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Entwurmung

Wurmlos glücklich

Neben Impfungen ist auch die regelmäßige Wurmkontrolle ein wichtiger Punkt für die Gesunderhaltung von Hund und Katze.

Inhaltsverzeichnis

Von Dr. med. vet. Gerda Bäumer

Für den Tierhalter ist nicht immer leicht zu verstehen, warum sein Schützling ein Medikament erhalten soll, obwohl es doch gar nicht krank aussieht. Schnell wird klar: Vielen ist gar nicht bewusst, wie verbreitet Würmer sind. Auch ist es schwierig, die Gefahr einzuschätzen, die von einem Tier ausgeht, das Wurmeier ausscheidet.

Warum ist Entwurmen so wichtig?

Nicht jedem Hund oder jeder Katze sieht man es sofort an, wenn sie Würmer haben. Dennoch belasten die Parasiten das Tier. Sie entziehen ihm Nährstoffe, können Durchfall und Erbrechen verursachen und infolgedessen zu Wachstumsstörungen oder anderen Mangelerscheinungen führen. Gerade bei Welpen und alten oder immungeschwächten Tieren kann es durch einen starken Befall sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.

Würmer sind aber auch eine potenzielle Gefahr für uns Menschen. Denn wir können uns mit Wurmeiern, die unsere Tiere mit dem Kot ausscheiden oder in ihrem Fell tragen, anstecken. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, denn sie haben in der Regel einen sehr engen körperlichen Kontakt zu den Tieren und ein noch geringes Hygieneverständnis.

Richtig gefährlich wird es für den Menschen, wenn er sich mit dem Fuchsbandwurm infiziert, oder wenn Spulwurmlarven bei ihrer Wanderung durch den menschlichen Körper Nervenbahnen, Augen oder Gehirn erreichen.

Tiere, die Würmer haben, können also nicht nur selbst erkranken, sondern sind auch eine Infektions- und Gefahrenquelle für andere Tiere (Weiterverbreitung) und für uns Menschen (Zoonose).

Woran merkt man, dass ein Tier Würmer hat?

Erwachsenen Hunden und Katzen sieht man einen Spulwurmbefall auf den ersten Blick meistens gar nicht an. Welpen können dagegen recht schnell schweren Durchfall und Erbrechen entwickeln. Nicht selten kommt es bei ihnen zu einem stark aufgeblähten Bauch, landläufig gerne auch als „Wurmbauch“ bezeichnet.

Tiere, die mit Bandwürmern infiziert sind, scheiden über den Kot Bandwurmteile aus, die teils beweglich sind und infektiöse Eier enthalten. Diese Segmente können am Anus der Tiere zu Reizungen führen. Manchmal findet man reiskornähnliche Bandwurmsegmente an Plätzen, an denen sich das Tier gerne aufhält.

Um sicher sagen zu können, ob ein Tier Würmer hat, müssen Wurmeier oder gegebenenfalls auch Larven im Kot nachgewiesen werden. Aber Vorsicht: Sie werden nicht pausenlos ausgeschieden. Fehlen sie im Kot, bedeutet das nicht, dass der Hund oder die Katze keinesfalls Würmer hat!

Durchfall, Erbrechen, stumpfes Fell, Wachstumsstörungen oder andere Mangelerscheinungen, Veränderungen im Blutbild, Juckreiz am Anus („Schlittenfahren“) und Gewichtsverlust: Im Allgemeinen sind die Symptome einer Wurminfektion – sofern überhaupt sichtbar – eher unspezifisch.

Wie oft und wann müssen Hunde und Katzen entwurmt werden?

In welchen Abständen entwurmt werden sollte, hängt ganz von den individuellen Lebensumständen ab: Hier spielen Alter, Ernährung, Haltungsform und Nutzung des Tieres genauso eine Rolle wie die Frage, ob das Tier viel Kontakt zu Kindern oder älteren Menschen hat. So empfiehlt der Tierarzt bei hohem Infektionsrisiko meist, einmal im Monat zu entwurmen. In anderen Fällen sind dagegen seltenere Behandlungen ausreichend. Ist das Risiko nicht bekannt, sollte mindestens viermal pro Jahr entwurmt werden. Gerade die Gefahr für Kleinkinder darf nicht unterschätzt werden. Wer hier ganz sichergehen will, entwurmt sein Tier lieber einmal öfter.

Tiere, die im selben Haushalt leben, müssen immer gleichzeitig entwurmt werden. Die unbehandelten Tiere würden sonst weiterhin Wurmeier oder auch Larvenstadien ausscheiden und so die behandelten gleich wieder anstecken.

Wird bei einem Impftermin ein Wurmbefall festgestellt, sollte die Impfung verschoben und das Tier zunächst entwurmt werden. Warum? Die körpereigene Abwehr ist durch den Wurmbefall beansprucht und die Immunantwort würde eventuell nicht optimal ausfallen.

Wer nicht so häufig entwurmen möchte, kann auch regelmäßig den Kot untersuchen lassen. Nachteil: Ist der Befund positiv, muss man trotzdem noch zusätzlich entwurmen. Ist er negativ, kann das Tier dennoch Würmer haben.

Wie lange ist mein Hund/meine Katze durch eine Entwurmung geschützt?

Ganz wichtig ist es zu verstehen, dass es nach einer Entwurmung – anders als nach einer Impfung – keinen prophylaktischen Schutz gibt. Behandelte Tiere können sich also theoretisch schon am nächsten Tag erneut mit Würmern infizieren. Da die Infektionsgefahr fast überall lauert, ist es – je nach Risiko – auch sehr wahrscheinlich, dass dies über kurz oder lang passiert.

Um die sogenannte Wurmlast der Tiere möglichst gering zu halten, müssen wir daher in regelmäßigen Abständen mittels Wurmkur „aufräumen“. Hunde oder Katzen mit hohem Infektionsrisiko müssen dabei öfter ran, als Tiere mit niedrigem Risiko.

Entwurmen wir beispielsweise monatlich gegen Spulwürmer, so ist die Chance, dass das Tier Spulwurmeier ausscheidet und andere anstecken kann, nahezu gleich null, selbst wenn es sich sofort wieder ansteckt. Denn nach Aufnahme von infektiösen Eiern dauert es etwa vier Wochen, bis sich im Körper des Hundes oder der Katze ein geschlechtsreifer Wurm entwickelt.

Sind Medikamente zur Entwurmung gefährlich?

Wurmmittel sind, wenn sie ordnungsgemäß verabreicht werden, gut verträglich. Trotzdem darf nicht jedes Präparat bei trächtigen oder säugenden Hündinnen oder Katzen gegeben werden. Auch gibt es Hunde bestimmter Rassen (z. B. Collies), die aufgrund eines Gendefektes einzelne Wirkstoffe nicht vertragen.

Eine Krankheit ist dagegen in der Regel kein Hinderungsgrund für eine Entwurmung. Im Gegenteil: Würmer belasten den Organismus unnötig und können unbehandelt die Genesung eher verzögern.

Welches das geeignete Präparat ist, entscheidet der Haustierarzt. So kann man sichergehen, dass das Tier effektiv von Würmern befreit wird, ohne dem Tier selbst zu schaden.

Gibt es wirksame Alternativen zur medikamentösen Entwurmung?

Auch wenn in Internetforen Berichte darüber herumgeistern: Karotten, Kräuter, Knoblauch etc. wie auch Homöopathika sind keine wirksamen Mittel, um Würmer loszuwerden. Wer sein Tier wirklich von Parasiten befreien möchte, muss zu einem adäquaten Medikament greifen.

Über die Autorin

Als Fachjournalistin ist Dr. med. vet. Gerda Bäumer immer auf der Suche nach aktuellen interessanten Studien. In ihren Beiträgen für Print- und Onlinemedien greift sie Themen auf, von denen sie sich eine breite Aufmerksamkeit in der Tierärzteschaft erhofft.

Praxistipp: Ein kostenfreier Ratgeber aus der Reihe "10 Fragen/Antworten" von Der Praktische Tierarzt informiert Tierhalter über die Entwurmung von Hund und Katze. Leicht verständlich und fachlich auf dem neuesten Stand werden die zehn wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet. Die handliche Broschüre können Sie hier bestellen, um Sie im Wartezimmer auszulegen oder an Patientenbesitzer zu verteilen.

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