3.000 bis 5.000 Eier ablegt, von denen ca. 10 % durch transovarielle Übertragung mit Babesien infiziert sind, und gleichzeitig die Sterblichkeit bei einer Neuinfektion mit diesem Babesien-Stamm bei bis zu 80 % liegt.

Behandlung von Babesia canis und Babesia vogeli:

  • Imidocarb-Dipropionat (Carbesia®): In Deutschland nicht zugelassen, darf aber im Rahmen des Therapienotstandes importiert werden.

  • Imizol® : In Deutschland zur Anwendung beim Hund nicht zugelassen.

Es gilt folgendes Anwendungsschema:

  • Babesia vogeli: eine Injektion, niedrigdosiert (0,25 ml Carbesia®/10kg KGW i. m. oder s. c.); Erregerelimination +

  • Babesia canis – Frankreich-Stamm: zwei Injektionen im Abstand von 14 Tagen, niedrigdosiert (s. o.); Erregerelimination +

  • Babesia canis – Ungarn-Stamm: zwei Injektionen im Abstand von 14 Tagen, hochdosiert (0,5 ml Carbesia®/10 kg KGW i. m. oder s. c.); Erregerelimination fraglich, deshalb PCR-Kontrolle eine Woche nach der zweiten Injektion

Behandlung von Babesia gibsoni und Babesia vulpes: Carbesia® ist wirkungslos. Alternative Therapiemöglichkeiten (Zulassungsbestimmungen für Deutschland sind bei der zuständigen Behörde zu erfragen):

  • Doxycyclin: 10 mg/kg KGW p. o., tgl. über vier Wochen

  • Phenamidinisothionat: 15–20 mg/kg KGW s. c., 2 x im Abstand von 24 h

  • Pentamidin: 16,5 mg/kg KGW i. m., 2 x im Abstand von 24 h

Zusätzlich sind in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung Infusionstherapie, Bluttransfusion (bei einem Hämatokrit < 15–20%) und Dialyse als Begleitmaßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Prophylaxe

Impfung: In einigen europäischen Ländern sind Impfstoffe gegen Babesia canis verfügbar. Die Impfung verhindert zwar nicht die Infektion, kann jedoch den Verlauf der Erkrankung abmildern. Beispiele für kommerzielle Impfstoffe:

  • Nobivac®Piro (Intervet) – wird in Frankreich und der Schweiz vertrieben, ist in Deutschland nicht mehr zugelassen

  • Pirodog®(Merial) – in Deutschland nicht zugelassen

Chemoprophylaxe: Imidocarb-Dipropionat (Carbesia®): Bei Reiseantritt eine Injektion, hochdosiert (0,5 ml/10 kg KGW i. m. oder s. c.); Schutzwirkung max. 4–6 Wochen, beim Ungarn-Stamm von Babesia canis ungenügend; verhindert nicht die Infektion, jedoch einen schweren Verlauf der Erkrankung.

Zeckenschutz: Es sollte beachtet werden, dass insbesondere die Auwaldzecke als Überträger von Babesia canis ganzjährig aktiv ist – mit besonderer Häufung im Frühjahr und Herbst. Daher ist eine ganzjährige Prophylaxe ratsam.

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose ist ebenfalls eine parasitäre Infektionskrankheit des Hundes. Der Name ist irreführend, denn die Erkrankung stellt keine Zoonose und damit keine Gefahr für den Menschen dar.

Erreger und Verbreitung

Erreger der Hepatozoonose ist Hepatozoon canis, ein einzelliger Parasit aus der Gruppe der Kokzidien. Er gehört somit ebenfalls zu den Protozoen. Hepatozoon canis stammt ursprünglich aus Afrika und wurde von dort aus nach Südeuropa eingeschleppt. Im Mittelmeerraum gelten bis zu 50 % aller freilebenden Hunde als infiziert. Aber nicht nur der Hund ist Säugetierwirt für den Erreger, auch Fuchs und Katze gelten als Träger. Bislang wurde die Hepatozoonose zu den klassischen Reisekrankheiten gezählt. 2008 konnte sie aber bei zwei Hunden im Taunus, die Deutschland nie verlassen hatten, nachgewiesen werden. Zudem wurde im Rahmen einer Untersuchung an Füchsen in Thüringen ein hoher Prozentsatz der Fuchspopulation seropositiv auf Hepatozoon canis getestet. Als Überträger gilt überwiegend die Braune Hundezecke. Auch der Igelzecke wird (v. a. beim Fuchs) eine Rolle bei der Übertragung zugesprochen, allerdings ist der genaue Übertragungsweg hier noch unbekannt.

Infektion

Die Braune Hundezecke als Überträger von Hepatozoon canis kann ganzjährig in Wohnungen, beheizten Zwingern etc. überleben. Sie bewegt sich aktiv auf ihren Wirt zu und durchläuft den gesamten Entwicklungszyklus Ei-Larve-Nymphe-adulte Zecke in nur drei Monaten.

Die Infektion mit Hepatozoon canis erfolgt nicht durch den Biss, sondern durch orale Aufnahme (Verschlucken bzw. Zerbeißen) einer Zecke. Die Erreger durchwandern die Darmwand des Hundes und befallen zunächst die Monozyten, neutrophilen Granulozyten und Lymphozyten, im weiteren Verlauf die Leber, Milz, Lunge, Muskulatur und das Knochenmark. Die ca. 80 Tage dauernde Entwicklung umfasst mehrere Stadien sowohl in der Zecke als auch im Hund und endet mit der Bildung sogenannter intraleukozytärer Gamonten. Diese werden beim Saugakt wiederum von der Zecke aufgenommen. Die Vermehrung und Entwicklung unterliegt jahreszeitabhängigen Schwankungen. Eine transovarielle Übertragung des Erregers in der Zecke konnte im Gegensatz zur Babesiose nicht nachgewiesen werden. Die Länge der Inkubationszeit ist nicht bekannt.

Symptome

Die Infektion verläuft in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle subklinisch bzw. symptomlos, kann in Einzelfällen aber auch mit einer schwerwiegenden Symptomatik einhergehen, insbesondere bei Mischinfektionen, z. B. mit Leishmanien, Babesien oder Ehrlichien.

Akut:

  • Fieber

  • gestörtes Allgemeinbefinden (Inappetenz, Schwäche, Apathie)

  • Lymphknotenschwellungen

  • Gewichtsverlust

  • Augen- und Nasenausfluss

  • Durchfall

  • Anämie

Chronisch:

  • Anämie

  • Thrombozytopenie

  • Abmagerung

  • Muskelentzündung mit Bewegungsstörungen (steifer Gang)

  • zentralnervöse Erscheinungen mit Epilepsie-artigen Krampfanfällen

Durch massive Bildung von γ-Globulinen und großen Immunkomplexen kann es zu Leber- und Nierenversagen kommen.

Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt im akuten und chronischen Krankheitsfall direkt oder indirekt.

Direkter Erregernachweis:

Blutausstrich (Giemsa-Färbung, Buffy-Coat-­Ausstrich): Nachweis der Gamonten als kapselförmige Körper in den weißen Blutkörperchen

PCR aus EDTA-Blut

Indirekter Erregernachweis: Bestimmung des Antikörpertiters (IFAT)

Differenzialdiagnostisch sind insbesondere Anaplasmose, Ehrlichiose und Immunopathie zu berücksichtigen.

Therapie

Es gibt derzeit keine sichere Therapie zur Elimination des Erregers. Eine Behandlung dient primär der Abmilderung des Krankheitsverlaufs.

In der Frühphase der Erkrankung: Sulfonamide, z. B. Sulfonamid-Trimethoprim (Borgal®), oder Toltrazuril (Baycox®)

In späteren Phasen der Erkrankung:

  • Kombination von Sulfonamiden mit Pyrimethamin und Clindamycin

  • Imidocarb-Dipropionat (Carbesia®, Imizol®)

  • Decoquinat (Deccox®)

Bei Muskelschmerzen können nichtsteroidale Antiphlogistika versucht werden. Glukokortikoide sind kontraindiziert.

Prophylaxe

Es gibt derzeit keine sichere Chemo- oder Impfprophylaxe. Dem Hundehalter sollten Tipps zur Zeckenabwehr gegeben werden. Allerdings ist eine erfolgreiche Vorbeugung aufgrund der Aufnahme des Erregers durch Verschlucken bzw. Zerbeißen der Zecke schwierig. Als besonders gefährdet sind Hunde anzusehen, die im Rahmen der Jagdausübung direkten Kontakt zu Wild haben oder die tote, mit Zecken behaftete (Wild-)Tiere aufnehmen.

Vorbeugung durch Schutz vor Zecken

Zur Abwehr von Zecken werden zwei Ansätze verfolgt:

  • Abwehr der Zecken (repellierende Wirkung), sodass keine Anheftung auf dem Wirt erfolgt

  • Abtöten der Zecken (akarizide Wirkung) vor oder nach Anheftung auf dem Wirt

Dies kann in Form verschiedener Zubereitungsformen erfolgen:

  • Spot-on-Präparate

  • Sprays

  • Halsbänder

  • Kautabletten

  • Spot-on-Präparate

Diese werden im Nacken des Hundes bei gescheiteltem Fell direkt auf die Haut aufgetragen, bei großen Hunden zusätzlich im kaudalen Rückenbereich. Das Tier soll keine Möglichkeit haben, den Wirkstoff abzulecken. Dieser verteilt sich von den genannten Stellen aus über den gesamten Körper. Der Hund sollte in diesen Bereichen in den ersten acht Stunden nicht gestreichelt werden (daher empfohlene Anwendung abends vor dem Schlafengehen) und in den ersten zwei Tagen möglichst nicht nass werden (Baden, Schwimmen, Regen). Die Wirkungsdauer beträgt i. d .R. drei bis vier Wochen.

Der enthaltene Wirkstoff ist entweder Permethrin, ein Permethrin-Abkömmling oder Fipronil. Permethrin und seine Abkömmlinge wirken akarizid und repellierend, Fipronil nur akarizid. Wichtig: Permethrin und Pyrethroide sind für Katzen hochgiftig, daher dürfen diese Präparate unter keinen Umständen bei Katzen angewendet werden. Leben Hunde und Katzen im selben Haushalt, ist darauf zu achten, dass die Katze keinen Kontakt zu einem mit Permethrin/Pyrethroid behandelten Hund hat, bis der Wirkstoff vollständig absorbiert wurde. Permethrin und Fipronil sind zudem für im Wasser lebende Tiere und Wirbellose giftig.

Sprays

Sprays werden über den gesamten Körper gesprüht und entfalten eine ähnliche Wirkung wie Spot-on-Präparate, sind in der Anwendung allerdings umständlicher. Für Haushalte mit Kindern oder Katzen und je nach Wirkstoff sind sie eher ungeeignet. Sie finden in der untenstehenden Tabelle daher keine Berücksichtigung.

Halsbänder

Halsbänder müssen ständig vom Hund getragen werden. Sie geben ihren Wirkstoff bis zu einige Monate an das Hundefell ab. Intensiver Kontakt des Menschen mit dem Halsband sollte vermieden werden. Ein Nachteil besteht darin, dass sich der Hund mit dem Zeckenhalsband im Gebüsch verfangen kann. Daher sollten Jagdhunde besser kein solches Halsband tragen. Beim Baden und Schwimmen muss das Halsband abgenommen werden und der Hund sollte frühestens fünf Tage nach dem erstmaligen Anlegen ins Wasser gelassen werden.

Kautabletten

Tabletten erlauben den direkten Kontakt zum Tier sowie Baden und Schwimmen sofort nach der Anwendung. Die Verabreichung ist i. d. R. unproblematisch. Die Zecke muss sich allerdings erst am Wirt festsaugen und den Wirkstoff bei der Blutmahlzeit aufnehmen, um dann nach ca. zwölf Stunden abgetötet zu werden. Es besteht demnach keine repellierende Wirkung.

Eine Übersicht derzeit auf dem Markt gängiger, befindlicher Spot-on-Präparate, Kautabletten und Halsbänder finden Sie unten in einer Tabelle zum Herunterladen.

Zeckenschutz-Präparate sollten über die gesamte Zeckensaison bzw. ganzjährig in Gegenden mit einem erhöhten Risiko für durch Zecken übertragene Krankheiten angewendet werden. Grundsätzlich sollte die Anwendung nur bei gesunden Tieren erfolgen. Einige Präparate eignen sich auch zur Anwendung bei trächtigen und säugenden Hündinnen sowie bei Welpen. Bei Hautkrankheiten oder Hautverletzungen sollte auf ein Spot-on-Präparat verzichtet werden.

Außerdem ist nach jedem Spaziergang eine gründliche Fellkontrolle und sofortiges vollständiges Entfernen aller gefundenen Zecken wichtig. Dies kann mit Hilfe einer Zeckenzange, -karte oder eines ähnlichen Hilfsmittels geschehen.

In Einzelfällen berichten Hundebesitzer von positiven Erfahrungen mit der äußerlichen oder auch innerlichen Anwendung von Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Zistrose (Cistus incanus), Bierhefe, Knoblauch oder dem Einsprühen mit Mischungen aus ätherischen Ölen. Eine nachgewiesene Wirkung kann diesen Maßnahmen jedoch nicht zugesprochen werden, ebensowenig wie Bernsteinketten oder energetisch informierten Halsbandanhängern. Außerdem sind manche ätherischen Öle reizend und Knoblauch sogar potenziell giftig.

Verhaltensprophylaxe

Bekannte Zeckenbiotope sollten tunlichst gemieden werden. Während der Risikozeiten sollten Hunde nicht auf Reisen in Risikogebiete mitgenommen werden.

Über die Autorin

Dr. med. vet. Shiela Mukerjee-Guzik arbeitet derzeit als Assistenztierärztin in einer Kleintierpraxis in Brilon, nebenbei übersetzt sie veterinärmedizinische Fachliteratur vom Englischen ins Deutsche.

DIE WICHTIGSTEN INFORMATIONEN ZU BABESIOSE UND HEPATOZOONOSE

© Dr. med. vet. Shiela Mukerjee-Guzik

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