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Gesundheitliche Probleme der Qualzuchten

Hör mal, wie süß der schnarcht!

Der Grund für die Röchler kurzschnäuziger Hunde ist nicht lustig: Sie können schlecht atmen. Eine Kampagne der Bundestierärztekammer möchte Tierhalter aufrütteln.

Von Lisa-Marie Petersen

Mopsbesitzer können davon ein Lied singen: Ihre Hunde sind Schnarchweltmeister. Und auch am Tage ist die Anwesenheit der röchelnden Kurzschnauzen bei jedem Atemzug hörbar. Besitzer finden das häufig eine putzige Rasseeigenschaft. Dass die brachyzephalen (= kurznasigen) Rassen häufig nach Luft ringen, die durch die platt gezüchteten Schnauzen und kleinen Nasenlöcher nur in begrenztem Maße einströmen kann, ist aber alles andere als putzig. Da durch die Züchtung Merkmale geduldet und gefördert werden, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen verbunden sind, sprechen Experten auch von Qualzucht.

Das ist doch krank!

Tierärzte bemühen sich schon seit Langem über die gesundheitlichen Probleme der Qualzuchten aufzuklären. Diese haben nämlich nicht nur Atem- sondern häufig auch Augen- und Hautprobleme sowie Allergien und sie sind in Narkosen Problempatienten.

In Berlin wurde im November eine große Kampagne mit dem Slogan „Das ist doch krank!“ gestartet und Busse sowie U-Bahnen plakatiert, denn Bulldoggen und Möpse werden immer beliebter. So ergab eine Statistik des Deutschen Kennel-Clubs, einem großen englischen Zuchtverband, dass die Anzahl der Mopswelpen seit 2002 um 95 Prozent und die von Bulldoggen um 144 Prozent zugenommen hat.

Deprimierend: Besitzerbefragungen zeigen, dass Tierhalter über die Probleme kurznasiger Rassen Bescheid wissen. Sie werden aber einfach als rassetypisch gesehen. Wünschenswert sind Züchtungen „zurück zu mehr Nase“ wie beim Retromops. In den Niederlanden wird im Übrigen derzeit ein Zuchtverbot extrem kurznasiger Möpse diskutiert.

Über die Autorin

Als Tierärztin horcht Lisa-Marie Petersen gern am Ort des Geschehens nach: Was beschäftigt die Tiermedizin derzeit? Interessante Themen verarbeitet die Fachjournalistin dann in redaktionellen Beiträgen für Print- und Onlinemedien.

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