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Tierisches Verhalten

Wie das Herrchen, so der Hund

Einer macht Blödsinn, der andere ahmt ihn nach: Diese ganz spezielle Form des sozialen Lernens wird als Überimitation bezeichnet. Eine Stude zeigt, dass der Nachahmungs-Automatismus auch bei Hunden vorkommt.

Genau beobachten, was andere tun, und das Verhalten nachahmen – so funktioniert soziales Lernen bei zahlreichen Tierarten, die im Sozialverband leben. Doch bisher wurde einzig für den Menschen gezeigt, dass auch kausal irrelevante Handlungen nachgeahmt werden. Ein Beispiel: Um ein Spielzeug aus einem Glas zu holen, klopft jemand erst mit einer Feder gegen den Rand, bevor er den Deckel öffnet. Werden solche absurden Handlungen treu kopiert, sprechen Verhaltensforscher von „Überimitation“. Dieses Verhalten konnte bisher bei keiner anderen Spezies nachgewiesen werden, nicht einmal bei Menschenaffen.

Überimitation bei Hunden

Domestizierte Hunde lernen grundsätzlich besonders leicht vom Menschen und kopieren einige menschliche Verhaltensweisen. Verhaltensforscher von der Vetmed Uni Wien überprüften nun die Hypothese, dass sie auch eine Überimitation zeigen. Tatsächlich wiederholte in der Studie die Hälfte der Hunde eine kausal irrelevante Aktion, die ihnen von ihrer Bezugsperson vorgemacht wurde.

Hunde lernen wie Kinder

Beim Menschen ist die Motivation hinter sozialem Lernen häufig ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl des Nachahmers mit seinem Vorbild. Wenn Kinder das Verhalten ihrer Bezugspersonen kopieren, ist dies ein tiefgreifender sozialer Prozess. Die Ergebnisse der Wiener Studie legen nahe, dass Hunde ähnlich lernen. Als treuer Begleiter machen sie buchstäblich jeden Blödsinn mit.

(red)

Hier finden Sie die Originalpublikation: DOI 10.3758/s13420-018-0336-z

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