Foto: Dr. Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr

Borreliose

Wird 2019 wieder ein Zeckenjahr?

An den heißen und trockenen Sommer des letzten Jahres erinnern wir uns noch gut. Auch Zecken ein großes Thema in Deutschland. Wie sind die Prognosen für dieses Jahr?

In Süddeutschland wurde 2018 die höchste Zeckenzahl seit Beginn der systematischen Untersuchungen verzeichnet. Auch die Zahl registrierter FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Fälle erreichte mit 586 einen Höchststand seit Einführung der Meldepflicht 2001. Dies berichtete PD Dr. Gerhard Dobler vom Nationalen Konsiliarlabor für FSME in München im Rahmen einer Pressekonferenz der MSD Tiergesundheit in Bielefeld.

Weniger Zecken – geringeres Erkrankungsrisiko?

Wie hoch die Zeckenzahl in einem Jahr wird, hängt von komplexen Faktoren der beiden Vorjahre ab. Aufgrund der Trockenheit im letzten Sommer und geringer Nagetierzahlen wird für 2019 ein geringeres Zeckenaufkommen erwartet, doch sind verlässliche Voraussagen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich. Die Zahl der FSME-Erkrankungen korreliert jedoch nicht zwangsläufig mit der Anzahl an Zecken. So erkrankten im Jahr 2017 ähnlich viele Menschen an FSME wie im Folgejahr, trotz halb so hoher Zeckenzahl.

Sind Mensch und Haustier genau dann in der Natur unterwegs, wenn die Zeckenaktivität am höchsten ist, kommt es vermehrt zum Befall und zur Übertragung von Erkrankungen. Zudem hat sich die Aktivitätsperiode von Zecken in den letzten Jahren um zwei Monate verlängert: FSME-Fälle werden vier Wochen früher und vier Wochen länger im Jahr gemeldet, somit verlängert sich auch die Zeckenperiode für Hund und Katze.

Eine neue Gefahr aus den Tropen

Im Sommer 2018 konnten in Deutschland erstmals größere Zahlen der Gattung Hyalomma nachgewiesen werden. Diese Zecken aus den Tropen und Subtropen sind dort vornehmlich in Steppengebieten zu finden und wurden von Zugvögeln eingeschleppt. Bedingt durch die Trockenheit und geringe Luftfeuchtigkeit (< 50 %) konnten sie sich nun auch in Deutschland vermehren.

Die potenzielle Übertragung des Krim-Kongo-Fieber-Virus und von Fleckfieber-Bakterien macht die Hyalomma-Zecke besonders gefährlich. Pferde reagieren häufig mit heftigen Geschwüren auf den Zeckenbiss. Wiederholt sich das trockene Klima in den kommenden Jahren, muss mit dem regelmäßigen Vorkommen der Gattung Hyalomma in Deutschland gerechnet werden.

Auch die hiesigen Zecken werden zu einem Problem: So hat sich die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) in den letzten Jahren kontinuierlich vom Osten nach Westen ausgebreitet. Sie gilt als Überträger für das FSME-Virus sowie für die „Hundemalaria“ (Babesiose).

Wie sich der Zeckenbefall in diesem Jahr darstellt, bleibt abzuwarten. Zu unterschätzen ist ihr Risiko in keinem Fall. Grund genug, sich einmal mehr mit dem Zeckenschutz auseinanderzusetzen.

Anna Noll

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