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Geflügelwirtschaft

Urteil zur Kükentötung

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Tötung von männlichen Küken in der Legehennenzucht vorerst weiterhin erlaut.

Enttäuschendes Urteil: Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat heute (13. Juni 2019) – nach einem jahrelangen Rechtsstreit – in einem Urteil festgelegt, dass die Kükentötung übergangsweise weitergeht. Rein wirtschaftliche Gründe seien nach heutigem Stand kein „vernünftiger Grund“, aber man könne den Brutbetrieben keine sofortige Umstellung zumuten. Die Aufzucht männlicher Küken sei mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden, meinten die Richter. Es soll auf Alternativen

bis zur Einführung von alternativen Verfahren gewartet werden, mit denen das Geschlecht eines Embryos im Hühnerei bestimmt werden kann (BVerwG 3 C 28.16 und 3 C 29.16).

„Wir hätten uns ein sofortiges Verbot gewünscht. Die bisherige Praxis des Kükentötens wird erstmal wie gehabt weitergehen und an jedem weiteren Tag leiden und sterben lebensfähige Küken“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Schröder kritisiert zudem, dass das Gericht keine Frist festlegte, ab wann die Tötung verboten sein sollte. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes sollte in erster Linie die spektroskopische Methode vorangetrieben werden, die am 4. Bruttag angewandt wird und bei der ein Schmerzempfinden des Embryro ausgeschlossen ist. Langfristig müsse es aber eine Rückkehr zu Zweinutzungshühnern geben.

Positiv bewerten die Tierschützer dagegen, dass das Gericht klargestellt hat, dass wirtschaftliche Gründe nach heutigem Verständnis kein „vernünftiger Grund“ sein dürfen, um männliche Küken zu töten und urteilte damit anders als sie Richter der Vorinstanz (OVG Münster). „Der sogenannte ,vernünftige Grund‘ kann somit von der Agrarindustrie zukünftig nicht mehr wie bisher dazu genutzt werden kann, Tiere zu malträtieren und zu töten, das macht Hoffnung“, so Schröder.

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