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Foto: familie-eisenlohr.de - stock.adobe.com
Besitzer in Trauer brauchen Beistand.

Psychische erste Hilfe

Besitzern beistehen – 3 Tipps

Beim Überbringen einer schlechten Nachricht verfallen Besitzer häufig in Trauer oder Schock. TFAs können lernen, wie sie den Tierhaltern in diesen Momenten zur Seite stehen können. 

Von Lisa-Marie Petersen

Wenn der 15-jährige Hund mit einem nicht heilbaren Tumor diagnostiziert wird, ist dies für die Besitzer oft ein Schock. Muss das Familienmitglied etwa erlöst werden? Dabei werden die Menschen häufig von Erinnerungen, Emotionen und Trauer überschwemmt. TFAs, die das ganze hautnah begleiten, kann dies stark überfordern. Was sage ich bloß? Und was nicht? Würde eine Berührung helfen?

Wie man Menschen in psychischen Ausnahmesituationen begleitet, ist lernbar. Hierfür gibt es sogar Kurse mit dem Namen „psychische erste Hilfe“, kurz PEH. Diese geben den Begleitern Tools an die Hand, die Menschen in Trauer und Schock unterstützen. Im Dezember findet hierzu ein Online-Seminar vom Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) statt, das auch TFAs besuchen können.

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Vorab schon mal drei Tipps für Sie:

Tipp 1: Weniger ist mehr

Auch wenn es schwer ist, die Stille im Raum auszuhalten: In psychischen Ausnahmesituationen gilt das Credo: „Weniger ist mehr.“ Statt aus Verlegenheit zu plappern und womöglich noch das Falsche zu sagen, versuchen Sie lieber das Schweigen auszuhalten und einfach da zu sein. Patientenbesitzer, die mit einer schlechten Prognose konfrontiert werden, brauchen häufig etwas Zeit und Raum, um sich zu sammeln.

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Die psychische Widerstandskraft in Krisensituationen nennt die Psychologie Resilienz. Diese kann trainiert werden, zum Beispiel in einem kostenfreien Online-Kurs der Universität Mainz.
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Tipp 2: Versetzen Sie sich in Ihr Gegenüber

Versuchen Sie mal, sich in die Haut der Tierhalter zu versetzen und gehen Sie dann in sich: Was würde mir in so einer Situation gut tun? Was würde ich gern hören wollen? Was würde ich einer Freundin raten? Diese Fragen liefern bereits zahlreiche Hinweise darauf, was in so einer Ausnahmesituation angebracht ist und was nicht. Versuchen Sie auch immer, ihren Menschenverstand anzuschalten und den Tierbesitzer einzuschätzen. Manche beruhigt eine Hand auf der Schulter, andere wollen ihre Ruhe. Fragen Sie ruhig nach: „Soll ich Sie einen Moment alleine lassen?“

Tipp 3:  Übung macht den Meister

Wie bei allen Dingen gilt auch für die Begleitung von Tierbesitzern: Übung macht den Meister. So können Sie in Rollenspielen mit Kollegen mal für den Ernstfall üben. Und: Überlegen Sie nicht erst in der Akutsituation, wie Sie reagieren möchten. Besser geeignet ist eine ruhige Minute außerhalb vom Alltagsstress.

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Online Webinar PEH – praktisch üben im geschützten Rahmen

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Buchtipp: Der trauernde Tierbesitzer 

Das Buch „Tod und Trauer in der Tierarztpraxis“ von Holle  & Holle enthält zahlreiche Praxistipps und Kommunikationshilfen zum Umgang mit trauernden Tierhaltern. Darin steht auch die TFA im Fokus: Tipps zum Selbst- und Teammanagement helfen, sensible Situationen zu meistern, sich selbst emotional zu schützen und somit die Freude am Beruf zu behalten. 

Hier finden Sie eine kostenlose Leseprobe.

Infos zum Buch: Tod und Trauer in der Kleintierpraxis –Euthanasie kompetent begleiten; Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH (2019); 176 Seiten; Abbildungen: 26 Abbildungen und 11 Tabellen; Paperback; 24,95 Euro; ISBN: 978-3-899-93977-4

Hier können Sie das Buch versandkostenfrei bestellen.

Über die Autorin

Als Tierärztin horcht Lisa-Marie Petersen gern am Ort des Geschehens nach: Was beschäftigt die Tiermedizin derzeit? Interessante Themen verarbeitet die Fachjournalistin dann in redaktionellen Beiträgen für Print- und Onlinemedien.

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Für viele Menschen hat ihr Haustier den Stellenwert eines Familienmitglieds. Im Trauerfall sind daher Empathie und Taktgefühl vom Praxisteam gefragt. Lesen Sie mehr zu diesem Thema im aktuellen TFA-Praxisleitfaden von Svenja Holle und Emanuel Holle „Tod und Trauer in der Kleintierpraxis. Euthanasie kompetent begleiten.“

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