Image
Meerschweinchen haben nicht selten engen Kontakt zu Kindern.
Foto: Vitalinka - stock.adobe.com
Meerschweinchen haben nicht selten engen Kontakt zu Kindern.

Meerschweinchen

Zoonosepotenzial nicht unterschätzen

Meerschweinchen werden als harmlose Pflanzenfresser wahrgenommen und haben häufig direkten Kontakt zu Kindern. Dies ist nicht ohne Risiken, wie ein Fallbericht aus der Schweiz zeigt.

Das als Wildform aus Südamerika stammende Meerschweinchen wird in Zentraleuropa insbesondere von Familien als niedliches Heimtier gehalten. Jedoch können von den kleinen Nagern durchaus gesundheitliche Risiken ausgehen. Wie wichtig das Bewusstsein dafür ist, demonstrierten Schweizer Forscher in einem aktuellen Fallbericht.

Was Sie über Meerschweinchen wissen sollten

Meerschweinchen sind gesellige Tiere! Das ist auch bei ihrer Haltung als Heimtier dringend zu beachten.
Artikel lesen

Meerschweinchen-Bestand schwer beschädigt

Nachdem eine Meerschweinchen-Besitzerin ihren Bestand mit dem Zukauf dreier Tiere auf insgesamt 26 Individuen erhöht hatte, kam es innerhalb kurzer Zeit zum Tod von zehn Meerschweinchen. Auch die überlebenden Tiere wirkten passiv und zeigten Apathie, Anorexie, Gewichtsverlust und das Auftreten von Aborten. Die histopathologische Untersuchung der Tierkörper führte ziemlich schnell zur Diagnose einer Infestation mit dem Einzeller Cryptosporidium (C.) wairi, welcher von den Pathologen als Verursacher der Todesfälle angesehen wurde. Zusätzlich lag eine Infektion mit Chlamydien vor. Letztere kann als Sekundär­infektion betrachtet werden und als solche die beobachteten Aborte der trächtigen Meerschweinchen erklären. Trotz zeitnah eingeleiteter intensiver Behandlungen mittels mehrerer Antibiotika und eines Antiparasitikums erlagen schlussendlich 24 der 26 Meerschweinchen der Erkrankung.

Vier starke Frauen aus drei Generationen

Zwei Schwestern mit völlig unterschiedlichen Lebensentwürfen treffen sich nach langer Zeit im Elternhaus am Sterbebett der Mutter wieder. Diesmal können Sie sich nicht aus dem Weg gehen. Wir verlosen 3 Exemplare von „Die Rückkehr der Kraniche“ von Romy Fölck.
Artikel lesen

Zwei verschiedene Zoonoseerreger nachgewiesen

Die beiden in diesem Fallbericht nachgewiesenen Mikroorganismen sind durchaus relevant für den Menschen: C. wairi ist ein an Meerschweinchen angepasster Parasit mit zoonotischem Potenzial. Chlamydia caviae kann bei Menschen zu Konjunktivitis, Erkrankungen der oberen Atemwege, aber auch zu schweren Lungenentzündungen führen.

Zwar geht man davon aus, dass vorwiegend größere Meerschweinchen-­Bestände von einer derartigen Infektion betroffen sind. Jedoch spielt auch die Haltungshygiene eine bedeutende Rolle. Im Sinne einer Prävention sollte beim direkten Kontakt mit Meerschweinchen auf eine ausreichende Hygiene und eine eingehende Eingangsuntersuchung bei Neuzugängen geachtet werden. Für immunsupprimierte Menschen und Kinder muss ein enger Kontakt mit Meerschweinchen eher vorsichtig kritisch betrachtet werden. (Christian Schiffmann)

Die Originalpublikation finden Sie hier.

Was bei Meerschweinchen in den Futternapf gehört

Obwohl Meerschweinchen als Haustiere immer beliebter werden, liegen nur wenige Daten zu einer rassespezifischen, gesunden Ration vor. Eine Studie aus Großbritannien gibt einen Überblick.
Artikel lesen
Image
Ziegen fressen nicht nur Gras, sondern auch Äste

Kleine Wiederkäuer

Waldbeweidung verhindert Waldbrände

Tierische Pflanzenfresser könnten auch als wirksames Mittel für eine kostengünstige Feuerbekämpfung eingesetzt werden, insbesondere an Orten, an denen die Landnutzung aufgegeben wurde.

Image

Phytotherapie

Schmerzen bei Tieren natürlich behandeln

Wie kann gezielte Phytotherapie dazu beitragen, Schmerzpatienten einen möglichst beschwerdefreien Alltag zu bieten?

Image
Zu der Übertragung könnte es durch engen Kontakt mit dem niesenden Tier gekommen sein.

COVID-19

Katze könnte Tierärztin mit SARS-CoV-2 angesteckt haben

Hatschi! Beim Nasenabstrich ins Gesicht geniest und möglicherweise COVID-19 übertragen. Ein Fallbericht aus Thailand zeigt, dass eine Übertragung von der Katze auf den Menschen möglich, wenn auch sehr selten ist.

Image

Schweizer Studie

Hungrige Hummeln beißen an

Finden Erdhummeln zu wenig Pollen, stechen sie Blätter von nicht-​blühenden Pflanzen an, um sie rascher zur Blütenproduktion zu treiben. Das haben Schweizer Forscher jetzt herausgefunden.

Alles rund um Praxisalltag, Ausbildung und Beruf unser Newsletter TFA-Wissen

Abonnieren und erhalten Sie kostenlos alle News für Tiermedizinische Fachangestellte.