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Schlafverhalten von Wellensittichen

Bitte abdunkeln! So schlafen Wellensittiche besser

Angesichts der häufig begrenzten Behandlungsmöglichkeiten kommt der Prävention durch optimale Haltungsbedingungen bei Ziervögeln entscheidende Bedeutung zu. Um dies zu erreichen, muss das artspezifische Verhalten bekannt sein – leider keine Selbstverständlichkeit. Eine aktuelle Studie liefert neue Erkenntnisse zum Schlafverhalten von Wellensittichen.

Von Dr. med. vet. Christian Schiffmann

  • Anders als bisher angenommen ähnelt der Schlaf beim Wellensittich dem von Säugetieren.
  • Tiefschlafphasen finden in der Nacht statt, tagsüber wird eher gedöst.
  • Für einen artgerechten Schlaf brauchen die Vögel nächtliche Dunkelheit.

Je kleiner und exotischer der Patient, umso begrenzter stellen sich für den Kleintierpraktiker oftmals die Behandlungsoptionen dar. In Anbetracht dessen nimmt die Bedeutung einer optimalen Haltung und Pflege im Sinne der Krankheitsprävention einen hohen Stellenwert ein. Die Basis für optimale Haltungsbedingungen liegt in der Kenntnis der artspezifischen Bedürfnisse und Verhaltensmuster. Letzteres ist selbst bei derart häufig gepflegten Arten wie dem Wellensittich nicht immer gegeben, wie eine aktuelle Forschungsarbeit zum Schlafverhalten dieser Ziervögel zeigt.

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Schlafverhalten als wichtiger Aspekt des Tierwohls

Es mag trivial erscheinen, dass die Befriedigung des Bedürfnisses nach artgemäßem Schlaf von hoher Bedeutung für das Tierwohl ist, doch liegen entsprechende Forschungsarbeiten nur sehr spärlich vor. Aufgrund der verfügbaren Erkenntnisse ging man bislang davon aus, dass sich der Schlaf von Vögeln sehr stark von der Situation bei Säugern unterscheidet, was mit der evolutiven Entwicklung begründet wurde.

Nun haben nordamerikanische Forscher bei Untersuchungen an fünf Wellensittichen festgestellt, dass deren Schlafmuster zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem menschlichen und allgemein dem Säugerschlaf aufweisen. Um die Schlafparameter zu bestimmen, haben die Untersucher den Vögeln EEG-Sensoren implantiert und alle Beobachtungen bei natürlichen Lichtbedingungen von Tag und Nacht durchgeführt. Dies war ein großer Unterschied zu früheren Arbeiten, in welchen die Vögel konstant Licht ausgesetzt waren, um die Beobachtungen zu ermöglichen.

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Letzterer Umstand scheint maßgeblich zu den offensichtlich falschen Erkenntnissen beigetragen zu haben, wonach Vögel viel weniger Tiefschlafphasen haben als Säugetiere. Die aktuelle Studie wies bei den Sittichen nachts ausgedehnte Phasen des Tiefschlafs nach und zeigte zudem, dass die Vögel nach Eintreten der Dunkelheit sehr bald erhöhte Schlafplätze aufsuchten. Tagsüber wurden kaum Tiefschlaf, jedoch ausgedehnte Phasen des Dösens nachgewiesen.

Praktische Umsetzung für den Tierhalter

Für den Vogelhalter lassen sich aus diesen Erkenntnissen zwei Empfehlungen direkt ableiten:

  • die Bedeutung erhöht liegender Ruhemöglichkeiten als Schlafplätze für die Vögel und
  • die Wichtigkeit der nächtlichen Dunkelheit für einen erholsamen, artgerechten Schlaf.

Die Berücksichtigung dieser Punkte in der Haltung dieser Ziervögel dürfte kurzfristig das Wohlergehen in bedeutsamer Weise sichern oder optimieren. Es wird zwar vermutet, dass diese Schlüsse auch für weitere Vogelarten gelten, die Prüfung dieser Annahme bedarf jedoch weiterer Untersuchungen.

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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