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Schmerzarten

Akut oder chronisch?

Akuter Schmerz hat eine Alarmfunktion. Chronischer Schmerz wird leicht übersehen.

Im Sinne des Tierschutzes müssen Schmerzen gelindert werden, um Leid zu verhindern. Der bestmögliche Behandlungserfolg ist nur zu erzielen, wenn Tierarzt, tiermedizinische Fachangestellte und Tierhalter einvernehmlich zusammenarbeiten, um Schmerzen frühzeitig zu erkennen und effektiv zu behandeln.

Plötzlicher Alarm

Wenn sich der Hund eine Kralle abreißt oder in eine Scherbe tritt, nehmen Schmerzrezeptoren den Schmerzreiz auf und leiten diesen über Nervenfasern an das Rückenmark weiter, wo der Impuls verarbeitet wird. Das Tier schreit unter Umständen auf und zieht die verletzte Pfote hoch. Solch ein akuter Schmerz tritt in der Regel plötzlich auf und kann vom Tierbesitzer gut zugeordnet werden. Er hat dabei eine Alarm- und Schutzfunktion: Der Körper wird quasi wachgerüttelt, um Schäden zu vermeiden.

Schleichende Veränderung

Chronische, lang anhaltende Schmerzen sind in der Regel nicht so leicht erkennbar. Da sie sich häufig nur in minimalen Wesensveränderungen äußern, die fälschlicherweise oft dem fortschreitenden Alter zugeschrieben werden, bleiben sie gerade bei Haustier-Senioren nicht selten über einen längeren Zeitraum unentdeckt und werden nicht behandelt. Wenn ein Tier unter Schmerzen leidet, besteht immer die Gefahr, dass sich ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entwickelt: Durch Stimulation von Nervenbahnen werden erregte Nervenzellen von Mal zu Mal stärker sensibilisiert und können irgendwann sogar spontan aktiv werden. Obwohl der Reiz nicht mehr vorhanden ist, sendet die Nervenfaser weiterhin Signale ans Gehirn. Ihr Vierbeiner empfindet Schmerzen, obwohl der ursprüngliche Auslöser gar nicht mehr existiert. Ist es soweit gekommen, können sogar Berührungen als unangenehm empfunden werden und einstige Schmusekater gehen auf Distanz.

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ITIS ist ein Fachgremium, besetzt mit führenden Spezialistinnen für veterinärmedizinische Schmerztherapie. Die Experten rund um die Professorinnen Dr. Michaele Alef, Dr. Sabine Kästner, Dr. Heidrun Potschka, Dr. Sabine Tacke sowie Dr. Julia Tünsmeyer setzen sich für ein optimales Schmerzmanagement bei Haus- und Nutztieren ein. Auf der Homepage der Initiative, www.i-tis.de, finden Tierärzte aktuelle Fachinformationen rund um die Schmerztherapie.

Die Arbeit der Initiative tiermedizinische Schmerztherapie wird von Sponsoren aus der veterinärmedizinischen Pharma- und Futtermittelindustrie engagiert begleitet und ermöglicht. Im Jahr 2018 wird ITIS unterstützt von Boehringer Ingelheim, CP-Pharma, Elanco Animal Health, Vétoquinol, Zoetis und der WDT.

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