Foto: Nataliya Dvukhimenna - Fotolia.com

Chronische Nierenerkrankung

Was der Katze an die Nieren geht

Jede dritte Katze über 15 Jahre erkrankt an einer CNE. Eine früh einsetzende Therapie kann dafür sorgen, dass es der Katze noch lange Zeit gut geht.

Inhaltsverzeichnis

Von Dr. med. vet. Viola Melchers

Ein über längere Zeit fortschreitender Funktionsverlust der Nieren wird als chronische Nierenerkrankung (CNE) bezeichnet. Besonders ältere Katzen erkranken daran. Sie ist zudem eine der häufigsten Todesursachen. Die Erkrankung beginnt schleichend, deshalb wird sie im Anfangsstadium häufig übersehen. Eine Heilung ist leider nicht möglich. Doch eine früh einsetzende Therapie kann das Fortschreiten der CNE verlangsamen.

Wie entsteht eine CNE?

Ursache für eine CNE kann jede Schädigung der Nieren sein, zum Beispiel durch eine aufsteigende Harnwegsinfektion oder einen angeborenen Defekt. Die Nieren versagen nicht sofort, sondern verlieren über eine lange Zeit langsam an Funktion. Die kleinen Filtereinheiten in den Nieren, die Nephrone, werden Stück für Stück irreparabel zerstört. Weil die Nieren unglaublich viele Nephrone haben – etwa 190.000 bei der Katze – können sie den Verlust zunächst gut ausgleichen. Sind jedoch etwa zwei Drittel der kleinen Filtereinheiten betroffen, können die Nieren ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Der Harn wird weniger konzentriert und im Blut sammeln sich langsam Abfall- und Giftstoffe an, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden. Im weiteren Verlauf können größere Teilchen wie Proteine in den Urin gelangen, die beim gesunden Tier von der Niere zurückgehalten werden.

Woran merke ich, dass die Katze eine CNE haben könnte?

Trinkt eine Katze mehr und muss häufiger und in größeren Mengen pinkeln? Das könnten die ersten sichtbaren Anzeichen einer Nierenerkrankung sein. Viele Katzen mit CNE verlieren auch ihren Appetit und nehmen ab. Das Fell wirkt matt und struppig. Abfallstoffe im Blut können bei fortgeschrittener Erkrankung dafür sorgen, dass die Katze erbricht oder schwach und antriebslos wirkt. Der Atem riecht oft unangenehm.

Ab welchem Alter sind Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll?

Für Katzen jeden Alters sollte eine jährliche Vorsorgekontrolle in der Tierarztpraxis auf dem Terminplan stehen. Durch genaues Betrachten, Abtasten und Abhören kann die Tierärztin oder der Tierarzt Krankheiten frühzeitig erkennen. Um Nierenschäden auf die Spur zu kommen, müssen eine Harn- und eine Blutprobe im Labor untersucht werden. Dies wird bei Katzen ab etwa sieben Jahren jährlich empfohlen. Bei sehr alten oder kranken Tieren können auch halbjährliche Untersuchungen sinnvoll sein.

Kann man schweren Nierenschäden bei der Katze vorbeugen?

Welchen Einfluss hat das Futter auf das Entstehen einer CNE? Zum Beispiel könnte ein zu hoher Phosphat- oder ein zu geringer Kaliumgehalt das CNE-Risiko erhöhen. Spezielles Seniorenfutter mit geringem Eiweißanteil scheint sich nicht positiv auszuwirken. Erwiesen ist auch, dass es wohl keinen Unterschied macht, ob eine Katze mit Trocken- oder Nassfutter versorgt wird. Wichtig ist in jedem Fall, dass sie genug trinkt: Sauberes Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Außerdem lohnt es sich, auf die Maulgesundheit zu achten: Zahnprobleme können zu Nierenschäden führen, wenn sie unbehandelt bleiben.

Praxistipp: Ein kostenfreier Ratgeber aus der Reihe "10 Fragen/Antworten" von Der Praktische Tierarzt informiert Tierbesitzer über chronische Nierenerkrankungen bei Katzen. Leicht verständlich und fachlich auf dem neuesten Stand werden die zehn wichtigsten Fragen zum Thema "Was der Katze an die Nieren geht" beantwortet. Die handliche Broschüre können Sie hier bestellen, um Sie im Wartezimmer auszulegen und an Patientenbesitzer zu verteilen.

Über die Autorin

Als Fachjournalistin arbeitet Dr. med. vet. Viola Melchers vor allem für die Fachzeitschrift Der Praktische Tierarzt und das Portal Vetline.de. Die promovierte Tierärztin schreibt über Spannendes aus der veterinärmedizinischen Praxis und Wissenschaft.

Für Sie ebenfalls interessant: Diagnose CNE: Wie geht es weiter?

Alles rund um Praxisalltag, Ausbildung und Beruf unser Newsletter TFA-Wissen

Abonnieren und erhalten Sie kostenlos alle News für Tiermedizinische Fachangestellte.