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Infektion

Leishmaniose gibt es auch bei Katzen

Eine granulomatöse Entzündung in der Nickhaut einer aus Spanien importierten Katze stellte sich als Leihmanioseläsion heraus. Eine Differenzialdiagnose, die es zu beachten gilt.

Sechs Jahre, nachdem ein Kater aus einer Tierauffangstation in Spanien in seine neue Familie nach Deutschland kam, entwickelte er eine am Ende einen Zentimeter große granulomatöse Umfangsvermehrung an der rechten Nickhaut. Nach chirurgischer Entfernung und histopathologischer Untersuchung stand die ungewöhnliche Diagnose fest: Leishmaniose, hervorgerufen durch Leismania infantum.

Bedeutung bei Katzen

Die Katze gilt, anders als der Hund, als sekundäres Reservoir für diese Erreger. Wie häufig Leishmaniose bei Katzen in Deutschland neu auftritt, ist nur schwer zu beziffern. Denn: Die Erkrankung ist weder bei Mensch noch Katze anzeige- oder meldepflichtig. Sandmücken (in Deutschland sind dies Phlebotomus perniciosus, hlebotomus mascittii) übertragen die Krankheit auch über Katzen. Über lange Zeit subklinisch erkrankte Tiere erleichtern möglicherweise eine weitere Ausbreitung der Parasiten. Die Diagnose bei Feliden zu stellen ist eine große Herausforderung.

Klinische Zeichen

Leishmaniose ist auch bei Katzen eine systemische Erkrankung. Wie bei Hunden ist die viszerale Form seltener und gefährlicher. Klinisch zeigen Katzen meist Veränderungen an Haut, Schleimhaut oder den Augen mit einhergehender Lymphknotenschwellung. Ein für Katzen zugelassenes Medikament gegen Leishmanien gibt es in Deutschland nicht. Bei der Auswahl von Repellenzien zur Vorbeuge muss auf die hohe Toxizität bei Katzen geachtet werden.

(kl)

Originalpublikation in der Berliner und Münchener Tierärztlichen Wochenschrift: DOI 10.2376/0005-9366-17061

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