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Studie

Schlappohren können krank machen

Kaninchenrassen mit Hängeohren leiden im Vergleich zu Vertretern mit Stehohren häufiger an schmerzhaften Zahn- und Ohrproblemen.

Inhaltsverzeichnis

Von Ines Linke

Während das Thema Qualzucht bei brachycephalen Hunde- und Katzenrassen immer wieder heiß diskutiert wird, finden die Probleme von Kaninchen mit Hängeohren, sogenannte Widder oder in England Lops, weitaus weniger Beachtung. Doch aktuelle Forschung ist im Gange.

Ernsthafte gesundheitliche Folgen

Eine Beobachtungsstudie von Wissenschaftlern des Royal Veterinary College in Hatfield, Großbritannien, verglich in einem Kaninchenrettungszentrum 15 Vertreter von Hängeohrenrassen mit 15 Tieren mit aufrechten Lauschern – mit eindeutigem Ergebnis: Neben der erhöhten Verletzungsgefahr führten die langen Schlappohren viel öfter zu schmerzhaften und chronischen Erkrankungen der Hörorgane und Zähne.

So ist es bei den Lops 43-mal wahrscheinlicher, dass die Tiere verengte Gehörgänge aufweisen, die durch Minder­belüftung und vermehrte Ohrenschmalzproduktion zu schmerzhaften Otitiden bis hin zur Taubheit führen können. Des Weiteren hat jedes zweite Hängeohrkaninchen behandlungsbedürftige Zahnfehlstellungen, die zu unregelmäßigem Abrieb mit scharfen Kanten und Spitzen führen.

Wer schön sein soll, muss leiden?

Auch im Heimtiersektor erfolgen Zucht und Auswahl von Haustieren vorrangig nach äußerlichen Kriterien, ohne dass eine Berücksichtigung damit verbundener Schmerzen und Leiden erfolgt. Dies ist aus Sicht der Wissenschaftler ethisch bedenklich.

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