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Hunderunden in Feld und Wald – nur mit Zeckenschutz!
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Hunderunden in Feld und Wald – nur mit Zeckenschutz!

Vektorübertragenen Infektionen

Wenn die Zecke sticht …

Die Erreger der kaninen Anaplasmose und Ehrlichiose haben Europa erobert. Wie erfolgt die Übertragung und wie verlaufen diese vektor­übertragenen Infektionen beim Hund?

Von Dr. med. vet. Shiela Mukerjee-Guzik

Vektorübertragene Erkrankungen bei Hunden spielen in der tierärztlichen Praxis eine immer größere Rolle.  Die kanine Anaplasmose und die kanine Ehrlichiose treten durch sehr ähnliche Krankheitsbilder in Erscheinung, beide werden durch eine Zecke als Vektor übertragen (Tab. 1). Sie zählen zu den sogenannten „Reise- bzw. Mittelmeerkrankheiten“; allerdings ist die kanine Anaplasmose inzwischen bereits in fast ganz Europa verbreitet, und auch der Erreger der kaninen Ehrlichiose kann unter bestimmten Umständen in Deutschland und ähnlichen Klimagebieten dauerhaft überleben.

Nomenklatur

Die Anaplasmose und die Ehrlichiose werden den sogenannten Rickettsiosen zugeordnet. Rickettsien sind eine Gruppe gramnegativer, obligat intrazellulärer kokkoider Stäbchenbakterien, welche über einen Arthropodenvektor (Arthropoda = Gliederfüßer, dazu zählen auch Zecken) übertragen werden.

Insbesondere die Ehrlichiose des Hundes wird teils gleichgesetzt mit dem Begriff Rickettsiose, was streng genommen allerdings nicht richtig ist, da es neben den Anaplasmen und Ehrlichien weitere pathogene Rickettsienarten gibt und die dadurch ausgelösten Erkrankungen entsprechend ebenfalls zur Gruppe der Rickettsiosen zählen.

In der älteren Literatur gilt es darüber hinaus zu beachten, dass die Anaplasmen ursprünglich den Ehrlichien zugeordnet wurden. Daher werden die Begriffe Anaplasmose und Ehrlichiose manchmal noch miteinander vermischt oder verwechselt.

Kanine Anaplasmose

Erreger und Verbreitung

Die beiden Erreger der kaninen Anaplasmose sind gramnegative, obligat intrazelluläre Bakterien der Ordnung Rickettsiales (Rickettsien).

Anaplasma phagocytophilum wird durch verschiedene Schildzeckenarten übertragen, in Europa durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus, Abb. 1). Mögliche Wirte sind Hund, Katze, Schaf, Ziege, Rind und Pferd. Als Reservoir kommen kleine Nagetiere und der Luchs in Frage. A. phagocytophilum ist humanpathogen und verursacht beim Menschen die granulozytäre Anaplasmose. Das Verbreitungsgebiet von A. phagocytophilum korreliert mit dem von I. ricinus und erstreckt sich in Europa auf das Gebiet zwischen dem 40. und 65. Breitengrad.

Anaplasma platys hingegen wird aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen (Abb. 2). Empfänglich sind Hund, Katze und Ziege. Das Verbreitungsgebiet von A. platys liegt südlicher als das von A. phagocytophilum und umfasst Italien, Griechenland, Südspanien, Zentral- und Südportugal, Gibraltar, Nordafrika, Bulgarien, Kroatien und Südrumänien.

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Infektion

A. phagocytophilum wird in der Zecke transstadial (Larve → Nymphe → adulte Zecke), jedoch nicht transovariell (über die Eizelle) übertragen. Der Erreger persistiert in den Speicheldrüsen der Zecke.

Die Übertragung der Anaplasmen von der Zecke auf den Wirt erfolgt ab 24 Stunden nach Beginn des Saugaktes . Die Inkubationszeit beträgt fünf bis 20 Tage, die Präpatenz (= Zeit von der Aufnahme infektiöser Parasitenstadien bis zum Nachweis erster Vermehrungsstadien wie Eier, Larven usw.) wenige Tage.

Die Infektion der Blutzellen erfolgt in drei Phasen:

  1. Erreger dringen in die Zielzellen ein. A. phagocytophilum befällt die neutrophilen (selten auch die eosinophilen) Granulozyten, A. platys die Thrombozyten des Säugetierwirtes.
  2. Dort werden sie mit einer Membran umgeben. Innerhalb der Vakuole teilen sich die Erreger. Diese zweite Phase dauert ca. zwei Tage.
  3. In den darauffolgenden drei bis fünf Tagen finden weitere Teilungen statt. Die ausgefüllte Vakuole nennt man in diesem Stadium Morula (maulbeerförmige Ansammlung). Sie ist lichtmikroskopisch erkennbar (Abb. 3).

Platzt die Zelle, werden die Erreger wieder freigesetzt und können weitere Zellen infizieren. Die befallenen Zellen zirkulieren im Blut und können im Rahmen des Saugaktes wiederum von Zecken aufgenommen werden. Sie sind darüber hinaus im Knochenmark sowie in Milz und Leber zu finden. Der Erreger verbleibt oft lebenslang im Wirtsorganismus. Insbesondere bei A. platys wird in der Regel keine vollständige Erregerelimination erreicht.

Klinische Symptome

Der Erkrankungsverlauf umfasst akute und chronische Phasen. Subklinische Phasen können mehrere Wochen dauern und enden mit einem erneuten Fieberschub.

Akut (Dauer 1–3 Wochen):

  • ca. drei Tage lang ein Anstieg der Körpertemperatur auf 40–41 Grad Celsius, im Anschluss wiederholte Fieberschübe im Abstand von zwei bis drei Wochen
  • Apathie, Mattigkeit
  • zentralnervöse/neurologische Störungen
  • blasse Schleimhäute, Blutungen (Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Petechien)
  • erhöhte Atemfrequenz, Atemnot
  • Vergrößerung von Milz, Lymphknoten und Leber
  • Inappetenz, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall
  • Gelenkschmerzen, -schwellungen, Lahmheit, Polyarthritis
  • selten Husten oder Ödeme

Chronisch:

  • Uveitis
  • Gewichtsverlust
  • hämorrhagische Pneumonie
  • Ikterus
  • Knochenmarkhyperplasie
  • Lahmheit, Polyarthritis
  • Panzytopenie: Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie

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Häufige Laborbefunde bei Anaplasmose

erniedrigt

  • Hämatokrit (HCT, in der chronischen Phase)
  • Erythrozyten (RBC, in der chronischen Phase), normochrome, nicht-regenerative Anämie
  • Thrombozyten (PLT) → Leitsymptom!
  • Lymphozyten
  • Leukozyten (WBC). Auch eine Leukozytose ist möglich!
  • Albumin

erhöht

  • Monozyten
  •  Gamma-Globuline
  • Gesamteiweiß (TP)
  •  CRP (C-reaktives Protein)
  • Leberenzyme (AP, ALT, AST, in der chronischen Phase)

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt auf der Grundlage folgender Aspekte:

  • Anamnese zur Abklärung eines möglichen Zeckenbefalls
  • klinische Symptomatik
  • Laborbefunde
  • Erregernachweis: Blutausstrich, Serologie und PCR

In der akuten Phase ist der direkte Erreger­nachweis möglich:

  • Blutausstrich (Giemsa-Färbung, Buffy-coat-Ausstrich): Nachweis der Morulae in Granulozyten (A. phagocytophilum) bzw. Thrombozyten (A. platys)
  • PCR (Cave: Ein positives Ergebnis bestätigt i. d. R. das Vorliegen einer Infektion, ein negatives PCR-Ergebnis schließt eine Erkrankung jedoch nicht aus!)

In der chronischen Phase wird der indirekte Erregernachweis durchgeführt:

  • Bestimmung des Antikörpertiters durch indirekte Immunfluoreszenz (IFAT) oder ELISA. (Cave: Akut infizierte Tiere können bis zu vier Wochen nach Exposition noch serologisch negativ sein. Zum Nachweis eines Titeranstiegs sind Wiederholungsuntersuchungen nach zwei bis drei Wochen empfehlenswert.)

In Endemiegebieten kann ein positives Ergebnis die Folge einer früheren Infektion sein, daher sind hier ebenfalls Wiederholungsuntersuchungen nach zwei bis drei Wochen zu empfehlen. Kommt es in dieser Zeit zu einem Titeranstieg, sollte bei Vorliegen klinischer Symptome eine Behandlung erfolgen.

Differenzialdiagnostisch sind Babesiose, Borreliose und Ehrlichiose zu berücksichtigen. Da die Anaplasmose oft zusammen mit einer oder mehreren dieser Erkrankungen auftritt oder auch mit Leish- maniose oder einer anderen vektorübertragenen Infektionskrankheit vergesellschaftet ist, sollte bei der Diagnostik unbedingt ein vollständiges Reiseprofil in Abhängigkeit vom Herkunftsland des Hundes erstellt werden.

Therapie

Eine Therapie erfolgt nur, wenn klinische Symptome in Verbindung mit entsprechenden Laborbefunden und dem Nachweis des Erregers vorliegen, nicht jedoch, wenn lediglich ein positiver Antikörpertiter festgestellt wird. Doxycyclin ist hier das Mittel der Wahl, in einer Dosierung von 5 mg/kg 2 x tgl. über zwei bis drei Wochen. Allerdings ist zu beachten, dass es schwere Schleimhautschäden insbesondere in der Speiseröhre verursachen kann. Daher sollte es immer zusammen mit Futter gegeben und idealerweise in ein Futterstück eingewickelt werden. Durch die Therapie ist eine Elimination von A. phagocytophilum möglich; A. platys hingegen persistiert oft trotz Behandlung lebenslang im Organismus.

Gleichzeitig müssen immer auch die Begleitinfektionen behandelt werden. Eine symptomatische Begleittherapie ist meist nötig. Die systemische Gabe von Kortikosteroiden ist bei Anaplasmose meist kontraindiziert.

In der chronischen Phase sollte alle sechs bis zwölf Monate ein großes Blutbild mit klinischer Chemie und Eiweißelektrophorese angefertigt werden.

Prophylaxe

Zeckenschutz und Vermeidung von Zeckengebieten

Bedeutung für den Menschen

Die granulozytäre Anaplasmose stellt zwar keine Zoonose im klassischen Sinne dar, da es zu keiner direkten Übertragung vom Hund auf den Menschen kommt, sondern die Infektion ausschließlich durch den Zeckenbiss erfolgt. Per definitionem handelt es sich aber um eine sogenannte Metazoonose, d. h. eine Erkrankung, die über einen Vektor vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Mit zunehmender Verbreitung der kaninen Anaplasmose in Europa nimmt entsprechend auch das Erkrankungsrisiko für den Menschen zu, da immer mehr Zecken Träger des Erregers sind. Daher empfiehlt es sich, besonders die Besitzer von an Anaplasmose erkrankten Hunden auf dieses Risiko hinzuweisen und zu empfehlen, dass sie besondere Vorsicht bei der Entfernung von Zecken walten lassen sowie entsprechende Maßnahmen zur Zeckenprophylaxe ergreifen sollten.

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Kanine Ehrlichiose

Erreger und Verbreitung

Die Erreger der kaninen Ehrlichiose sind gramnegative, obligat intrazelluläre Bakterien der Ordnung Rickettsiales (Rickettsien).

In Europa ist Ehrlichia canis der wichtigste Erreger der kaninen Ehrlichiose. E. canis wird durch die Zeckenart Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke, Abb. 2) übertragen. Alle Stadien der Braunen Hundezecke können dabei den Erreger von einem bakteriämischen (Bakteriämie = Bakterien im Blut) Wirt aufnehmen und weiterverbreiten, wobei auch eine transstadiale Übertragung stattfindet. Das Verbreitungsgebiet umfasst Zentralfrankreich und alle europäischen Mittelmeerländer einschließlich Portugal. In Deutschland ist die Braune Hundezecke im Freien in der kalten Jahreszeit nicht überlebensfähig. In warmen Behausungen (Wohnungen, beheizte Zwinger etc.) kann sie jedoch nicht nur überleben, sondern sich auch massenhaft vermehren. E. canis wiederum kann in der Zecke überwintern.

Infektion

Die Übertragung des Erregers von der Zecke auf den Wirt erfolgt bereits ab drei (!) Stunden nach Beginn des Saugaktes. Die Inkubationszeit beträgt sieben bis 20 Tage, die Präpatenz wenige Tage. Der Erreger verbleibt meist lebenslang im Wirtsorganismus, und es wird in der Regel keine vollständige Erregerelimination erreicht. E. canis befällt vor allem die Monozyten (und Lymphozyten) des Wirtstieres und bildet in diesen Morulae (lichtmikroskopisch erkennbare Mikrokolonien). Im Blut zirkulierende infizierte Zellen werden im Rahmen des Saugaktes von der Zecke aufgenommen. Daneben kommt es zur Verbreitung in Leber, Milz und Lymphknoten mit nachfolgender Schädigung v.a. der Thrombozyten.

Klinische Symptome

Die Erkrankung zeigt akute und chronische Verlaufsformen. Die akute Phase ähnelt oftmals der akuten Anaplasmose, verläuft aber meist schwerer (Abb. 4). An die akute Phase schließt sich häufig eine subklinische Phase an, die bis zu mehrere Monate dauern kann und in der die Hunde klinisch gesund erscheinen. Ohne entsprechende Behandlung geht die Erkrankung dann oft in das chronische Stadium über.

Akut (Dauer 1–3 Wochen):

  • Fieber, oft in Schüben, mehrere Tage über 40 Grad Celsius
  • Apathie, Depression
  • blasse Schleimhäute, Blutungen (Petechien und Ekchymosen) in Haut und Schleimhäuten, Nasenbluten
  • Vergrößerung von Milz und Lymphknoten
  • Atemnot
  • Inappetenz, Erbrechen

Chronisch (zusätzlich zu den o. g. Symptomen):

  • ausgeprägte Schwäche
  • Gewichtsverlust
  • schleimig-eitriger Augen- und Nasenausfluss
  • Augenveränderungen: Uveitis, Hornhauttrübungen, unterschiedlich große Pupillen (Anisokorie), subretinale Einblutungen, Netzhautablösung, Erblindung
  • Atemnot und interstitielle Pneumonie
  • innere Blutungen
  • Ikterus
  • Nierenfunktionsstörungen: Glomerulonephritis, Hämaturie, Proteinurie
  • Ödeme an Hintergliedmaßen und Skrotum
  • Lahmheit, Polymyositis, Arthritis
  • neurologische Störungen: Nystagmus, Ataxie, Lähmungen, Krämpfe und Krampfanfälle
  • Panzytopenie: Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie

Häufige Laborbefunde bei Ehrlichiose

erniedrigt

  • Hämatokrit (HCT)
  • Erythrozyten (RBC), normozytäre, normochrome, nicht-regenerative Anämie
  • Thrombozyten (PLT) (auch in der subklinischen Phase) → Leitsymptom!
  • Leukozyten (WBC)
  • Albumin (in der chronischen Phase)

erhöht

  • Gamma-Globuline (auch in der subklinischen Phase)
  • Gesamteiweiß (TP)
  • Leberenzyme (ALT, AP, in der chronischen Phase)
  • Kreatinin (Crea)
  • Harnstoff (Urea)
  • Urin-Eiweiß-Kreatinin-Quotient (UPC)

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt auf der Grundlage folgender Aspekte:

  • Anamnese zur Abklärung der Herkunft des Hundes und eines möglichen Zeckenbefalls
  • klinische Symptomatik
  • Laborbefunde
  • Erregernachweis: Blutausstrich, Serologie, PCR

In der akuten Phase ist der direkte Erreger­nachweis möglich:

  • Blutausstrich (Giemsa-Färbung, Buffy-coat-Ausstrich oder dünner Blutausstrich mit Kapillarblut): Nachweis der Morulae in den Monozyten. Allerdings gilt zu beachten, dass lediglich 4% der Monozyten befallen sind.
  • PCR (Cave: Ein positives Ergebnis bestätigt i.d.R. das Vorliegen einer Infektion, ein negatives PCR-Ergebnis schließt eine Erkrankung jedoch nicht aus.)

In der chronischen Phase wird der indirekte Erregernachweis durchgeführt:

  • Bestimmung des Antikörpertiters durch indirekte Immunfluoreszenz (IFAT) oder ELISA (Cave: Analog zur Anaplasmose sollte bei Vorliegen klinischer Symptome ein Titeranstieg kontrolliert werden.)

Differenzialdiagnostisch sind Anaplasmose, Babesiose, Borreliose, Hepatozoonose sowie eine Niereninsuffizienz zu berücksichtigen. Angesichts der Differenzialdiagnosen ist ein vollständiges Reiseprofil in Abhängigkeit vom Herkunftsland des Hundes empfehlenswert.

Therapie

Die Behandlung erfolgt analog zur Anaplasmose bevorzugt mit Doxycyclin. In schweren Fällen kann ein Behandlungsversuch mit Imidocarb-Dipropionat gemacht werden. Dieses sollte unbedingt subkutan injiziert werden, da die intramuskuläre Applikation sehr schmerzhaft ist und Abszesse sowie Nekrosen nach sich ziehen kann. Vorsicht ist weiterhin bei bereits bestehenden Leber- und Nierenschäden geboten.

Gleichzeitig müssen immer auch die Begleitinfektionen behandelt werden. Die systemische Gabe von Kortikosteroiden ist auch bei der Ehrlichiose meist kontraindiziert. In der chronischen Phase sollte alle sechs bis zwölf Monate ein großes Blutbild mit klinischer Chemie und Eiweißelektrophorese angefertigt und darüber hinaus der Harnstatus mit UPC bestimmt werden.

Bei schweren chronischen Verläufen ist die Prognose als schlecht einzustufen. Eine Elimination des Erregers wird meist trotz Therapie nicht erreicht, so dass E. canis lebenslang im Organismus persistiert.

Prophylaxe

Konsequenter Zeckenschutz sowie Vermeidung von Zeckengebieten.

Vorbeugung durch Schutz vor Zecken

Zur Abwehr von Zecken werden zwei Ansätze verfolgt:

  • Abwehr der Zecken (repellierende Wirkung), sodass keine Anheftung auf dem Wirt erfolgt
  • Abtöten der Zecken (akarizide Wirkung) vor oder nach Anheftung auf dem Wirt

Dies kann in Form verschiedener Zubereitungsformen erfolgen:

  • Spot-on-Präparate
  • Sprays
  • Halsbänder
  • Kautabletten

Über die Autorin

Shiela Mukerjee-Guzik arbeitet derzeit als Assistenztierärztin in einer Kleintierpraxis in Brilon, nebenbei übersetzt sie veterinärmedizinische Fachliteratur vom Englischen ins Deutsche.

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Abb. 1: Zecken – hier ein Weibchen des Gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus) vor der Blutmahlzeit – lauern gerne auf halbhohem, etwas feuchtem Gras auf ihre Opfer.
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Abb. 1: Zecken – hier ein Weibchen des Gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus) vor der Blutmahlzeit – lauern gerne auf halbhohem, etwas feuchtem Gras auf ihre Opfer.
Abb. 2: Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) wurde durch Urlaubsreisen und Hunde aus Südeuropa mittlerweile auch nach Mitteleuropa eingeschleppt. In geheizten Wohnungen und Zwingern kann sie überleben.
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Abb. 2: Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) wurde durch Urlaubsreisen und Hunde aus Südeuropa mittlerweile auch nach Mitteleuropa eingeschleppt. In geheizten Wohnungen und Zwingern kann sie überleben.
Abb. 3: Anaplasma phagocytophilum: Morulae in neutrophilen Granulozyten
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Abb. 3: Anaplasma phagocytophilum: Morulae in neutrophilen Granulozyten
Abb. 4: Apathie, Mattigkeit, Fieber, Inappetenz und Erbrechen sind typische klinische Symptome der kaninen Anaplasmose und Ehrlichiose. Insbesondere bei Hunden aus dem Süden sollte daran gedacht werden.
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Abb. 4: Apathie, Mattigkeit, Fieber, Inappetenz und Erbrechen sind typische klinische Symptome der kaninen Anaplasmose und Ehrlichiose. Insbesondere bei Hunden aus dem Süden sollte daran gedacht werden.
Shiela Mukerjee-Guzik .
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