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Junge braun - weisse Farbmaus auf ein Stück Holz sitzend

Steckbrief

Wie Sie die Farbmaus artgerecht halten

Die Farbmaus ist bewegungsfreudig! Auf die richtige Art der Bewegung kommt es an.

Von Dr. med. vet. Patricia Solms

Die optimale Haltung von Farbmäusen erfordert einiges Know-how. Schlechte Haltungsbedingungen fördern die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten bei den Kleinnagern. Halter sollten rechtzeitig über die Bedürfnisse von Farbmäusen informiert werden.

Systematik

Mäuseverwandte – Mäuseartige – Echte Mäuse

Lebenserwartung

in der Regel zwischen 24–36 Monaten

Geschlechtsreife

nach 3–4 Wochen

Herkunft

Die Stammform der heutigen Farbmäuse war ursprünglich die graue Hausmaus, welche in den Steppen und Halbwüsten Asiens beheimatet war. Mit der menschlichen Migration wanderte auch die Hausmaus und ist heute nahezu weltweit verbreitet (Ausnahme: tropisches Afrika). Seit dem 19. Jahrhundert wird sie in Europa auch als Haustier gehalten. Die Farbmaus hat einen ausgeprägten Geruch-, Gehör- (Ultraschall) und auch Tastsinn.

Sozialverhalten

Die Tiere leben in geschlossenen Großfamilien: ein Männchen mit mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Jede Großfamilie hat ihr eigenes Territorium, welches mit Duftmarken gekennzeichnet und gegen andere Großfamilien verteidigt wird. Auch in menschlicher Obhut sollten Mäuse unbedingt in Gruppen gehalten werden. Durch die enorme Fortpflanzungsfreudigkeit der Farbmaus (Trächtigkeiten bis zu zehnmal pro Jahr mit rund vier bis zwölf Jungen sind möglich) sollten entweder Tiere des gleichen Geschlechts (am besten weiblich) zusammen gehalten oder das Männchen vor der Geschlechtsreife kastriert werden. Die Vergesellschaftung funktioniert am besten zwischen dem 18.–21. Lebenstag. Eine Vergesellschaftung von Einzelmäusen in eine bestehende Gruppe sollte nur vorsichtig und unter Aufsicht erfolgen (intraspezifische Aggression).

Haltung

Die ursprüngliche Hausmaus ist dämmerungs- und nachtaktiv. Bei domestizierten Farbmäusen sind die Aktivitätsphasen abhängig von der sozialen Stellung, sodass die Tiere auch am Tag aktiv und sehr bewegungsfreudig sein können. Für die Bewegung der Tiere sind Laufräder zwar zweckmäßig, jedoch – wie auch für andere Tierarten – nicht unumstritten, da sie abnormal-repetitive Verhaltensweisen (ARV) auslösen und Aggressionen verschlimmern können. Generell sollte ein Laufrad der Größe des Tieres angepasst sein (bei der Maus mind. 20 cm Durchmesser), eine geschlossene Lauffläche haben und achsseitig geschlossen sein.

Was die Rennmaus braucht

Mongolische Rennmäuse sollten bevorzugt in Paaren oder kleinen Gruppen gehalten werden. In großen Gruppen entstehen oftmals Rangordnungskämpfe.
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In der Natur bewohnen die Tiere Gänge und Höhlen, was bei der Haltung berücksichtigt werden sollte. Da Mäuse eine stärkere Urinproduktion als beispielsweise wüstenlebende Nager aufweisen, sind die Lüftungsflächen in handelsüblichen Terrarien oftmals nicht ausreichend. Farbmäuse sind sehr empfindlich gegenüber zu hoher Luftfeuchtigkeit. Auch die Ammoniakkonzentration ist bei mangelnder Belüftung erhöht, deshalb sind Mäuseheime regelmäßig zu reinigen.

Da Mäuse sehr bewegungsfreudig sind, benötigen sie eine möglichst große Haltungseinrichtung mit den Mindestmaßen 80 x 50 x 80 cm (L x B x H) mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Haltungseinrichtung kann dabei gerne dreidimensional strukturiert sein. Im Zoofachhandel finden Besitzer eine Vielzahl an Einrichtungsgegenständen wie Schlafhäuschen, Leitern, Labyrinthe, Kletterstangen, Seile, Schaukeln etc. Aber auch Heu, Stroh, Karton- oder Korkröhren, Unterschlüpfe aus Holz, Toilettenpapierrollen sowie Äste können angewendet werden. Farbmäuse bevorzugen Wohnraumtemperaturen von 20–24 °C (im Mäusenest werden Temperaturen von bis zu 30 °C erreicht). Direkte Sonneneinstrahlung ist jedoch zu vermeiden. Albinomäuse sollten sogar im Halbdunkeln gehalten werden (dies gilt auch für andere albinotische Tiere). Eine zu hohe Lichtintensität schädigt die Retina, was vor allem im Anfangsstadium schmerzhaft ist und später sogar zur Erblindung führen kann. 

Ernährung

Der Speiseplan der Maus ist verhältnismäßig einfach, da Mäuse zu den Allesfressern gehören. Möglich sind qualitativ hochwertige Fertigmischungen aus dem Fachhandel, kombiniert mit Grün- und Saftfutter (z. B. Obst und Gemüse). Als Proteinquelle dienen Mehlwürmer, gekochtes Ei oder Trockenfutter für Hunde als Leckerli. 

Wie bei allen Nagetieren bedingt einzig der Zahn-Zahn-Kontakt den Abrieb der ständig nachwachsenden Zähne. Für die natürliche Abnutzung und zur Befriedigung des Nagetriebs eignen sich Äste von ungespritzten Obstbäumen, kleine ungeschälte Nüsse oder etwas hartes Brot.

Welche Bedürfnisse Chinchillas in der Heimtierhaltung haben

Nach Erreichen der Geschlechtsreife können Chinchillas intraspezifische Aggressionen entwickeln. Eine Vergesellschaftung sollte daher frühzeitig stattfinden.
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Verhaltensauffälligkeiten

Die Verhaltensstörungen der Farbmaus sind leider sehr vielfältig. Neben der intraspezifischen Aggression gibt es noch eine Vielzahl von abnormal-repetitive Verhaltensweisen, welche i. d. R. durch schlechte Haltungsbedingungen hervorgerufen werden. Dazu gehören: Schwanzjagen, Loopingschlagen, Hochspringen, Wandscharren, Scharren in der Ecke, ständiges Männchen machen und Fellfressen. Auch Kronismus (Fressen der eigenen Jungen) ist bei zu wenig Platz oder zu hoher Besatzdichte möglich.

Über die Autorin

Dr. med. vet. Patricia Solms ist Tierärztin und Praxisinhaberin mit der Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Sie ist zudem Sachverständige für Sachkunde- und Wesensprüfungen.

Buchtipp

Viele nützliche Informationen zur artgerechten Haltung von Heimtieren bietet der Praxisleitfaden „Verhaltensprobleme bei Nager, Reptil & Co. – Von den Grundlagen bis zum Management“. Dorothea Döring, Petra Kölle, Walter Lantermann, Barbara Schneider, Patricia Solms und Daniele Zurr geben Tipps für die tägliche Praxis und beschreiben nachvollziehbare Therapieansätze verhaltensauffälliger Heimtiere. Mit zahlreichen Hand-Outs für Patientenbesitzer zum Downloads und Videos. Das Buch können Sie hier vorbestellen. Erscheint: 30.04.2022

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Dieser Leitfaden vermittelt praxisnah und leicht verständlich Grundlagen des Medical Trainings, gibt wertvolle Tipps zur Prävention von Verhaltensstörungen und zeigt Therapieansätze auf. Ein hilfreiches Nachschlagewerk insbesondere für Praxisteams, die nicht auf Verhaltensmedizin spezialisiert sind.

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