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Innovative Entwicklung

Wenn die Weste das Kommando gibt

Wissenschaftler der israelischen Ben-Gurion-Universität haben eine Weste entwickelt, die Hunden per Vibration Kommandos gibt.

Von Lisa-Marie Petersen

Sitz! Platz! Komm! Aus! Kommandos erteilen Hundebesitzer meist über die Sprache oder mittels Gesten. Doch gibt es vielleicht noch weitere Möglichkeiten, die zum Beispiel Menschen mit körperlicher Behinderung oder Assistenz- und Rettungshunden im Einsatz helfen würden? Diese Frage hat sich ein israelisches Forscherteam gestellt und eine neue Kommunikationsform ausgetestet: Im Robotiklabor der Ben-Gurion-Universität entwickelten Direktor Amir Shapiro und sein Team eine Weste, die Hunden ähnlich einer Rettungsweste angelegt werden kann und Berührungen durch vier kleine vibrierende Motoren simuliert. Kommandos werden demnach ferngesteuert über vasotaktile Reize übermittelt.

Anwendung erfolgreich

Die Wissenschaftler sind zufrieden mit den ersten Tests: Laut Shapiro klappe die vasotaktile Kommunikation in vielen Fällen sogar besser als die per Stimme. Natürlich müssen die Hunde zunächst an das Hilfsmittel gewöhnt und die Kommandos trainiert werden, damit sie erkennen, welche Vibration welchem Kommando zuzuordnen ist. Auch ein automatisches Belohnungssystem könnte künftig noch in die Weste integriert werden. Mit dem Hilfsmittel ist laut Ansicht des Professors ein nahezu automatisiertes Training der Tiere möglich.

Im nächsten Schritt möchte das Team die Weste bei Hunden verschiedener Rassen und unterschiedlichen Alters testen sowie in unterschiedlichen Trainingsphasen einsetzen. Zudem soll das innovative Stück in Japan auf der sogenannten World Haptics Conference vorgestellt werden.

Über die Autorin

Als Tierärztin horcht Lisa-Marie Petersen gern am Ort des Geschehens nach: Was beschäftigt die Tiermedizin derzeit? Interessante Themen verarbeitet die Fachjournalistin dann in redaktionellen Beiträgen für Print- und Onlinemedien.

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