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Rohfütterung

Was Tierbesitzer zum BARFen bewegt

Der Trend zur Rohfütterung ist ungebrochen. Doch was genau führt Hundebesitzer dazu, ihre Tiere mit rohem Fleisch zu füttern? Wie und wo informieren sie sich? Eine Umfrage unter Hundebesitzern soll Aufschluss geben.

Von Gerda Bäumer

Die Fütterung, basierend auf rohem Fleisch, wie es beim BARFen gemacht wird, ist für viele Hundebesitzer eine echte Alternative zu kommerziellen Fertigfuttern. BARFen erfreut sich heutzutage immer größerer Beliebtheit. Dabei sind die gesundheitlichen Vorteile dieser Art der Fütterung – wie die Autoren schreiben – wissenschaftlich nicht sicher belegt. Nachteile oder Risiken sind dagegen gut dokumentiert. Es besteht die Gefahr einer einseitigen bzw. unausgewogenen Ernährung, die zu einer möglichen Über- oder Unterversorgung bestimmter Nährstoffe führen kann. Rohes Fleisch und Innereien können mit Bakterien, Viren oder Parasiten kontaminiert sein und bergen damit auch ein Zoonoserisiko.

Mithilfe eines Fragebogens sollte herausgefunden werden, was Hundebesitzer zu einer Rohfütterung bewegt und wie diese Fütterung in der Praxis aussieht.

Beweggründe der Tierbesitzer

Insgesamt haben 218 Hundebesitzer an der Umfrage teilgenommen. In 68 der dazugehörenden Haushalte lebten auch Personen mit beeinträchtigtem oder geschwächtem Immunsystem. Hauptgrund für die Rohfütterung war der Wunsch, das Tier natürlicher und gesünder zu ernähren. Mehr als die Hälfte (60 %) der Tierbesitzer holte sich ihre Informationen vorwiegend aus dem Internet. Andere nannten auch Zeitschriften/Bücher (19 %) oder kamen durch ihren Züchter (12 %) oder Tierarzt (9 %) auf die Idee.

169 Teilnehmer (fast 80 %) verweigerten die Ernährung ihrer Tiere mit kommerziellem Futter komplett, da sie den Angaben der Hersteller zu den Inhaltsstoffen misstrauten. Die große Mehrheit war davon überzeugt, dass eine Rohfütterung auf Basis von rohem Fleisch für Hunde absolut sicher sei. Verbesserungen, die sie bei ihren Tieren beobachteten, waren vor allem glänzenderes Fell, Zunahme der Muskelmasse und sauberere Zähne. Als größten Vorteil dieser Fütterung nannten 57 Prozent der Tierbesitzer, auf diese Weise Kontrolle über Qualität und Zusammensetzung des Futters zu haben. Als nachteilig empfanden die meisten den Zeitaufwand für die Futterzubereitung (22 %) und dass einige Komponenten hinzugekauft werden müssen (38 %). Fütterungsregime und Rationsgestaltung waren sehr unterschiedlich. Nur wenige holten sich hierfür Rat beim Tierarzt (8 %) oder zertifizierten Ernährungsberater (5 %) ein!

Fazit

Die Studie zeigt, dass sich die meisten Tierbesitzer nicht im Klaren darüber sind, welche Gesundheitsrisiken BARFen für Tier und Mensch bergen kann. Die Informationsquellen sind größtenteils fragwürdig. Tierärzte sollten hier zukünftig eine bedeutendere Rolle als Berater und verlässliche Informationsquelle spielen und die Rationsgestaltung unbedingt durch einen Experten erfolgen, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen.

Über die Autorin

Als Fachjournalistin ist Dr. med. vet. Gerda Bäumer immer auf der Suche nach aktuellen interessanten Studien. In ihren Beiträgen für Print- und Onlinemedien greift sie Themen auf, von denen sie sich eine breite Aufmerksamkeit in der Tierärzteschaft erhofft.

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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