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Foto: Friedrich Roes

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Zahndokumentation im Hunde- und Katzengebiss

Welches Schema für die Zahndokumentation bei Hunden und Katzen genutzt wird und worauf es ankommt, lesen Sie hier.

Von Dr. med. vet. Friedrich Roes

Im Gebiss werden Incisivi (Schneide-), Canini (Fang-) und Prämolare bzw. Molare (Backenzähne) unterschieden. Die Anfangsbuchstaben werden mit einer Ziffer kombiniert, wenn der Zahntyp mehrfach je Kiefer vorkommt, Milchzähne erhalten zusätzlich ein „d“ (lat. deciduus = ausfallend). Für die Dokumentation wird ein Zahnschema genutzt, welches Triadan an das menschliche Zahnschema im Quadrantenprizip der Fédération Dentaire International (FDI) an die Anatomie von Hund und Katze angepasst hat. Jedem Zahn wird eine dreistellige Zahl zugeteilt, diese kodiert den jeweiligen Kiefer, den Zahntyp und seine Position im Zahnbogen.

Schritt 1: Schädel von vorne − Quadrantenprinzip

Jeder Ober-/Unterkieferhälfte wird ein Quadrant zugeordnet. Die Quadranten werden von vorne betrachtet − beginnend mit dem rechten Oberkiefer − im Uhrzeigersinn nummeriert (Quadrant 1 bis 4, im Milchgebiss 5 bis 8). Die erste Zahl im Zahlencode steht immer für den Quadranten.

Schritt 2: Zahnbogen (Oberkiefer Hund, Wechselgebiss)

Der Zahnbogen verläuft entlang des Kiefers. Die Seitenflächen eines Zahnes werden anhand ihrer anatomischen Kontaktflächen (palatinal, lingual, bukkal oder labial) und ihrer Ausrichtung im Zahnbogen (mesial = zur Mitte des Zahnbogens hin, distal = zum Kiefergelenk hin) beschrieben.

Schritt 3: Zahndokumentation Oberkiefer (OK) Hund (adult)

Adulte Hunde haben im OK pro Seite 3 Incisivi, 1 Caninus, 4 Prämolare und 2 Molare, also 10 Zähne. Dem Zahnbogen nach distal folgend wird bei jedem Zahn fortlaufend eine zweistellige Zahl hinter der des Quadranten notiert. So ergibt sich z. B. für den Caninus im rechten Oberkiefer: 104.

Schritt 4: Zahndokumentation Oberkiefer (OK) Hund (adult)

Zahndokumentation Unterkiefer (UK) Hund (adult), 304 fehlt
Adulte Hunde haben im UK pro Seite 3 Incisivi, 1 Caninus, 4 Prämolare und 3 Molare, also 11 Zähne. Analog zum Oberkiefer erhält jeder Zahn eine zweistellige Zahl, die hinter der des Quadranten notiert wird. So ergibt sich für den fehlenden 2. Prämolaren im linken Unterkiefer: 306.

Schritt 5: Zahndokumentation Oberkiefer (OK) Katze (adult)

Adulte Katzen haben im OK pro Seite 3 Incisivi, 1 Caninus, 3 Prämolare und 1 Molaren, also 8 Zähne. Im Vergleich zum Hund fehlen der 1. Prämolar und der 2. Molar. Dies wird bei der Codierung berücksichtigt, indem die Nummerierung anhand des Zahntypus und nicht fortlaufend erfolgt. Zwei Ziffern werden beibehalten.

Schritt 6: Zahndokumentation Unterkiefer (UK) Katze (adult)

Adulte Katzen haben im UK pro Seite 3 Incisivi, 1 Caninus, 2 Prämolare und 1 Molaren, also 7 Zähne. Es fehlen der 1., 2. Prämolar und der 2., 3. Molar. Auch hier wird die Zahnreduktion bei der Zahn-Ziffer berücksichtigt. So erhält der 3. Prämolar im linken Unterkiefer die Ziffer 307.

Schritt 7: Wechselgebiss Unterkiefer (Hund, 4. Quadrant)

Im Wechselgebiss stehen bleibende und Milchzähne nebeneinander. Im Milchgebiss erhalten die Quandranten die Ziffern 5 bis 8 (Quadrantenzahl ändert sich!). Beim Hund ist kein 1. Prämolar als Milchzahn angelegt. Diese Reduktion wird berücksichtigt. So erhält der 2. Milch-Prämolar im rechten UK: 806 und der mesial von ihm stehende 1. Prämolar: 405.

Schritt 8: Röntgen Wechselgebiss Unterkiefer (Hund)

Korrekte Nomenklatur der Zähne des 3. Quadranten im zugehörigen Röntgenbild. Die rechte Seite ist nicht beschriftet, damit die durch den pulpenoffenen Milch-Caninus (804) verursachte Alveolitis vollständig zu sehen ist.

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