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Foto: Ronald Schmäschke
Federmilben – wie war das noch?

Parasitensteckbrief

Was Sie über die Federmilbe wissen sollten

Federmilben sind in oder auf Vogelfedern parasitierende Milben. In unserem Steckbrief geben wir einen Überblick über Morphologie, Wirte, Lebenszyklus, Nachweise, klinisches Bild und Prophylaxe/Behandlung.

Von Dr. med. vet. Ronald Schmäschke

Morphologie

Alle Federmilbenarten zeichnen sich durch eine große Arten- und Formenvielfalt aus. Das Aussehen der Larven- und der beiden Nymphenstadien sowie der Männchen und Weibchen innerhalb der gleichen Art kann z. T. erhebliche Unterschiede aufweisen. Als Spinnentiere besitzen diese Milben vier gut entwickelte Beinpaare, die an einem kompakten Körper ansetzen. Sie zählen zu den „astigmatischen“ Milben und besitzen keine Atemöffnung (Stigmenöffnung) (siehe Abb. 1 und 2).

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Foto: Ronald Schmäschke Abb. 1: Männliche Federmilbe (Falculifer rostratus) von einer Taube.
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Foto: Ronald Schmäschke Abb. 2: Männliche Federmilbe (Sturnotrogus truncatus) von einem Star.

Wirte

Federmilben haben sich an den Lebensraum Federkleid angepasst, viele spezialisierte Arten sind entstanden. Die einzelnen Arten besitzen eine hohe Wirtsspezifität, jede Vogelart hat „ihre“ eigene oder sogar mehrere Milbenarten. Nur wenige Milben besitzen ein breiteres Wirtsspek- trum und parasitieren auf mehreren Vogelarten.

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Lebenszyklus

Das gesamte Leben der Federmilben verläuft auf dem Vogel. Die meisten Arten legen in den Federn Eier ab, einige wenige Arten sind lebend gebärend. Die weitere Entwicklung verläuft über ein Larvenstadium, zwei Nymphenstadien bis zu den geschlechtsreifen Milben (Männchen, Weibchen). Die Übertragung erfolgt durch Kontakt, besonders während der Nestlingszeit.

Nachweis

Bei starkem Befall lassen sich mit dem bloßen Auge auf der Feder „dunkle Streifen oder Punkte“ erkennen (siehe Abb. 3). Der Nachweis erfolgt durch Betrachten einzelner Federn, vor allem der Federunterseite, unter einem Stereomikroskop (Lupe). Eine Artbestimmung erfordert Spezialwissen und ist nur in einem spezialisierten Labor möglich.

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Foto: Ronald Schmäschke Abb. 3:  Taubenfeder mit Federmilben (Falculifer rostratus, roter Pfeil) und Federschaden (blauer Pfeil).

Klinisches Bild

Einerseits werden Federmilben oft als harmlose Federbewohner (Kommensalen) eingestuft, die keine oder nur sehr geringe Schäden verursachen. Andererseits wird auch beschrieben, dass Beunruhigung und gesteigerter Putztrieb zu Federschäden führen können (siehe Abb. 3). Die Schadwirkung der Federmilben hängt stark von der jeweiligen Federmilbenart und der Befallsintensität ab.

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Prophylaxe/Behandlung

Regelmäßige Untersuchung ausgefallener Federn auf Milbenbefall und gegebenenfalls eine Therapie mit einem geeigneten Akarizid. Da die meisten Insektizide nicht gegen Milbeneier wirksam sind, Wiederholungsbehandlung nach 14 Tagen, um auch die inzwischen geschlüpften Larven abzutöten. Um eine Reinfektion zu verhindern, die Umgebung des Käfigs/Stalls gründlich reinigen und ausgefallene Federn beseitigen.

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Schon gewusst?

  • Die Größe der Federmilbenarten variiert zwischen 300 und 1.500 µm.
  • Gegenwärtig sind ca. 2.500 Arten in 33 Familien und 444 Gattungen bekannt. Das sind vermutlich weniger als 20 % der tatsächlich vorhandenen Arten.
  • Federmilbeneier konnten schon auf der 120 Millionen Jahre alten fossilen Feder eines befiederten Dinosauriers (Caudipteryx) nachgewiesen werden.
  • Mit Ausnahme der Pinguine wurden bisher Federmilben bei allen Vogelordnungen nachgewiesen.
  • Einige Federmilbenarten leben auch in den Federspulen (z. B. Syringophilus spp.)

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