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Verladen von Pferden

Weniger Probleme beim Transport

Wenn Pferde sich nicht verladen lassen, kann es für Tiere und beteiligte Personen gefährlich werden. Sachbeschädigungen und Terminausfälle verursachen zudem hohe Kosten.

Von Jeanette Probst

Korrekter Umgang mit dem Tier, Gewöhnungstraining und verantwortungsvolles Fahren des Transporters sind Grundlagen zur Vermeidung von transportassoziiertem Problemverhalten beim Pferd. Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammengestellt und zieht Schlüsse, wie sich Transportprobleme verringen lassen.

Zuckerbrot oder Peitsche?

Für das Transporttraining wird in der Literatur und in Ratgebern am häufigsten der Einsatz der negativen Verstärkung befürwortet: Ein unangenehmer Reiz, z. B. Druck, entfällt als Folge des Verhaltens. Unsachgemäße Anwendung verursacht aber Stress, der das Lernen des Tieres behindert. Darum kann diese Methode das Vertrauen zwischen Mensch und Tier stören und birgt vor allem in Kombination mit positiver Bestrafung (auf Verhalten folgt ein unangenehmer Reiz) ein hohes Verletzungsrisiko, z. B. bei Gebrauch von Seilen an den Hinterbeinen in Verbindung mit Gerteneinsatz. Positive Verstärkung, z. B. Futter für erwünschtes Verhalten, stärkt die Motivation zum Lernen und das Wohlbefinden. Studien unterstützen die Effektivität dieses Lernmodells. Jedoch nutzten bei einer Umfrage nur zwei Prozent positive Verstärkung, damit Pferde beim Verladen in den Anhänger steigen.

Selbstvertrauen stärken

Die Kombination aus positiver Verstärkung, Clickertraining und Berührung eines Ziels mit dem Körper wird Targettraining genannt. Der erfolgreiche Einsatz dieser Methode bei Pferden mit Verladeproblemen ist beschrieben. Eine Steigerung davon ist das Selbstverladen. Hierbei wird das Pferd nur bis zur Rampe geführt, um dann allein in den Anhänger zu steigen und zu warten, bis die Tür gesichert ist. Diese Methode konnte signifikant Probleme vor und beim Verladen reduzieren.

Früh mit dem Training beginnen

Schon vor 40 Jahren rieten Autoren die Gewöhnung der Fohlen an Verladen und Transport zusammen mit ihrer Mutter. War das als Fohlen nicht gelungen, sollte zunächst ein Vortraining an der Hand ohne Anhänger, danach Verladetraining ohne Fahrt und zum Schluss mit Übungsfahrt stattfinden. Ein im Paddock platzierter Anhänger als Futterstation kann zur Desensibilisierung des Pferdes vor Trainingsbeginn beitragen. Das Gewöhnungstraining war mit dem geringsten Aufkommen von Problemverhalten und Verletzungen assoziiert. 

Hier finden Sie die Originalpublikation: York A, Matusiewicz J, Padalino B (2017): How to minimise the incidence of transport-related problem behaviours in horses: a review. J Equine Sci 28: 67–75.

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