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Mensch-Tier-Bindung

Nicht ohne mein Tier!

Zusätzliches Risiko oder ein Freund in der Not? Auch angesichts einer Katastrophe möchten sich viele Menschen nicht von ihrem Tier trennen.

2011 erschütterte ein Mega-Erdbeben Japan. Von der Katastrophe waren nicht nur Menschen betroffen, sondern auch ihre Haustiere. Geschätzte 16.000 Hunde und 23.000 Katzen starben. Auf die Evakuierung von Haustieren war man nicht vorbereitet, nur etwa drei Prozent der Notunterkünfte nahmen sie überhaupt auf. Einige Tierbesitzer nutzten die Zuflüchte daher nicht, sondern harrten lieber mit ihren Tieren im Auto aus. Andere blieben gleich in ihren Häusern oder kehrten verfrüht zurück, um nach den Tieren zu sehen. Generell gelten Haustiere bei Naturkatastrophen als Risikofaktor für eine erfolgreiche Evakuierung.

Traumatisiert, aber nicht allein

Nun haben Wissenschaftler japanische Erdbebenopfer befragt und auf eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) getestet – Haustierbesitzer und Menschen ohne eigenes Tier. Einen Monat nach dem Erdbeben waren die PTBS-Scores bei allen Opfern hoch. Hundebesitzer waren jedoch noch gestresster als andere, das Tier wurde in dieser Situation als zusätzliche Belastung empfunden. Doch als die Forscher viereinhalb Jahre nach der Katastrophe den PTBS-Score erneut erfassten, hatte sich der Effekt umgedreht: Menschen mit einem Tier an ihrer Seite hatten signifikant niedrigere PTBS-Scores. Langfristig könnten Haustiere für Katastrophenopfer also sogar ein Schutz sein.

Notunterkunft mit Hund?

Die überwiegende Mehrheit der Befragten war der Meinung, Tiere sollten im Katastrophenfall ebenfalls evakuiert werden. Die Bereitschaft, Notunterkünfte mit Vierbeinern zu teilen, war bei Nicht-Tierbesitzern in Japan allerdings gering. Die Forscher denken daher, dass jede Notunterkunft einen Plan zur Unterbringung von Tieren haben sollte.

In Amerika wurde nach Hurrican Katrina der Pets Evacuation and Transportation Standards Act erlassen, der staatliche Unterstützung bei der Unterbringung von Haustieren im Katastrophenfall zusagt. In Deutschland rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sich z. B. in Hochwassergebieten rechtzeitig Gedanken zu machen, wo Hund, Katze und Goldfisch im Evakuierungsfall unterkommen können.

(VM)

Hier finden Sie die Originalpublikation.

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